Energie-KV: Abschluss von 2,8%


Diese Woche hat die Energiewirtschaft mit 2,8% abgeschlossen, damit weit unter der Inflation von 2025 (3,6%). Zusätzlich gibt es eine Einmalzahlung von 400€ brutto. Die Gewerkschaft zeigt sich in ihrer Aussendung erfreut, dass man trotz „schwächelnder Konjunktur sowie steigender Kosten für die Umsetzung der Energiewende“ diesen Abschluss geschafft hat. Dabei ist der Energiesektor eine Branche, die in den letzten Jahren immer wieder massive Gewinne verzeichnet hat. Nur die Angestellten sehen davon nicht viel. Von Helene Steiner
Zu Beginn der Verhandlungen zeigte sich die Gewerkschaft motiviert, uns verstärkt zu informieren. Ausdruck dessen war aber nur eine Homepage, wo ein paar Informationen gesammelt wurden. Trotzdem wussten wir bis zuletzt nicht, was die tatsächlichen Forderungen für uns sind. Es gab keine Möglichkeit, sich irgendwie zu beteiligen. Die Verhandlungen wurden auch nicht genutzt, um uns zu organisieren. Nicht einmal eine Betriebsversammlung wurde abgehalten. Es wurde also nicht mal theoretisch versucht, die Stärke der Belegschaft einzusetzen. Der ganze Prozess fühlte sich extrem passivierend an.
Nach Abschluss sind einige Kollegen in meinem Umfeld sauer, dass so deutlich unter der Inflation abgeschlossen wurde. Bisher ist die Stimmung ein „was soll man schon tun“, weil es uns ja trotzdem besser geht als den Beschäftigten vieler anderen Branchen. Aber das kann nicht ewig halten, immerhin gibt es eine ganze Schicht junger Beschäftigter in der Branche, die nicht mehr nach den „guten alten Verträgen“ bezahlt wird. Deshalb wird es immer dringender, dass wir uns selbst organisieren, statt Gewerkschaft und Betriebsrat völlig getrennt von uns arbeiten zu lassen.
(Funke Nr. 241/19.02.2026)