…wird ein Feuer entfachen!

Die Themeninitiative Arbeit 5.0 und die SJ 16 haben am 16. September 2019 gemeinsam zur Diskussionsveranstaltung „Die Welt in Flammen. Klimakrise – Was tun?“ in den Roten Bogen eingeladen. Zu Gast waren die Klimaforscherin Helga Kromp-Kolb sowie die Vorsitzende der SJ und Nationalratskandidatin Julia Herr.

Kromp-Kolb rüttelte das Auditorium (um die 50 Personen sorgten für einen dicht gefüllten Roten Bogen) gleich zu Beginn mit düsteren Prognosen wach: Das Holozän bot dem Menschen in den letzten 11.700 Jahren auf beträchtlichen Teilen der Erdoberfläche angenehme und wirtliche klimatische Lebensbedingungen. Das kann schon bald vorbei sein, wenn wir nicht innerhalb der nächsten 10 bis 20 Jahre die notwendigen Maßnahmen ergreifen, um den Klimawandel zu stoppen. Das heißt also: Die anthropogenen Co2-Emissionen, die seit der Industriellen Revolution in die Atmosphäre geblasen werden, müssen bis 2050 um 95 Prozent reduziert werden. Die individuelle Änderung des Konsumverhaltens sei zwar wünschenswert, so Kromp-Kolb, aber jedenfalls ungenügend – die Produktionsweise muss raschestmöglich verändert werden.

Anschließend skizzierte Julia Herr das Klimaprogramm der SJ, das als Green New Deal in das aktuelle Wahlprogramm der SPÖ eingegangen ist, wobei sie die Jobgarantie besonders hervorhob: niemand soll wegen dem Klimawandel arbeitslos werden – staatlich finanzierte Jobs und Umschulungsprogramme sollen hier Abhilfe schaffen. Wie das finanziert werden soll, blieb offen. Sie bekräftigte ihre ablehnende Haltung gegenüber Freihandelsabkommen anlässlich des geplanten Mercosur-Abkommens und erntete großen Applaus für ihr klares Nein zu einer möglichen Neuauflage einer Koalition mit der ÖVP, weil eine erfolgreiche Umsetzung notwendiger klimapolitischer Maßnahmen in einer Koalition schlicht unmöglich ist und man sich nicht die Glaubwürdigkeit verspielen will.

Die zahlreichen Wortbeiträge im Anschluss an die Vorträge unterstrichen die allgemein wahrgenommene Dringlichkeit der Situation und die Notwendigkeit der Ergreifung drastischer Maßnahmen: Das kapitalistische, auf Profitmaximierung ausgelegte Wirtschaftssystem muss überwunden werden. Ein anwesender Betriebsrat der Manner-Fabrik bekräftigte: „Der Markt regelt gar nichts außer arm und reich.“ Ein Aktivist der SJ 16 betonte die immanente Krisenhaftigkeit des Kapitalismus und die Notwendigkeit des Sozialismus. Julia Brandstätter von der Themeninitiative Arbeit 5.0 und Funke-Unterstützerin, die den Abend auch moderierte, warf in den Raum, dass die Umstellung der Lebensgewohnheiten nicht hinreichen kann, den Klimawandel aufzuhalten: In Europa ist der Energiesektor für 78 Prozent der Treibhausgas-Emissionen verantwortlich.

Das SJ-Programm zur NRW 2019 hält fest: „Freundliche Anreize sind gescheitert, der Klimaerhitzung einen Riegel vorzuschieben. Jetzt ist die Zeit abgelaufen und wir können es uns nicht mehr leisten, Konzerne mit Samthandschuhen anzufassen!“

Die Frage der Rettung des Planeten stellt sich als Frage der Umwälzung der Produktionsweise. Beim globalen Klimastreik am 27. September werden wir für diese Perspektive auf die Straße gehen.

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