Vor 200 Jahren wurde Friedrich Engels geboren. Gemeinsam mit Karl Marx hat er nicht nur den Wissenschaftlichen Sozialismus begründet, sondern war auch ein Mann der revolutionären Praxis. Ein Nachruf von Konstantin Korn.

 

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Wenn Friedrich Engels heute für etwas bekannt ist, dann für seine finanzielle Unterstützung seines Freundes und Genossen Karl Marx. Bei jedem Nachruf auf Marx und Engels betonen bürgerliche Schreiberlinge mit süffisantem Unterton, dass Marx ohne das Geld von Engels, dem Sohn eines Textilfabrikanten, sein Hauptwerk „Das Kapital“ niemals schreiben hätte können. Aber die historische Bedeutung von Friedrich Engels in der Geschichte der revolutionären Arbeiterbewegung geht natürlich weit darüber hinaus.

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Ein großes Verdienst von Marx und Engels war es, eine wissenschaftliche Methode zu entwickeln, um den Gang der menschlichen Geschichte nicht nur als zufällige Abfolge großer Taten „großer Männer“ erklären zu können. Eine solche historisch-materialistische Methode braucht es auch, um das Leben von Friedrich Engels selbst verstehen zu können.

Friedrich ist als ältester Sohn eines Industriellen und wird von klein auf darauf vorbereitet, das Unternehmen seines Vaters zu übernehmen. Seine Bildung ist stark vom Ideal religiöser Frömmigkeit geprägt, und der jugendliche Engels kämpft lange mit sich und seinem Glauben. Es ist die Philosophie von Hegel und dessen Schülern („Junghegelianer“), die er sich autodidaktisch aneignet und die ihm hilft, die Religion Stück für Stück zu überwinden und sich dem Kampf für die Verwirklichung der Freiheit gegen den allmächtigen Staat zu verschreiben. Engels gibt sich aber schon sehr bald nicht mehr zufrieden mit der akademischen Atmosphäre, die die herrschende Ordnung nur auf dem Papier kritisiert.

Früh schon, und zwar früher als Marx, erkennt er die Notwendigkeit der Einheit von Theorie und Praxis, die später zu einem zentralen Element der materialistischen Geschichtsphilosophie werden sollte. In der Philosophie sieht er eine messerscharfe Waffe im politischen Befreiungskampf.

Doch lange Zeit bleibt Engels noch auf dem Standpunkt von Hegels philosophischem Idealismus, die absolute Idee ist ihm Anfang und Prinzip jeder Realität. Dennoch wird ihm angesichts der sozialen Widersprüche im Zuge der industriellen Revolution, die er in seiner Heimat Wuppertal und während seines Englandaufenthalts beobachtet, schon früh bewusst, dass „eine soziale Revolution auf der Grundlage des Gemeineigentums der einzige, gesellschaftliche Zustand ist“, der sich mit den Grundsätzen dieser Philosophie der Dialektik verträgt. Engels bekennt sich also sehr früh zum Kommunismus, früher als sein späterer Genosse Marx.

In Manchester, wo er im Betrieb seines Vaters seine Ausbildung macht, bekommt er wichtige Einblicke in die Lage der arbeitenden Klasse in England, so der Titel seines ersten großen Werks. Engels bekommt dadurch auch das Verständnis dafür, welche soziale Klasse die tragende Kraft dieser sozialen Revolution sein wird – die moderne Arbeiterklasse, das Proletariat. Dieses Buch ist aber nicht nur eine wissenschaftliche Arbeit, sondern von ihm als politische Anklage gegen die englischen Kapitalisten gedacht. Und wenn er die Missstände in England kritisiert, dann schlägt er den Sack, aber er meint auch den Esel, wie er es ausdrückt, sprich: er kritisiert damit auch die herrschende Klasse in seiner Heimat Deutschland.

Der damals 24-jährige Engels studiert nicht nur den britischen Kapitalismus und die sozialen Lebensverhältnisse der ArbeiterInnen, sondern er knüpft auch Kontakte zur neu entstehenden Arbeiterbewegung, allen voran zu den revolutionär gesinnten Führern der Chartisten, der ersten Arbeiterpartei weltweit.

Kompromisslose Kritik

1844 lernt Engels erstmals Karl Marx kennen. Es wird der Beginn einer äußerst fruchtbaren Kooperation, die die Philosophie und in Folge die Wissenschaften revolutionieren wird. Ihre ersten Texte (Die heilige Familie, Die deutsche Ideologie) sind Ergebnis eines politischen Klärungsprozesses, eine Abrechnung mit ihren bisherigen Weggefährten, den Junghegelianern, und begründen ihre materialistische Geschichtsauffassung. Dies wird das theoretische Fundament sein, auf dem sie in den kommenden Jahren ihre politische Praxis entfalten.

Engels jungBild: Der junge Engels.

Seit dem Beginn seiner Kooperation und Freundschaft mit Karl Marx, bis zu seinem Tod 1895 wird Engels in der Gewinnung der besten Teile der internationalen Arbeiterbewegung für die Ideen des Kommunismus seine wichtigste Aufgabe sehen. Marx und Engels suchen gezielt den Kontakt zu den in den 1840ern bereits bestehenden Arbeitervereinen und (utopisch-) sozialistischen und kommunistischen Geheimgesellschaften, kritisieren aber in harten Polemiken kompromisslos die konfusen Anschauungen dieser Gruppen und deren führender Köpfe (z.B. Proudhon, Weitling). Vor allem in Weitlings „Bund der Gerechten“ finden Marx und Engels einen ersten Kern zum Aufbau einer revolutionären Organisation.

Bund der Kommunisten

Ihre grundlegende Idee war dabei, dass die Kommunisten auf der Grundlage einer weitgehenden programmatischen Übereinstimmung eine internationale Organisation schaffen müssen, die sich propagandistisch und organisatorisch auf die kommende Revolution vorbereiten sollte. Über sogenannte „Korrespondenz-Komitees“, einer Organisationsform aus der Französischen Revolution, die in den verschiedenen Ländern existieren und von denen Engels jenes in Paris leitet, sollte diese internationale Organisation aufgebaut werden. Dies entspricht ziemlich genau jener Konzeption, die Lenin zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Russland mit der „Iskra“ verfolgen wird.

marx engels familyBild: Engels mit Marx und seiner Familie.

1847 kommt es dann unter der Beteiligung von Engels in London zur Gründung des „Bundes der Kommunisten“, der auf der Grundlage des Demokratischen Zentralismus seither den Prototyp einer jeden revolutionär-marxistischen Organisation darstellt. Auf diesem Gründungskongress wird der Beschluss gefasst, ein „kommunistisches Glaubensbekenntnis“ zu verfassen. Den ersten Entwurf dazu liefert Engels. Von ihm kommt jedoch dann der Vorschlag an Marx, ein „Manifest der kommunistischen Partei“ zu schreiben. Grundlegende Ideen des Manifests stammen von Engels, so etwa die zentrale Stelle über die Taktik der Kommunisten in Bezug auf alle anderen Arbeiterparteien:

„Die Kommunisten sind also praktisch der entschiedenste, immer weitertreibende Teil der Arbeiterparteien aller Länder; sie haben theoretisch vor der übrigen Masse des Proletariats die Einsicht in die Bedingungen, den Gang und die allgemeinen Resultate der proletarischen Bewegung voraus. Der nächste Zweck der Kommunisten ist derselbe wie der aller übrigen proletarischen Parteien: Bildung des Proletariats zur Klasse, Sturz der Bourgeoisherrschaft, Eroberung der politischen Macht durch das Proletariat. Die theoretischen Sätze der Kommunisten beruhen keineswegs auf Ideen, auf Prinzipien, die von diesem oder jenem Weltverbesserer erfunden oder entdeckt sind.

Sie sind nur allgemeine Ausdrücke tatsächlicher Verhältnisse eines existierenden Klassenkampfes, einer unter unseren Augen vor sich gehenden geschichtlichen Bewegung.“

Die Revolution

Kurz nach Erscheinen des Kommunistischen Manifests bricht 1848 zuerst in Frankreich, dann in Deutschland und Österreich die Revolution aus. Marx und Engels sehen es als ihre Aufgabe nach Deutschland zurückzukehren und dort aktiv an der revolutionären Bewegung teilzunehmen. Engels wirkt als Redakteur der „Neuen Rheinischen Zeitung“ aber nicht nur mit der Feder. In Köln organisiert er Massenkundgebungen, muss aber dann vor politischer Verfolgung flüchten. Nachdem er vom Gericht freigesprochen wird, kehrt er erneut nach Deutschland zurück und beteiligt sich an dem revolutionären Aufstand in Elbersfeld, wo er einst das Gymnasium besucht hatte. Er wird zum Verantwortlichen für den Barrikadenkampf gemacht, und kämpft anschließend in der badischen Revolutionsarmee gegen die preußischen Truppen. Nach der Niederschlagung der Revolution von 1848/49 flüchtet er ins Ausland und organisiert von London aus Fluchthilfe für andere Revolutionäre. Seine Analysen der Klassenverhältnisse der 1848er Revolution und speziell der schwankenden, inkonsequenten Rolle des Bürgertums, lieferte einen entscheidenden Beitrag zur Weiterentwicklung der Marxschen Revolutionstheorie. Von nun an vertreten Marx und Engels die Idee einer „Revolution in Permanenz“, wonach sich die Arbeiterklasse an die Spitze der Revolution stellen und die demokratische Revolution zu einer sozialen Revolution weitertreiben muss.

Zeit der Reaktion

Die folgenden beiden Jahrzehnte, eine Zeit der politischen Reaktion, muss Engels im Unternehmen seines Vaters arbeiten, was er als „hündische Beschäftigung“ bezeichnet. Mit seinem Einkommen unterstützt er auch die Familie seines Freundes Marx und ermöglicht diesem, seine wissenschaftliche Arbeit weiterzuführen. Doch in all den Jahren führen er und Marx auch eine intensive Korrespondenz, in der sie die Ideen des Wissenschaftlichen Sozialismus vertiefen. Außerdem schreibt Engels zu Fragen der internationalen Beziehungen und vertieft seine militärwissenschaftlichen Studien. Eine aktive Mitarbeit in der revolutionären Bewegung ist Engels in diesen Jahren aber nicht möglich. 1865 wird Engels Mitglied der Internationalen Arbeiter-Assoziation (IAA), der Ersten Internationale, aber erst fünf Jahre später ist es ihm endlich möglich, neben Marx eine führende Funktion im Generalrat der Internationale zu übernehmen. Da er zwölf Sprachen spricht, nimmt er bald eine Schlüsselrolle in der IAA ein und betreut vor allem die Länder, in denen anarchistische Ideen weit verbreitet sind. Sein Text „Von der Autorität“ ist eine bis heute gültige Kritik der „antiautoritären“ Ansichten in der Linken. Nach der Niederschlagung der Pariser Kommune organisiert Engels federführend die Hilfe für geflüchtete Kommunarden.

 

Während sich Marx in den folgenden Jahren nach der Niederschlagung der Pariser Kommune ganz der Arbeit am „Kapital“ widmet, ist es Engels, der in der Arbeiterbewegung anhand damals aktueller, für die politische Praxis relevanter Debatten die Grundsätze und Methoden des Kommunistischen Manifests gegen die Anhänger von Bakunin, Proudhon und Lassalle verteidigt.

Der Nestor der Sozialdemokratie

Welche Methoden Engels bei seinem Versuch, Einfluss auf die Arbeiterbewegung zu bekommen, anwendete, lässt sich am Beispiel seiner Beziehung zur deutschen Sozialdemokratie sehr gut nachzeichnen. Im Einigungsprozess der Sozialdemokratie versuchten Marx und Engels ihre Ideen von Klassenkampf und Internationalismus gegenüber reformistischen Konzepten mehrheitsfähig zu machen. Ihre vorrangige Aufgabe sahen sie darin, den Teilen der Bewegung, die mit ihren Positionen sympathisierten, ein starkes theoretisches Fundament und politische Perspektiven zu geben. Letzteres war vor allem an historischen Wendepunkten, wie der Gründung des Deutschen Reichs unter Bismarck 1870/71, wichtig, um den Sozialdemokraten Orientierung zu geben und sie vor verhängnisvollen Fehleinschätzungen und damit vor Resignation und politischer Anpassung gegenüber dem neuen Regime zu bewahren. Dabei erwies sich die historisch-materialistische Methode als entscheidend, weil sie den Genossen half, nicht nur oberflächlich den Ist-Zustand, sondern auch den weiteren ökonomischen und sozialen Entwicklungsgang zu erkennen.

SW Bebel zürich 1893Bild: Im Gasthof zum Löwen Bendlikon bei Zürich 1893. Von links nach rechts: Ferdinand Simon (1862-1912), Friederike Simon (1869-1948), Clara Zetkin, Friedrich Engels, Julie Bebel, August Bebel, Ernst Schattner (1879-1944), Regina und Eduard Bernstein (tw. abgeschnitten).

Die große Leistung von Engels war es, der deutschen (und später der österreichischen) Arbeiterbewegung die Grundideen des Wissenschaftlichen Sozialismus zu vermitteln. Ein wichtiger Beitrag dazu war z.B. seine später veröffentlichte Rede am Grab von Karl Marx, wo er anhand des Lebenswerks seines Freundes die Einheit von Theorie und Praxis betonte. Marx, der Mann der Wissenschaft, „das war noch lange nicht der halbe Mann“. So wichtig dieser die Wissenschaft einschätzte, und ihre revolutionäre Kraft bei der Entwicklung der Produktivkräfte verstand, so war Marx doch „vor allem Revolutionär. Mitzuwirken, in dieser oder jener Weise, am Sturz der kapitalistischen Gesellschaft und der durch sie geschaffenen Staatseinrichtungen, mitzuwirken an der Befreiung des modernen Proletariats, dem er zuerst das Bewußtsein seiner eigenen Lage und seiner Bedürfnisse, das Bewußtsein der Bedingungen seiner Emanzipation gegeben hatte - das war sein wirklicher Lebensberuf. Der Kampf war sein Element.“ Dies war auch die Herangehensweise von Engels selbst, was ihn zum Vorbild jener Generation von ArbeiterInnen werden ließ, die die Sozialdemokratie wenige Jahre später zu einer Massenbewegung machen sollten.

Mit seiner grandiosen Polemik gegen den deutschen Philosophen Eugen Dühring, dessen Ideen in der Sozialdemokratie zusehends an Einfluss gewannen, sollte er in der deutschen Arbeiterbewegung einen festen Pflock einschlagen und die grundlegenden Ideen des wissenschaftlichen Sozialismus darstellen. Der „Anti-Dühring“ schafft bis heute einen ausgezeichneten Überblick über die Ideen des Marxismus. Auf Basis eines Teils der Polemik verfasste Engels eine Broschüre mit dem Titel „Die Entwicklung des Sozialismus von der Utopie zur Wissenschaft“, die diese Ideen damals wie heute für jedermann leicht verständlich popularisiert hat.

Die Hegelsche Dialektik, die den Ausgangspunkt seines Schaffens darstellt, wird in diesen Werken meisterhaft dargelegt. Es wird zu Friedrich Engels größten Leistungen gehören, diese Philosophie im Laufe seines Lebens konkret in zentralen Fragen der Geschichts –und Naturwissenschaften anzuwenden – denken wir nur an seine großen theoretischen Arbeiten zum Ursprung der Familie, des Privateigentums und des Staates oder Der Anteil der Arbeit an der Menschwerdung des Affen – und so den dialektischen Materialismus zur philosophischen Grundlage der revolutionären Arbeiterbewegung zu machen.

Mit seinem Buch Der deutsche Bauernkrieg vermittelte er einer ganzen Generation von klassenbewussten ArbeiterInnen, dass ihr Kampf um die Befreiung Teil einer langen revolutionären Tradition ist, was viele SozialdemokratInnen dazu ermutigte, auch unter großen Opfern weiterzukämpfen.

Was Engels gemeinsam mit Marx über fünf Jahrzehnte versuchte, war die Bewegung durch Theorie und Praxis „aus dem Unrat der Konfusion“ herauszuholen, wie Engels einmal an Wilhelm Liebknecht schrieb. Das begann mit den Polemiken gegen die utopischen Sozialisten oder gegen die Illusion einer Befreiung der ArbeiterInnen über soziale Reformen in einem demokratischen organisierten Staat. Wo immer sie theoretische Unklarheiten erkannten, die die Arbeiterbewegung daran hinderten, „mit dem ganzen bürgerlichen Dreck“ aufzuräumen, setzten sie mit ihrer Kritik an.

Engels vertrat den Grundsatz: Erst politische Klarheit – dann organisatorische Einheit!

Und wenn es in der Arbeiterbewegung doch zu Einigungsprozessen kam, obwohl die politischen Voraussetzungen dafür fehlten, dann sah Engels seine Aufgabe darin, zumindest im Nachhinein durch scharf zugespitzte Debatten für politische Klärung zu sorgen. Das stand hinter seinem Kampf gegen alle Schattierungen des Reformismus, die sich in der deutschen und internationalen Sozialdemokratie lautstark zu Wort meldeten. In seinen Artikeln und Briefen legte Engels enorm viel Kraft an den Tag, um diesen Kampf der Ideen zu führen. In diesen theoretischen Auseinandersetzungen lebte Engels den Grundsatz „auszusprechen, was ist“ immer vor, und er setzte sich kompromisslos für innerparteiliche Demokratie und Meinungsfreiheit aus. Er betonte in einem Brief an den deutschen Sozialistenführer August Bebel in dieser Frage: „Ihr – die Partei – braucht die sozialistische Wissenschaft, und diese kann nicht leben ohne Freiheit der Bewegung. Da muss man die Unannehmlichkeiten in Kauf nehmen, und man tut’s am besten mit Anstand. Eine auch nur lockere Spannung, geschweige denn ein Riss zwischen der Partei und der sozialistischen Wissenschaft wäre doch ein Pech und eine Blamage sondergleichen.“

Friedrich Engels wird gerne unterstellt, er habe in seinen letzten Lebensjahren die Perspektive der Revolution fallen gelassen und sei von einem sanften, schrittweisen Übergang zum Sozialismus über den Weg parlamentarischer Wahlen ausgegangen. Die Reformisten in der SPD und später auch die Austromarxisten haben sein Vorwort zu Karl Marx‘ Klassenkämpfe in Frankreich, das als sein politisches Testament gilt, so interpretiert, als würde es ihre politische Praxis rechtfertigen. Noch zu Lebzeiten wehrte sich Engels aber entschieden gegen solche Versuche, ihn zu einem „friedfertigen Anbeter der Gesetzlichkeit“ zu machen. Es war niemand geringerer als Rosa Luxemburg, die in der Massenstreikdebatte Engels gegen die Instrumentalisierung durch die sozialdemokratische Parteispitze verteidigte.

Engels großes Verdienst in diesen letzten Lebensjahren ist es, abgesehen von seiner titanischen Arbeit bei der Aufarbeitung des Marxschen Nachlasses in den entstehenden Massenparteien der Zweiten Internationale die Ideen des Wissenschaftlichen Sozialismus verankert zu haben. Dabei popularisierte er nicht nur die Anschauungen von Marx, sondern leistete selbst einen großen Beitrag zur Entwicklung dieses Theoriegebäudes. Man denke nur an den zweiten und dritten Band des „Kapitals“ oder sein unvollendetes Werk „Dialektik der Natur“. Auf diesem Fundament können wir auch 200 Jahre später noch aufbauen und die marxistische Theorie weiterentwickeln. Wir tun dies in der Einsicht, dass Theorie und Praxis eine Einheit bilden müssen, und im Aufbau einer starken, internationalen revolutionären Organisation halten wir das Werk von Friedrich Engels am besten wach.

(Funke Nr. 189/10.12.2020)


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