Bildung statt Bomben – Mach deine Uni zur kommunistischen Hochburg!


Die Entscheidung für das Unibudget soll bis 31. Oktober fallen, doch die Angriffe auf die Unis beginnen bereits. Die Österreichische Hochschüler:innenschaft kündigte daher Proteste für Oktober an. Wir RKP-Studierende sagen: Nur der selbstorganisierte Kampf von Studierenden und Personal in Fakultätsversammlungen kann einen Umschwung einleiten! Von Michael Scherr
Während weiter hinter den Kulissen zwischen Regierung und Rektoraten verhandelt wird, beginnen die Unimanager bereits mit den Einsparungen. Die Uni Graz nimmt seit Ende Mai kein Verwaltungspersonal mehr auf. Dadurch sollen rund 100 Stellen wegfallen. Sogar das „Lehrangebot wird überprüft“. Die TU Wien schließt ab Oktober die Hauptbibliothek unter der Woche um 19 statt wie bisher um 22 Uhr, am Wochenende bleibt sie überhaupt zu. Die Uni Wien streicht Erasmus-Restplätzen die Förderung. Bei der Meduni wackeln 200 Arztstellen im AKH Wien.
Für die von der Regierung angekündigte Klausur, wo unter anderem über das Unibudget entschieden wird, gibt es noch immer keinen Termin. „Die Verhandlungen seien hart“, tönt es aus dem Wissenschaftsministerium. Die NEOS haben sich derweil schon ihre Verhandlungspapiere zurechtgelegt – ihre Forderung: Verdopplung der Studiengebühren aller Studierenden auf 720 Euro, generell 2.500 für Studierenden aus Drittstaaten, sowie eine Verdoppelung der erforderlichen ETCS-Punkte für die Mindeststudienleistung.
Die Bundes ÖH plant laut Medienberichten Proteste im Oktober. Wir RKP-Studierende begrüßen diesen Schritt, warnen jedoch vor der Überlegung der ÖH, hier gemeinsame Sache mit den Rektoraten zu machen und dem Protest einen rein symbolischen Charakter zu geben. Wie wir bereits vor der Uni-Großdemo im Mai betonten:
„Die Rektorate stellen sich gegen die Uni-Kürzungen – aber sie stehen dabei nicht auf unserer Seite. Sie nehmen die sozialen und politischen Angriffe der Regierung zum Anlass, ihre Dauerforderung nach Studiengebühren, Knock-Out und Zugangsbeschränkungen voranzubringen“.
Jetzt beginnen die Rektorate mit den Sparangriffen und Uni Wien-Rektor Schütze hält den Plan der NEOS für einen „richtigen Ansatz“. Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde. Was es braucht ist eine harte Kante gegen Studiengebühren und gegen alle Einsparungen! Außerdem muss Studierenden und Uni-Personal ein Einblick in den Stand der Verhandlungen gewährt werden, wenn es wirklich so schlecht um die Unis steht.
Die organisierten Angestellten vom Uni-Mittelbau und eine Gruppe an Studienvertretungen der Uni Wien, die sich gegen die Einsparungen organisieren, zeigen den Weg vorwärts. Die Kollegen vom Uni-Mittelbau kritisierten bei der Mai-Demo die Rektorate direkt: Bei Einsparungen dürften nicht diejenigen hängen gelassen werden, die das Werk wirklich am Laufen halten und unter Kettenverträgen leiden. Mehrere Studienvertretungen der Uni Wien organisierten sich seitdem für einen gemeinsamen Kampf von Studierenden und Uni-Personal. Das sind korrekte Gedanken. Wir RKP-Studierende argumentierten dafür, dass Studierende und Unipersonal in Fakultätsversammlungen gemeinsam den Widerstand organisieren. Inspiration gibt uns der Kampf der Schülerinnen und Schüler, die gerade Schülerkomitees in ganz Österreich für ihren Schulstreik am 9. Oktober aufbauen (bis jetzt in Wien, Linz, Graz, Innsbruck, Vorarlberg).
Wir wollen die Proteste gegen die Einsparungen zum Erfolg machen. In Wahrheit sollte dies nur der Auftakt sein für eine breite Bewegung der Studierenden und Schüler die bereits am 9. Oktober gegen das rassistische Kopftuchverbot auf die Straße gehen – eine Maßnahme, die von Medien und Politik genutzt wird, um zu spalten und von den sozialen Angriffen abzulenken. Wir sagen: Weg mit rassistischer Symbolpolitik und her mit einem qualitätsvollen, ausfinanzierten öffentlichen Bildungssystem!
In Österreich ist eine Betondecke gegen die Arbeiterklasse und Jugend errichtet. Regierung, Sozialpartner und Opposition sind sich im Prinzip einig, dass die Krisen- und Kriegskosten letztendlich zu Lasten der Arbeiterklasse, der Jugend und der Umwelt zu tragen sind. Die Profite steigen derweil ständig! Nur selbstorganisierte Kämpfe können einen Umschwung einleiten!
Diese Tradition der Selbstorganisierung gab es schon mal an den österreichischen Universitäten! In den Unistreiks 1987 und 96 wurde die Bewegung demokratisch von den Massen kontrolliert durch Fakultäts- und Vollversammlungen. Jedoch sind die meisten Studierenden nur einige Jahre an der Uni, weshalb erlernte Kampftraditionen relativ schnell wieder verloren gehen können. Kommunistinnen und Kommunisten eignen sich die Lehren aus diesen vergangenen Klassenkämpfen an, um den zukünftigen sozialen Kämpfen zum Erfolg zu verhelfen.
Deswegen: Hilf uns dabei kommunistische Gruppen an jeder Uni aufzubauen, damit die Herrschenden endlich wieder mal Angst vor den Studierenden haben müssen!
Die Studierenden brauchen eine revolutionäre Alternative zum kapitalistischen Status Quo und dessen philosophischen Sackgassen von Identitätspolitik und Postmodernismus, der in den Universitäten unterrichtet wird. Wir verteidigen den Marxismus gegen die Lügen und Verzerrungen der Bürgerlichen und sogenannten akademischen „Marxisten“. Tagtäglich sind wir mit unseren Studienkolleginnen und -kollegen im Kontakt, um ihre Fragen über den Kommunismus zu beantworten.
Wir RKP-Studierende sind Teil der weltweiten aufständischen und revolutionären Bewegungen – und holen diese auf deine Uni! Unser Motto lautet: Ohne revolutionäre Theorie – keine revolutionäre Bewegung! (Lenin) Wir organisieren Kommunistinnen und Kommunisten an 17 Hochschulen in ganz Österreich und wollen mehr werden. Halte Ausschau nach Veranstaltungen und Lesekreisen, die wir direkt auf deiner Hochschule organisieren und werde Teil unserer Bewegung!
(Funke Nr. 247/01.10.2026)