Rückblick: Kommunistische Frühjahrsoffensive


An jeder Schule und in jeder Fakultät gibt es eine Handvoll Kommunisten und die, die es werden wollen. Doch allein ist man machtlos in dieser chaotischen Welt – darum bauen wir die Revolutionäre Kommunistische Partei auf. Hierzu ein Überblick über unsere politische Arbeit im vergangenen Semester.
Zum Semesterstart bestellten wir 30.000 Flugblätter und 35.000 Sticker mit dem Titel „Gegen Imperialismus – Organisier dich!“. Wir wollten überall sichtbar machen: Es gibt eine Partei, die für den gemeinsamen Kampf der Arbeiterklasse und Jugend auf der ganzen Welt steht – gegen die imperialistischen Kriege und den Nationalismus der Herrschenden.
Wer die Welt verändern will, muss sie verstehen. Wir organisierten 14 Veranstaltungen, um aktuelle Ereignisse einzuordnen und theoretische Grundlagen zu diskutieren, etwa zu „Was ist Imperialismus & wie kämpfen wir dagegen?“, „Mit Kommunismus gegen Rassismus und ICE-Terror“ oder „Revolution gegen die Epstein-Klasse“.
Ein Highlight war unsere Podiumsdiskussion mit über 100 Teilnehmern zu „ESC und die Unterdrückung der Palästinenser“. Der Völkermord geht weiter – was können wir tun? Das ist die brennende Frage. Vereinzelte Publikumswortmeldungen riefen zur Blockade einer Waffenfabrik auf. Doch wenn wir die Kriegsmaschinerie stoppen wollen, brauchen wir die Arbeiterklasse – diese müssen wir erreichen, nicht versuchen, sie zu ersetzen.
Zentrales Hindernis ist die Blockadehaltung der Führung der Arbeiterorganisationen. In Italien konnten die Massendemonstrationen die Gewerkschaft zum Ausruf des Generalstreiks für Palästina zwingen. In Österreich traute sich die KPÖ nicht einmal, die Demonstration gegen Israels ESC-Teilnahme zu bewerben.
Im Mai versammelten sich 400 Studierende und forderten die ÖH auf, die Zusammenarbeit der Universität Wien mit Israel zu bekämpfen. Kurz davor folgten österreichweit 40.000 Menschen dem Demoaufruf der Uni-Rektorate gegen die angedrohten 2,5 Mrd. €-Kürzungen – die dies sofort als Bühne für ihre asozialen Forderungen nach Elite-Unis und Studiengebühren missbrauchten. Während der VSStÖ, die stärkste ÖH-Fraktion, die Anträge der Vollversammlung ignorierte, streute er den Rektoraten Rosen.
Sowohl bei der Vollversammlung als auch der Demonstration beteiligten sich die Studierenden der RKP und machten folgende Gedanken stark: Alle diese Kämpfe hängen zusammen. Kein Vertrauen in Regierung, Rektorate und ÖH-Stellvertreterlogik. Die Studierenden und das Uni-Personal müssen zusammenkommen, um eine gemeinsame Meinung zu Sparpolitik, Arbeits- und Studienbedingungen und dem politischen Klima zu bilden. So kann man den Kampf in die eigene Hand nehmen.
Dazu organisierten wir auch ein öffentliches Treffen mit 27 Studierenden, bei dem wir die Idee eines Bildungsstreiks vorstellten und für die Einberufung von Fakultätsversammlungen im Herbst argumentierten. Dann gehen die Budgetverhandlungen in die nächste Runde. Die letzten Semesterwochen nutzten wir, um damit auf die Studienvertretungen zuzugehen.
Angriffe und Ereignisse prasseln auf uns herein, die Herrschenden agieren nach dem Prinzip „teile und herrsche“ und die Führung der Arbeiterbewegung blockiert. Die Rechten geben daher selbstbewusst Scheinantworten, die Linken fühlen sich sprachlos und vereinzelt und die Mehrheit ist verunsichert.
Deutlich wird das beim Kopftuchverbot für Muslimas an Schulen, welches im September in Kraft treten wird. Es ist eine rassistische Sündenbock-Kampagne, die von den Zuständen der unterfinanzierten Schulen ablenken soll, genauso wie eine Aushöhlung demokratischer Grundrechte. Rund um Schule-Brennt macht sich die RKP mit anderen Organisationen für einen Schulstreik im Herbst stark.
Umso wichtiger ist eine klare Position, die die Interessen der Arbeiter und Jugendlichen zuspitzt: Alle Unterdrückten und Ausgebeuteten – gemeinsam gegen die Milliardäre und ihre Politiker. Nein zur ständigen Spaltung – ein Angriff auf eine ist ein Angriff auf alle.
Diese Position haben wir überall stark gemacht, insbesondere auf den Prides, die in den letzten Jahren in immer mehr Kleinstädten auf dem Land stattfinden, wo unter den Teilnehmenden eine besonders kämpferische Stimmung herrscht. Dabei waren wir dieses Jahr bei so vielen kleinen Prides vertreten wie nie zuvor, etwa in Eisenstadt oder Wiener Neustadt.
Wir standen über 100 x vor 35 Schulen und über 60 x vor 9 Universitäten und FHs. Dort verkauften wir 130 bzw. 533 Exemplare unserer Zeitung – diese Tradition wollen wir weiter stärken, denn die Arbeiterklasse braucht ein eigenes Sprachorgan!
Seit Februar schlossen sich uns 22 Schüler und 29 Studierende an. Die meisten lernten uns bei Demonstrationen kennen – was gerade für viele der erste Ansatz ist, um sich zu organisieren.
Als Revolutionär wird man nicht geboren. Das Wichtigste und Einfachste sind die Treffen unserer 26 RKP-Ortsgruppen. Hier machen wir uns gemeinsam stark!
Wir wollen die kommunistische Kraft im Klassenzimmer und Hörsaal werden.
Im Juni gab es in Wien Schüler-Treffen – einen Filmabend zur Pride und eine Diskussion zu Rassismus und zum Kopftuchverbot. Ein Genosse organisiert an seiner Schule einen Discord-Kanal mit wöchentlichen politischen Diskussionen und plant Aktivitäten. Wir wollen noch mehr dieser roten Schülergruppen.
Der Klassenkampf von oben hat längst begonnen. Aber ob Uni-Einsparungen, Kopftuchverbot oder etwas anderes – es wird der Tropfen kommen, der das Fass zum Überlaufen bringt. Bereite dich mit uns darauf vor!
(Funke Nr. 245/08.07.2026)