Wie organisiert man einen Streik? Welche speziellen Herausforderungen gibt es im Behindertenbereich? Eine Betriebsrätin schildert ihre Erfahrungen.

 

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Ein Streik organisiert sich nicht von selbst. In unserem Betrieb, mit den vielen Standorten, unterstützungsbedürftigen KlientInnen, und kleinen Teams steht man vor besonderen Herausforderungen.

Wie finden wir heraus, wie die Stimmung unter den KollegInnen ist, wo man Hilfestellungen bieten muss? Wie fassen wir die KollegInnen zusammen, wie organisieren wir Notdienste? Können einzelne Standorte gänzlich geschlossen werden? Das sind nur einige der Fragen, die sich uns gestellt haben.

Wir haben daher für den ersten Streiktag am 12.2. eine Betriebsversammlung organisiert. Dort haben wir über den Stand der KV-Verhandlungen gesprochen und dann einen einstimmigen Streikbeschluss gefällt. Ab dem Zeitpunkt, wo dann klar war, dass es in Wien am 27.2. wieder Streiks geben wird, haben wir ausgehend vom Betriebsrat begonnen, mit MitarbeiterInnen aus den verschiedenen Projekten und Teams zu sprechen, sie mit Informationen zu versorgen und sie dabei zu unterstützen, den Streik für ihr Team vorzubereiten.

Wir werden in unseren Wohneinrichtungen einen Notdienst einrichten, einige Beschäftigungsprojekte werden früher schließen. Damit unser Arbeitskampf auch sichtbar ist, werden wir gemeinsam mit einem Transparent an der Demo teilnehmen. Denn es bringt bei uns nichts, wenn die MitarbeiterInnen an den einzelnen Standorten bleiben, da dort immer nur wenige gleichzeitig im Dienst sind. Wir brauchen daher gemeinsame Aktionen in der Öffentlichkeit, um auf unser Anliegen aufmerksam zu machen.

Unser Betrieb ist erstmals in organisierter, sichtbarer Form Teil der Auseinandersetzung um den SWÖ-Kollektivvertrag.

Gemeinsam sind wir stärker, unser Sektor braucht das!

Sarah Ott, BRin bei LoK

Rede von Sarah bei der Streik-Demo am 27.2.2020:

(Funke Nr. 181, 25.2.2020)


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