St. Marx für Immer!


St. Marx bietet seit Jahren eine große Freifläche, die von der Jugend kreativ genutzt wird. Durch Selbstverwaltung und Eigeninitiative entstanden hier unter anderem ein Skatepark, ein Basketballplatz und ein eigener Garten. Von Fabian Cisar
Die Fläche wurde breit genutzt: Konzerte (wie das Palästina- und Kneecap-Solidaritätskonzert letzten Herbst), Flohmärkte, Filmabende, Ausstellungen, Battle-Rap-Events und vieles mehr fanden hier einen perfekten Ort für Kreativität. Die Wiener Skate-, Hip-Hop- und andere Kulturen haben in St. Marx einen Ort für konsumfreies Fresh Sein geschaffen. Wer schon einmal dort war, weiß, wie untrennbar verbunden der Ort mit der Wiener Jugendkultur ist.
Die Stadt Wien sieht das aber anders. Am 9. April wurde, begleitet von der WEGA, begonnen, das Areal niederzureißen und an seiner Stelle eine mindestens 500 Millionen Euro teure Eventhalle hinzustampfen. Vielleicht fühlt sich die bereits existierende Eventhalle in St. Marx nebenan dann nicht mehr so einsam an. Die Stadt Wien zögert nicht, dieses Bauvorhaben zu unterstützen: saftige 215 Mio. Euro werden vom Gemeinderat als Finanzierung beigesteuert. Der Traum von Bürgermeister Ludwig: Hauptsache Wirtschaftsstandort aufbauen, Kultur am liebsten nur, wenn es Wiens Image als Luxus- und Kongress-Tourismus-Ziel fördert. Genozid-Eurovision-Songcontest gerne; die niedere Kultur soll schauen, wo sie bleibt.
Die Regierung gibt vor, sich um die Jugend zu kümmern, in Wirklichkeit kann sie es aber nicht ertragen, dass uns etwas gehört, das die herrschende Klasse nicht kontrollieren kann. Von der Einführung des Kopftuch- und Social-Media-Verbots, bis hin zur Verlängerung von Wehr- bzw. Zivildienst: Die herrschende Klasse hat der Jugend den Krieg erklärt. Sie wird bei dieser Zerstörung nicht aufhören – wir müssen sie bekämpfen!
(Funke Nr. 243/24.04.2026)