USA: Another forever war? Nicht mit uns!


Die herrschende Klasse in den USA ist sich uneinig über den Angriff auf den Iran. Aber uneinig darüber, ob man prinzipiell fremde Länder überfallen darf? Natürlich nicht – darüber herrscht zwischen Demokraten und Republikanern große Übereinstimmung. Von Willy Hämmerle
Solange es den Profiten dient sind Militäraktionen aller Art (vom Kidnapping bis zur Invasion) selbstverständlich erlaubt. Wenn nun einige Abgeordnete von einem „illegalen Krieg“ sprechen, dann meinen sie, dass der Kongress gar nicht um seine Meinung gefragt wurde. Die große Uneinigkeit besteht darin, ob es sich überhaupt auszahlt oder das Ganze nicht viel zu riskant ist, und vor allem, dass die Entscheidung darüber nicht alleine beim Kriegspräsidenten Trump und seiner Truppe liegen soll. Wenn darüber gestritten wird, wie die Welt am effizientesten ausgeplündert werden soll, dann will bitte auch jeder ein paar Wörtchen mitzureden haben.
Ein gewichtiger Faktor in den Erwägungen der Mächtigen ist die gesellschaftliche Stimmung im eigenen Land. Die Arbeiterklasse steht weitaus einiger da als ihre Herrscher. Laut Reuters-Umfrage befürworten gerade mal 28% die Luftschläge gegen den Iran. Je länger die Perspektive für den Krieg, desto deutlicher ist die Ablehnung. Die US-Arbeiter wollen sich nicht mehr gaslighten lassen und schon gar nicht in einen neuen Forever War getrieben werden. Auf Social Media trendet ein besserer Vorschlag: #SendBarron – gemeint ist Trumps Sohn. Sollen doch die Kinder der Reichen für die Profite ihrer Klasse in den Krieg ziehen! Vielleicht (wir bezweifeln es aber) stellt er sich auch als verlässlicher heraus, als die Matrosen auf dem Flugzeugträger USS Ford. Dieser verlängerte seinen aktuellen Einsatz um mehrere Monate und fuhr von Maduros Entführung aus Venezuela direkt zum nächsten Raubzug in den Nahen Osten weiter. Die Besatzung zeigt ihre Begeisterung darüber, indem sie seit Tagen den Betrieb stört und die Klos verstopft. Diese Mini-Rebellion und eine ganze Reihe von Protesten in den Städten zeigt die Anti-Kriegs-Stimmung in der US-Gesellschaft an. Zieht sich der Krieg in die Länge und bringt er keine großen Erfolge, wird sich diese Stimmung massenhaft entladen und die Trump-Regierung erschüttern.