Linz. Die Frühschicht eines Metallerbetriebes in Linz-Bindermichel trat heute in einen Corona-Streik. Dies berichtet die Nachrichtenseite laumat.at in einem Fotobericht.

 

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Die Streikenden protestierten vor dem Werkstor gegen das „unverantwortliche Verhalten der Firmenleitung“. In ihrem Betrieb seinen keinerlei Sicherheitsvorkehrungen getroffen worden. Nach etwa zwei Stunden nahmen die KollegInnen „unter Protest“ die Arbeit auf. Produktionsleiter und Betriebsrat haben gemeinsam diesen Streikbruch herbeigeführt.

Ob Sicherheitsmaßnahmen im Betrieb ergriffen wurden berichtet laumat.at nicht, verweist aber darauf, dass die Streikversammlung trotz amtlichen Versammlungsverbots stattgefunden hat. Damit wird der zentralste Widerspruch der heutigen Gesundheitspolitik offengelegt: private Versammlungen sind untersagt, Versammlungen am Arbeitsplatz aber dezidiert erlaubt. Konkret: in den Hallen dürfen sich die KollegInnen anstecken, wenn der Chef das anordnet, die Streikversammlung zur Durchsetzung der Gesundheitsmaßnahmen hingegen ist illegal.

Bundeskanzler Kurz erläutert:

„Niemand hat ein Recht jetzt zu Hause zu bleiben, sondern es gilt jetzt den Kontakt zu den Arbeitgebern zu suchen, und die Arbeitgeber treffen die Entscheidung, weil die Arbeitgeber auch genau wissen in welchen Bereichen es notwendig ist, dass alle zur Arbeit gehen und wo man Menschen auch einige Wochen in Telearbeit und wo man Menschen Betreuung entlassen kann.“ (Sebastian Kurz, ZIB Sondersendung 13.3.)

Wir sagen hier noch einmal ganz klar: die Profit-Politik gefährdet die Gesundheit der Menschen im Pandemieherd Europa.

Laumat berichtet im zitierten Fotobericht, dass in Ried am Innkreis Belegschaften bereits am Dienstag mit Streik gedroht haben und so die Einstellung der Produktion erzwungen haben.

Die Arbeiterklasse hält diese Gesellschaft am Laufen, ohne ihre Erlaubnis rollt kein Rad, glüht keine Glühbirne. Die Firmenbosse, die Manager, die Hoteliers handeln nicht im Interesse der Allgemeinheit, sondern im egoistischen Profitinteresse. Daher gilt es jetzt vernünftig zu sein, und im Gleichklang mit unseren Klassengeschwistern in ganz Europa die exponentielle Ausbreitung des Virus' zu stoppen.

Nur gesellschaftlich essentielle Produktion darf stattfinden. Die Produktion muss – wo es möglich ist – auf benötigte Produkte umgestellt werden, wie wir bereits hier ausführlich argumentierten:

  • „Wir appellieren an alle WissenschaftlerInnen und TechnikerInnen, die Rezepturen, Herstellungsanleitungen und die technischen Spezifikationen von sanitär und medizinisch notwendigem Material öffentlich im Internet zu verbreiten. Dies gilt insbesondere für die nun entwickelten Schnelltests zum Nachweis des Corona-Virus' (SARS-CoV-2), alle Medikamente, die zur Behandlung der Krankheit eingesetzt werden, alles medizinisch-technische Gerät, das zur lebenserhaltenden Intensivbehandlung benötigt wird, Krankenbetten sowie alles Schutzmaterial (Desinfektionsmittel, Schutzmasken, Schutzbrillen...) für das Gesundheitspersonal.
  • Wir appellieren an die Beschäftigten in Labors, Apotheken, universitären Einrichtungen und in allen Produktionsbetrieben, wo dies technisch möglich ist, die Umstellung der Produktion auf gesellschaftliche notwendige Produkte umzusetzen.“

Und für alle, die momentan unnötige Arbeit an unsichereren Arbeitsplätzen verrichten: Tragen wir Verantwortung, sind wir solidarisch – stellen wir die Produktion und Dienstleistungsbetrieben sofort ein.

Trag Verantwortung – Verbreite das Streikvirus!


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