Wenn wir die Welt verändern wollen, müssen wir sie verstehen. „Ohne revolutionäre Theorie kann es keine revolutionäre Bewegung geben“, verstand schon Lenin, und fügte hinzu: „Dieser Gedanke kann nicht genügend betont werden in einer Zeit, in der die zur Mode gewordene Predigt des Opportunismus sich mit der Begeisterung für die engsten Formen der praktischen Tätigkeit paart.“
Kommunistinnen und Kommunisten brauchen einen breiten Blick, um zu verstehen, worauf sie sich vorbereiten müssen. Werkzeug dafür ist die historische Erfahrung der Arbeiterklasse und die marxistische Theorie – die schärfste Waffe des Proletariats. Auf dem Pfingstseminar diskutieren wir in 18 Workshops und 2 Plenumsdiskussionen die Grundlagen des Marxismus und seine Anwendung auf die aktuelle Weltlage, die Geschichte und vieles mehr.
Neben dem politischen Programm gibt es Badesee, Fußballturnier, Grillerei und Arbeiterliedersingen. Also fahr mit, bilde dich weiter und triff über 200 Genossinnen und Genossen aus Österreich und internationale Gäste aus den Sektionen der Revolutionären Kommunistischen Internationale!
Vorläufiges Programm:
(wird laufend aktualisiert mit Beschreibungen und Leseempfehlungen)
Russland 1917: der Weg der Revolution
Die russische Revolution ist das wichtigste Ereignis der Menschheitsgeschichte. Millionen von Menschen legten damit das erste Mal die Grundsteine für eine Gesellschaft frei von Unterdrückung und Ausbeutung. Ohne die Rolle der Bolschewiki wäre dieser Befreiungsschlag allerdings nicht möglich gewesen. Wir wollen uns die wichtigsten Ereignisse von 1917 anschauen und wie die Bolschewiki es geschafft haben, das Werkzeug der Massen zur Zerschlagung der alten Ordnung zu werden.
Geschichte der Philosophie: Hegel – Feuerbach – Marx
Hegel revolutionierte die Philosophie: Er erkannte, dass das menschliche Denken und Dasein nicht starr, sondern als Prozess verstanden werden müssen und entdeckte die Gesetze der Dialektik. Er blieb dabei aber immer im Idealismus stecken. Feuerbach forderte das mit einem materialistischen Zugang heraus. Er aber blieb bei einem mechanischen Verständnis des menschlichen Denkens als reines Spiegelbild der Natur stehen, er verwarf Hegel.
Marx erkannte schließlich das revolutionäre Potenzial der dialektischen Methode und stellte Hegel „vom Kopf auf die Füße“. Er schälte sie aus dem Korsett des Idealismus, wandte sie auf die materielle Welt – die Natur und die menschliche Gesellschaft – an und begründete den dialektischen Materialismus, der bis heute unser Werkzeug ist um die Welt nicht nur zu verstehen, sondern auch zu verändern.
Seit einigen Jahren gewinnt die Staatstheorie der Gruppe Gegenstandpunkt über verschiedene linke Influencer und Streamer an Bekanntheit in den radikalisierten Schichten der Jugend. Unter einem marxistischen Banner verbreitet sie dabei die Idee vom Staat als „ politisches Subjekt“, welches den Kapitalismus und die freie Konkurrenz aus einem eigenen Interesse heraus einrichtet. Doch damit wird das marxistische Verständnis vom Staat als Produkt des Klassenantagonismus in einer Gesellschaft auf den Kopf gestellt. Die politischen Konsequenzen dieser Verdrehung erscheinen in verschiedenen individualistischen und reformistischen Programmen, die keine Aussicht auf einen Sieg über den Kapitalismus versprechen.
Der österreichische Imperialismus und die Lüge der Neutralität
Die SPÖ, KPÖ und weite Teil der Linken beziehen sich positiv auf die Neutralität Österreichs. Dabei war dieses Konzept immer schon ein Deckmantel, um profitable Geschäfte mit allen machen zu können. Nach dem Zweiten Weltkrieg hat sich so das österreichische Kapital wieder aufgerichtet und insbesondere nach Nordafrika, der Nahe Osten, den Balkan und Osteuropa expandieren können. Was Extraprofite für österreichische Banken und Konzerne brachte, bedeutete Krieg, Armut und Korruption für die Massen in diesen Regionen. Es ist die Aufgabe von Kommunisten, den imperialistischen Charakter des österreichischen Kapitalismus offenzulegen und zu stürzen statt ihn zu bemänteln.
Migration und die nationale Frage im Zeitalter des Imperialismus
Während in der Frühphase des Kapitalismus die Bildung von Nationalstaaten ein Fortschritt war, sind Nationalstaaten in der Epoche des Imperialismus gemeinsam mit dem Privatbesitz an Produktionsmitteln zum größten Hemmnis für die menschliche Entwicklung geworden. Der Imperialismus erzeugt mit seinen Kriegen ständige Flüchtlingsbewegungen und einen nationalen Konflikt nach dem anderen. Die nationale Frage ist deshalb komplexer, als einfach „gegen den Nationalstaat“ zu sein, wie die zahlreichen revolutionären Kämpfe von unterdrückten Völkern zeigen. Während die Sozialdemokratie bereits in ihrer Frühphase einen chauvinistischen Zugang zu der Frage von Kolonien, ethnischen Minderheiten und Migration hatte, hat Lenin die nationale Frage meisterhaft beantwortet und damit die Revolution zum Sieg geführt.
Kein Kanonenfutter für die Reichen! Wehrpflicht und Antimilitarismus
Der Staat rüstet auf. Die Wehrpflicht soll die Jugend in die Armee zwingen, wo sie im Zweifel für die Kriege der Reichen sterben soll. Und die Arbeiterklasse soll neue Waffen durch Sozialkürzungen zahlen. Auf Grundlage einer marxistischen Analyse wollen wir klären, wie Arbeiter und Jugendliche gegen Wehrpflicht und Aufrüstung kämpfen können und warum es dafür ein kommunistisches Programm braucht.
Der deutsche Kapitalismus ist in der tiefsten Krise seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs und die herrschende Klasse kann keinen Ausweg finden. Die Merz-Regierung will die Krise auf die Massen abschieben, fürchtet sich aber gleichzeitig vor einer Explosion des Klassenkampfes. Der organisierte Reformismus in Form der DGB-Gewerkschaften und der SPD stützen das System, indem sie den Klassenkampf blockieren und die Kürzungspolitik und Deindustrialisierung mittragen. Das führt zur Krise der bürgerlichen Demokratie, zur politischen Polarisierung, dem Aufstieg der rechten AfD sowie zum erneuten Höhenflug der Linkspartei. Was ist die Perspektive für die Revolution in Deutschland und vor welchen Aufgaben stehen die Kommunisten?
Gegen Sexismus und Unterdrückung! Die proletarische Frauenbewegung
Die proletarische Frauenbewegung war nie bloß ein Nebenstrang der Geschichte, sondern ein wesentlicher Bestandteil revolutionärer Klassenauseinandersetzungen. Im Gegensatz zur bürgerlichen Frauenbewegung, die sich auf politische Gleichstellung innerhalb des kapitalistischen Systems konzentrierte, entwickelte die proletarische Frauenbewegung eine grundlegend systemkritische Perspektive: echte Frauenbefreiung ist ohne die Überwindung der Kapitalistischen Produktionsverhältnisse nicht möglich. Die Unterdrückung von Frauen wurde nicht als isoliertes Problem betrachtet, sondern als eng verwoben mit Klassenverhältnissen, Eigentumsstrukturen und der geschlechtsspezifischen Arbeitsteilung.
Auch heute noch ist die Tradition der proletarischen Frauenbewegung hochaktuell: die Befreiung der Frau kann nicht auf Repräsentation oder Reformen innerhalb des Kapitalismus reduziert werden, sondern es braucht eine kollektive und klassenkämpferische Perspektive.
Italien – vom Heißen Herbst bis zum Ende der 70er: revolutionäre Partei gesucht!
1969: Die italienische Arbeiterklasse betritt wieder die Bühne der Geschichte. Italien ist nicht mehr das arme Land, das die Partisanen befreit haben. Aber von den Früchten der Ausbeutung profitieren nur eine Handvoll Wohlhabender. Es ist an der Zeit, die Welt auf den Kopf zu stellen! Aber die Italienische Kommunistische Partei (PCI) ist weit davon entfernt, sich als Führung zur Übernahme der Macht zur Verfügung zu stellen. Die Arbeiter begegnen den Studenten, die sich revolutionär nennen. Gemeinsam gründen sie Hunderte von revolutionären Gruppen, von denen die bekanntesten mehr als 20.000 Mitglieder zählten. Sie waren sich sicher, die Revolution zu schaffen und die PCI zu überrollen. Was für eine schmerzhafte Fehleinschätzung! Trotzdem konnten die Bürgerlichen erst nach mehr als zehn Jahren die Kontrolle über die Gesellschaft wiederherstellen.
Die kubanische Revolution von 1959 ist bis heute ein Leuchtfeuer des antiimperialistischen Kampfes. Sie bestätigt die Theorie der permanenten Revolution: Im Zeitalter des Imperialismus ist Befreiung nur durch den Bruch mit dem Kapitalismus möglich. Wir werden zeigen, warum die Verteidigung Kubas untrennbar mit der Weltrevolution verbunden ist.
Der Mythos vom Roten Wien
„Wenn wir einst nicht mehr sind, werden diese Steine für uns sprechen“ – das waren die Worte von Bürgermeister Karl Seitz bei der Eröffnung des Karl-Marx-Hofes. Das „Rote Wien“ gilt bis heute als Modell einer gelungenen sozialdemokratischen Bildungs-, Fürsorge- und vor allem Wohnpolitik. Gerne wird vergessen, dass am Beginn dieses Reformprojekts eine Revolution stand und dass es keine „sozialistische Insel“ inmitten des kapitalistischen Ozeans geben kann. Am Beispiel des „Roten Wien“ diskutieren wir, wie der Weg zum Sozialismus aussieht.
Deutschland 1930er: Demokratie, Faschismus und Revolution
„Der Niedergang des Kapitalismus verspricht, noch stürmischer, dramatischer und blutiger zu werden als sein Aufstieg. Der deutsche Kapitalismus wird darin jedenfalls keine Ausnahme bilden. Wenn sich seine Agonie gar zu sehr hinzieht, so liegt – man muss die Wahrheit sagen – die Schuld daran bei den Parteien des Proletariats.“
– Leo Trotzki aus „Der einzige Weg“
„Worte, gleich flammenden Sternen, die aus der Höhe herabschießen und die Paläste verbrennen und die Hütten erleuchten… Worte gleich blanken Wurfspeeren, die bis in den siebenten Himmel hinaufschwirren und die frommen Heuchler treffen, die sich dort eingeschlichen ins Allerheiligste. Ich bin ganz Freude und Gesang, ganz Schwert und Flamme.“ Heinrich Heine, bei der Nachricht der Junirevolution 1830.Gesellschaftliche Fäulnis, politische Repression und das Wetterleuchten einer kommenden Revolution. Das waren die Widersprüche jener Zeit, die die Dichter des Vormärz in ihrer Poesie Wirklichkeit werden ließen. Es war auch die Zeit, in der Marx und Engels den wissenschaftlichen Sozialismus entwickelten, die revolutionäre Presse aufblühte und die deutsche Arbeiterklasse im Weberaufstand die Bühne der Geschichte betrat.
Viele Linke sehen in der USA einen homogenen Block der Reaktion und die amerikanische Arbeiterklasse als rückständige Rassisten, die enthusiastisch die Ausplünderung und Kriege der USA auf der ganzen Welt unterstützen. Klassenkampf gebe es nicht im „Belly of the Beast“. Die Wahrheit ist aber, dass die amerikanische Arbeiterklasse auf eine heroische Geschichte von Klassenkämpfen zurückblickt, von den frühen industriellen Kämpfen der Minenarbeiter über die Industrie-Streiks der 30er Jahre bis zu den Anti-Vietnam und Bürgerrechtsbewegungen der Nachkriegszeit. Doch bis heute hat die amerikanische Arbeiterklasse nie erfolgreich eine eigene Massenpartei hervorgebracht. Diese widersprüchliche Geschichte der amerikanischen Arbeiterbewegung birgt unzählige Lehren für Kommunisten und für die Perspektiven der kommenden amerikanischen Revolution.
Cromwell, the English Revolution and the Role of the Individual in History
England is generally portrayed as the home of gradualism and compromise. In fact, England went through one of the first great bourgeois revolutions in history, the English Revolution of the 17th Century, in which a revolutionary war was waged against the King, who lost his head, and for a short period England was a republic. Pivotal to this was the figure of Oliver Cromwell, who played the role both of the stalwart leader of the revolution, and the defender of private property who stopped it from going too far. For Marxists, this stormy period is rich with lessons.
Das Seminar ist gänzlich selbstorganisiert und durch Spenden und Teilnahmebeiträge selbstfinanziert. Um allen die Mitreise zu ermöglichen, sind die Preise sozial gestaffelt und es gibt die günstige Zeltoption. Im Preis sind das Programm, die Übernachtung sowie Frühstück, Mittag- und Abendessen für SA und SO, sowie Frühstück am MO (Abreisetag) inkludiert.
Zelt (selbst mitgebracht)
Zimmer (Mehrbett)
Schüler/Schülerin bis 20 J.
30 €
55 €
Studi / Lehrling / Arbeitslos
45 €
80 €
Berufstätig
60 €
120 €
Solidaritätspreis
ab 150 €
ab 150 €
Anreise:
Wir organisieren normalerweise eine gemeinsame Anreise aus Wien/NÖ, Linz, Steiermark, Kärnten, Tirol und Vorarlberg. Melde dich bei uns, wenn du mitfahren willst! Weitere Infos werden auf dieser Seite laufend aktualisiert.
Individuelle Anreise:
Adresse: MühlFUNViertel, Vorderanger 16, 4163 Klaffer am Hochficht (OÖ)
Öffentlich: am besten von Linz aus mit dem Bus bis Station „Klaffer am Hochficht Spitzwirt“
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