Pride Wiener Neustadt: NEOS vs. Queere Befreiung


Die NEOS haben die Wiener Neustadt Pride verlassen und danach auf Social Media einen Angriff gegen die Linke gestartet, Mein Bezirk schloss sich dem an. Hier zeigt sich ihre Heuchelei. In ihrem Statement zielen die NEOS darauf ab die Pride Bewegung in Wiener Neustadt zu schwächen und unter Druck zu setzen. Das ist nicht bloß ein Angriff auf die Organisationen die sie ausmachen – es ist ein Angriff auf die queere Community.
Uns wird vorgeworfen, queere Befreiung auf Kosten anderer, „irrelevanter“ Themen vernachlässigt zu haben. Es ist richtig, dass wir über den Genozid in Palästina gesprochen haben. Wer unsere Reden gehört hat weiß aber, dass wir den Völkermord nicht wahllos aufgegriffen haben, sondern dass er mit dem Kampf gegen LGBT-Unterdrückung verknüpft ist. Die Komplizen der israelischen Kriegsmaschinerie versuchen seit Jahren, die queere Community für ihre Zwecke zu instrumentalisieren. Sie waschen sich von ihrer Schuld rein, indem sie behaupten Israel sei der einzig sichere Ort für queere Personen im Nahen Osten, und man müsse den Staat allein deshalb unterstützen. Das gleiche Argument benutzen die Herrschenden Europas um Flüchtlinge im Mittelmeer zu ertränken. Diese verlogene, rassistische Politik, an der die NEOS beteiligt sind, müssen wir benennen.
Komischer ist, dass NEOS sich beschweren, dass die „lokalen Anliegen“ der queeren Community in Wiener Neustadt nicht angesprochen wurden. Was sind denn diese lokalen Anliegen? Der Kampf um Befreiung kann sich offensichtlich nicht auf eine Stadt beschränken, er ist global. Wenn es überhaupt lokale Anliegen der queeren Neustädter gibt, dann sind es der Bau der Ostumfahrung auf Kosten der Gemeindewohnungen. Letztere sind wichtige Zufluchtsorte für Frauen und Queers in prekären Haushalten. Auch hier wäre es NEOS am liebsten, wenn unser Bündnis diese Themen nicht angesprochen hätte. Verständlich, denn sie haben für den Verkauf der Gemeindewohnungen gestimmt.
Weiters verurteilt man den linken Block, mit dem die RKP gemeinsam mit der KJÖ, KPÖ, SJ und der solidarischen Landwirtschaft an der Pride mit lauter, kämpferischer Stimmung teilnahm. Wir kommen auf die Pride um für Befreiung zu kämpfen, und der Kampf gegen Unterdrückung beginnt mit Kampfansagen. Die Notwendigkeit dessen erkennen alle Redner der Pride an – selbst die Grünen sprachen von errungenen Erfolgen und der Notwendigkeit, weiterhin zu kämpfen. Trotzdem versuchen die Bürgerlichen seit Jahren die Pride – den Kampftag der queeren Community – zu depolitisieren. Während die Regierung Geburtenraten als ideologischen Vorwand für Angriffe auf Frauen und Queers vorbereitet (Abtreibungsrechte, Hormontherapie, homosexuelle Beziehungen überhaupt) sollen wir uns ruhig verhalten. Die LGBT- Community soll sich nicht nur von der Regierung nutzen, sondern auch unterdrücken lassen. Als Linke lassen wir das nicht zu.
In Wahrheit ist das „Statement“ der NEOS aber keine Kritik an die Linke, sondern eine Warnung an QWN – die Organisatoren der Pride. „Sollte sich die Pride in diese Richtung weiterentwickeln, wird eine Unterstützung durch die Stadt dauerhaft ausbleiben. (-NEOS)“ Kurz vorab: Die Stadt hat keinen Cent für die Pride beigesteuert. Eine erfolgreiche Demo war nie ein Anliegen für sie, sondern immer nur ein Werbemittel. Jetzt, wo ihr politisches Monopol in Gefahr ist, drohen sie (ohne irgendwas in der Hand zu haben) die Pride einzuschränken.
Wir stehen bedingungslos hinter der queeren Community im Kampf gegen ihre Unterdrücker. Die Bürgerlichen hingegen wollen sich vor die queere Community stellen, und sie nach ihrem Bild formen. Die NEOS haben die Pride angesichts des geänderten Kräfteverhältnisses frühzeitig verlassen. Das ist gut. Die Pride braucht sie nicht.
Daher: