Beendet die Ehrung Hermann Gmeiners!


Beinahe ein halbes Jahr nach Veröffentlichung der Missbrauchsfälle durch den SOS-Kinderdorf-Gründer Hermann Gmeiner stehen in seiner Heimatgemeinde Alberschwende alle Ehrungen seiner Person immer noch unbehelligt im öffentlichen Raum – etwa seine Büste oder der “Hermann-Gmeiner-Saal”, beides in unmittelbarer Nähe des Schulgeländes. Von Jodok Schwarzmann, RKP-Mitglied aus Alberschwende
Gemeindevertretung und Bürgermeister haben bisher nicht einen einzigen Schritt zur Entfernung oder wenigstens Relativierung dieser Symbole gesetzt. Nach einer öffentlichen Diskussion im Dezember zum Skandal wurden seitens des Bürgermeisters zwar “zeitnahe Schritte” angekündigt. Die Angelegenheit wurde jedoch einer Aufarbeitungsgruppe von Gemeindevertretern übergeben, passiert ist bisher nichts. In Form von Privat- oder Vereinsinitiativen findet sehr wohl ein Aufarbeitungsprozess in der Gemeinde statt, etwa in Form eines Theaters zum Thema “Missbrauch” oder der Thematisierung von Kinderschutz durch den Familienverband (in bewusster Verknüpfung mit dem Gmeiner-Skandal). All dies erfolgte jedoch ohne Unterstützung der Gemeinde.
Aufgrund dieser Untätigkeit gab es bereits im Dezember eine Beschmierung der Büste und die Kennzeichnung Gmeiners als “Täter”. Der Bürgermeister ließ das Denkmal sofort reinigen. In der Bevölkerung wächst nun der Unmut über diese zynische Verharmlosung der Taten Gmeiners und des Schicksals von Missbrauchsopfern. Viele würden mit einer weiteren Beschmierung des Denkmals sympathisieren, und der Ruf nach Beendigung der Ehrung seitens der Bevölkerung wird lauter. Ein Posting der RKP Vorarlberg mit dem Aufruf zur sofortigen Entfernung aller Denkmäler erhielt eine große Reichweite und viel Zuspruch. Wir waren inzwischen mit einem Infotisch auf dem Alberschwender Dorfplatz: Zahlreiche Bewohner sind empört und fordern wie wir, dass die Ehrung endlich beendet wird.
Während weltweit die Symbole Gmeiners oft über Nacht entfernt wurden, ist der Aufarbeitungsprozess durch die Alberschwender Gemeindevertretung gescheitert. Die monatelange Fortsetzung der Ehrung eines Sexualverbrechers ist ein nicht wiedergutzumachendes Versäumnis gegenüber allen Missbrauchsopfern. Wir fordern daher alle Menschen in Alberschwende, alle Vereine, oppositionelle Gemeindepolitiker und insbesondere die gesamte Vorarlberger Arbeiterbewegung dazu auf, in Solidarität mit allen Missbrauchsopfern aktiv zu werden:
(Funke Nr. 243/24.04.2026)