Revolutionäre Finanzen: Kubanische Revolution


Die Kubanische Revolution unter Führung von Fidel Castro und Che Guevara und der massenhaften Beteiligung der Arbeiterklasse und der Bauernschaft befreite 1959 den Inselstaat aus Armut, Elend und jahrhundertelanger Fremdherrschaft. Der US-Imperialismus, der den größten Teil der gesamten Wirtschaft und Infrastruktur der Insel (Tabak- & Zuckerindustrie, Telekommunikation, Raffinerien) kontrollierte und selbst die moderatesten Reformen der neuen Regierung sabotierte, wurde schließlich enteignet und eine Planwirtschaft eingeführt. Von Franz Frühwirth
Die Erfolge der Revolution sind klar: eine höhere Alphabetisierungsrate als die USA, gratis und hochwertige Gesundheitsversorgung, Ausbau der Sozialsysteme und ein Leben in Würde – und das trotz der über 60-jährigen Blockade der USA. Im Vergleich zu den benachbarten Karibikinseln wie Jamaika oder Haiti liegt die Lebenserwartung 6 bzw. 16 Jahre höher (Stand 2015). Das sind die Errungenschaften einer, wenn auch isolierten, Planwirtschaft gegenüber kapitalistischer Fremdherrschaft.
Dies wäre alles nicht möglich gewesen ohne den tatkräftigen Einsatz der Arbeiterklasse und der armen Bevölkerung in der gesamten Region, die sozialen Träger der Revolution. Von der Granma, dem berühmten Motorboot der Guerilla bis zu den Arbeiterzellen in den Städten Kubas, die eine entscheidende Rolle in der Organisierung von Streiks spielten, musste alles finanziert werden. Diese wurden unter anderem durch eine Spendentour von Castro ermöglicht – er tourte durch Miami & Tampa (die „Hotspots“ der kubanischen Migranten in den USA), als auch New York, Mexiko und innerhalb Kubas. Am Anfang der Revolution gab es auch viele Unterstützer der reicheren Schichten Kubas, da diese auch unzufrieden mit dem Batista-Regime waren. Diese Unterstützung brach aber nach der Revolution schnell weg. Castros Meinung war klar:
„Hört zu, ich will keine Millionen von Politikern, von irgendwelchen Reichen oder Millionären, deren Geld mit Schmutz behaftet ist. Mir sind ein paar Cent von den ärmsten Zeitungsverkäufern, Gemüsehändlern oder Obstverkäufern in Santiago lieber, denn das schweißt sie selbst zusammen.“
Die Tradition der Finanzierung der kubanischen Bewegung aus den Migranten in Florida (vor allem den Tabakarbeitern und Exilkubanern) ist eine lange, sie geht zurück bis José Martí, einem kubanischen Revolutionär des 19. Jahrhunderts.
Auch von Che Guevara, einem geborenen Anti-Bürokrat, der buchstäblich sein ganzes Leben dem revolutionären Kampf widmete, ist in dieser Hinsicht viel zu lernen. Nach seinem Besuch in der Sowjetunion unter Chruschtschow war er angewidert vom Karrierismus und den Privilegien der Bürokratie. Er wollte verstehen, was aus der Russischen Revolution geworden war und las mehrere Bücher von Trotzki.
Ebenso lehnte er die stalinistische Theorie der „friedlichen Koexistenz“ ab und stellte ihr die Notwendigkeit der Ausweitung der Revolution gegenüber, die er als seine eigenste Angelegenheit verstand (in Angola, dem Kongo und Bolivien, wo er letztendlich vom Regime ermordet wurde, versuchte er die Revolution, wenn auch mittels Guerillakrieges, auf die ganze Welt auszubreiten).
Dieser internationalistische Standpunkt ist heute, wenn die Kubanische Revolution von allen Seiten unter Angriff steht, aktueller denn je. Daher wollen wir mit einem Ausschnitt aus Ches letzter öffentlichen Rede enden, die er 1965 in Algerien hielt:
„In diesem Kampf auf Leben und Tod gibt es keine Grenzen. Uns kann nicht gleichgültig sein, was irgendwo auf der Welt geschieht, denn der Sieg eines jeden Landes über den Imperialismus ist unser Sieg, so wie die Niederlage eines jeden Landes eine Niederlage für uns alle ist. Die Praxis des proletarischen Internationalismus ist nicht nur eine Pflicht für die Völker, die für eine bessere Zukunft kämpfen; sie ist auch eine unumgängliche Notwendigkeit.“
(Funke Nr. 247/01.10.2026)