Freiheit für Ehsan Ali und das AAC


Am 10. März wurde Ehsan Ali, führendes Mitglied der RKP in Pakistan und Vorsitzender des Awami-Aktionskomitees (AAC) in Gilgit-Baltistan, bei einer Polizei-Razzia verhaftet. Weitere Genossen des AAC wurden ebenfalls festgenommen. Schon seit Jahren sind das AAC und die soziale Bewegung in Gilgit-Baltistan von harter Repression betroffen. Ehsan Ali, dessen Gesundheitszustand kritisch ist, soll nun laut Aussage der Polizeichefin im Gefängnis sterben. Von Mio Purgathofer
Gilgit-Baltistan ist eine von Pakistan verwaltete Region, die bewusst von Importen abhängig gemacht wurde. Obwohl sie ressourcenreich ist, ist es eine arme Region, in der die Menschen ständig ums Überleben kämpfen müssen. Unter der Führung des AAC wurden seit 2014 Massendemonstrationen und Generalstreiks gegen die Ausplünderung der Ressourcen, gegen die Streichung von lebenswichtigen Subventionen und für den Zugang zu Gesundheitsversorgung und Bildung geführt und gewonnen.
In der gesamten Region brodelt es. Letzten September gab es eine revolutionäre Situation im angrenzenden Asad-Kaschmir, wo hunderttausende Menschen mobilisiert wurden. Sie startete mit einem mächtigen Streik, der schließlich die Durchsetzung einer Strompreissenkung und die Beibehaltung von Weizensubventionen erreichte. Diese Bewegung reihte sich in eine ganze Welle von Gen-Z-Revolutionen in unterdrückten Ländern ein. Der entscheidende Faktor ist die Organisierung. Die Führung des AAC und der RKP spielte hier eine essenzielle Rolle für den Teilsieg, der erreicht wurde. So organisierten sie die Massen in Komitees, die bis in die kleinsten Dörfer das tägliche Leben demokratisch kontrollierten. Das Programm der Kommunisten war die Machtübernahme dieser Komitees, die die Ressourcen selbst zugunsten der Massen verwalten sollten, sowie ein Programm für das Ende der nationalen Unterdrückung und Spaltung.
Heute ist die Situation noch weiter zugespitzt. Im März gab es wieder Proteste in Gilgit-Baltistan, bei denen 14 Menschen getötet wurden. Auslöser war der Irankrieg, der eine massive Energiepreiserhöhung mit sich brachte und das Mitgefühl der Bevölkerung für die Menschen im Iran und in Palästina verstärkte. Die nächste Gen-Z-Revolution kocht bereits unter der Oberfläche.
Die pakistanische Regierung will das AAC zerstören, weil es die größte Bedrohung für ihre Macht und Profitinteressen in der Region darstellt. Genau aus diesem Grund wollen sie Ehsan Ali im Gefängnis sterben lassen, um der Bewegung den Kopf abzuhacken. Die stellvertretende Polizeichefin wurde über die gerichtliche Anordnung, Ehsan Ali ins Krankenhaus zu überliefern, informiert und antwortete schlicht: „Lassen Sie es sein, es gibt Anweisungen von oben (gemeint ist der Militärgeheimdienst) … Lassen Sie ihn sterben.“ Führende Mitglieder des AAC waren schon letztes Jahr verhaftet worden und wurden für mehrere Monate im Gefängnis gefoltert.
Doch wir lassen uns nicht unterkriegen: 2025 haben wir mit einer breiten internationalen Kampagne die Freilassung von Ehsan Ali und den weiteren Genossen erkämpft. Ein Angriff auf einen ist ein Angriff auf alle! Mit der mächtigen Waffe der internationalen Solidarität der Arbeiterklasse werden wir unsere Genossen wieder befreien. Daher haben wir zwei Proteste vor der Botschaft in Wien und eine Kundgebung in Bregenz organisiert. Zusätzlich fluten wir die Botschaft mit E-Mails und Briefen. Hier findet ihr eine Vorlage dazu, wir rufen alle dazu auf, sich an der Kampagne zu beteiligen.
Freiheit für Ehsan Ali und das AAC! Arbeiter aller Länder, vereinigt euch!
(Funke Nr. 243/24.04.2026)