RKP-Rede am Song Protest gegen Völkermord


Der Kampf für ein freies Palästina ist eng verbunden mit dem Kampf gegen unsere eigenen Herrschenden. Und die internationale Arbeiterklasse ist die einzige Kraft, die diesen Kampf führen und gewinnen kann. Das betonte auch die RKP-Genossin Yola bei ihrer Rede am Song Protest.
„Ich bin Yola von der RKP und ich möchte euch die Banda Popolare dell’Emilia Rossa vorstellen. Die Genossen und Musiker aus Modena, Italien, spielen als Zeichen der Solidarität mit Palästina und des Widerstands. Viele Lieder der Banda Popolare handeln von Widerstand, vom Kampf der Partisanen, der Resistenza.
Aber sie sind nicht nur Musiker, sie sind auch Arbeiter, und zwar in den großen Fabriken Modenas, bei Ferrari und Maserati. Sie sind Gewerkschaftsmitglieder und Aktivisten bei der Metallarbeitergewerkschaft FIOM. Und sie haben mitgeholfen, den mächtigen Generalstreik in Solidarität mit Palästina zu organisieren – am 3. Oktober letztes Jahr. Sie sind mit ihren Kollegen marschiert, als über 2 Millionen Menschen in 100 Städten Italiens auf die Straße geströmt sind und unter dem Slogan “Blocchiamo tutto” – „Blockieren wir alles“.
Das war ein historisches Ereignis – ein Generalstreik, nicht für höhere Löhne, nicht für bessere Arbeitszeit – sondern in internationaler Solidarität mit dem palästinensischen Volk! Ich möchte Paolo, den Sänger, zitieren. Er hat gesagt:
“Der effektivste Weg für uns Arbeiter in Europa, um den zionistischen Völkermord zu stoppen, ist, unsere westlichen Komplizen-Regierungen rauszuschmeißen – und zwar mit Klassenkampf!”
Als letzten Herbst eine Waffenlieferung an Israel ungehindert durch Österreich geführt wurde – wo wurde sie gestoppt? Am Hafen von Ravenna, von italienischen Hafenarbeitern Kein Rad dreht sich, kein Licht brennt ohne die Erlaubnis der Arbeiterklasse, wenn sie zusammen kämpft und sich nicht spalten lässt. In dieser internationalen Solidarität liegt unsere Kraft!
Und dass wir hier gemeinsam protestieren gegen den ESC, aber spezifisch auch hier bei diesem Konzert, auch das ist ein Baustein, der uns Selbstbewusstsein gibt und Menschlichkeit. Musik kann nicht nur Kriegstreiberei und Völkermord rechtfertigen, wie beim ESC, sondern sie kann auch revolutionär sein. Jede Revolution und revolutionäre Bewegung der Geschichte hat unglaubliches Potenzial freigesetzt, das in uns allen steckt. Ob die Kommune in Paris, die Sowjets in Russland, die Volkskomitees der ersten Intifada oder die Verteidigungskomitees gegen Donald Trumps ICE-Agenten in Minneapolis vor wenigen Monaten. Dieses Potenzial wird normalerweise zerdrückt durch den tagtäglichen Kampf ums Überleben im Kapitalismus.
Aber in einer massenhaften Bewegung werden nicht nur Verteilung, Verkehr, Produktion, sondern auch Musik, Poesie und Theater gemeinsam kontrolliert und geschaffen. Das zeigt, was für ein schöpferischer, kreativer Akt die Revolution ist.
Und Revolution, die Befreiung Palästinas, die Überwindung dieses barbarischen Systems, das alles ist eine Frage unserer Generation. Denn Millionen von Arbeitern und Jugendlichen auf der Welt sehen, wie der Völkermord an den Palästinensern zusammenhängt mit Ausbeutung, mit Rassismus, mit Sparpolitik und Unterdrückung – in Italien, in Österreich, überall. Eine ganze Generation wurde politisiert mit Palästina, weil die Unterdrückung der Palästinenser für alles steht, was auf dieser Welt schiefläuft.
In Deutschland streiken Schüler gegen die Wehrpflicht, gegen den Imperialismus und gegen Krieg. Und ich bin mir sicher, dass solche Bewegungen auch nach Österreich kommen werden – zum Beispiel mit einem Schulstreik gegen das Kopftuchverbot im Herbst. Giuseppe, der Drummer der Band, hat es ganz richtig gesagt, auf einer Rede beim Generalstreik:
“Das sind alles soziale Krisen des Kapitalismus. Die meisten Bosse machen mehr und mehr Profite und das System führt zu Kriegslogik, zu Israels Kriegslogik!”
Dieses System gehört beseitigt! Nieder mit Völkermord, mit Imperialismus und mit Kapitalismus! Hoch die internationale Solidarität! Freiheit für Palästina!“
(Funke Nr. 244/03.06.2026)