Krankenhaus: Suppenportion Halbiert


Die Vorarlberger Landesregierung (ÖVP-FPÖ) führt ihren Sparkurs im Gesundheits- und Sozialbereich fort und setzt dabei weiterhin auf Salamitaktik mit mal kleineren, mal drastischen Einschnitten (wir berichteten über die harten Sozialkürzungen und die geplante Schließung der Dornbirner Geburtenstation). Von Jodok Schwarzmann, Hauskrankenpfleger
Nun setzt sie mit völlig surrealen Maßnahmen den Sparstift bei den Vorarlberger Landeskrankenhäusern an: Für die Patienten werden Kaffee, Milch und Nachtisch rationiert und die Suppenbrühe halbiert! Den Beschäftigten streicht man in den (beitragsfinanzierten!) Kantinen Parmesan oder Kernöl, die Angehörigen blechen 50% mehr Parkgebühr. Mit dieser verzweifelten Sparerei pressen die Vorarlberger Bürgerlichen der Arbeiterklasse weitere 12 Mio. € ab. Allerdings bei öffentlicher Verschuldung weit über einer Milliarde – ein Herausfasten aus den Schulden wird es nicht geben.
Durch Berichte von Beschäftigten erfuhren wir von der wütenden Stimmung in den Häusern. Zentralbetriebsrat Thomas Steurer (FSG) setzt aber auf das übliche „Mitreden“ statt auf Klassenkampf: Man spare „an der falschen Stelle“ und wolle „einbezogen“ werden. Man kann dieses kranke System aber weder gesundsparen noch reformieren. Wenn wir Gesundheit und gute Arbeitsbedingungen wollen, müssen wir uns organisieren. Eine Kollegin bringt den Weg vorwärts für die Arbeiterklasse auf den Punkt: „Arschlöchr, söll i oh nur no d Hälfte macha?“
(Funke Nr. 242/24.03.2026)