…wird ein Feuer entfachen!

Folgende Zeilen sind anonym verfasst, um die Beteiligten zu schützen.

Wir arbeiten das ganze Jahr schon 3-schichtig 6 Tage die Woche. Die Aufträge sind nur durch große Opfer und Einsatz der MitarbeiterInnen bewältigbar. Die Geschäftsleitung droht gleichzeitig damit Restrukturierungsmaßnahmen zu ergreifen, falls wir die geforderten Umsatzzahlen nicht erreichen.

Einarbeitszeitkonto

Seit diesem Jahr gibt‘s für die ProduktionsmitarbeiterInnen ein zweites Zeitkonto in das „Überstunden“ in den ersten drei Quartalen 1:1 eingearbeitet werden, ohne Zuschläge. Diese Stunden sollten dann unter anderem an „Fenstertagen“ wieder abgebaut werden. Wie das z.B. am 25.10. geplant war. Arbeitszeitflexibilisierung und Zuschlagsersparnis. Win-Win für das Unternehmen.

Nationalfeiertag

Soviel zu den Umständen. Anfang Woche wurde den Logistikern und der Produktionsleitung klar, dass sie nur einen Bandstillstand bei unseren Kunden verhindern können, wenn am Do 25.10. und Sa 27.10. trotzdem gearbeitet wird. Die Schichtführer wurden beauftragt Listen mit Mitarbeiter zu erstellen, die bereit sind arbeiten zu kommen. Das am Feiertag selbst nicht gearbeitet wird wurde damit begründet, dass dies früher bei der Bezirkshauptmannschaft beantragt werden hätte müssen.

Der Widerstand

Die Nacht- und Spätschicht weigerte sich zu arbeiten. Der Schichtführer der Frühschicht erstellte stattdessen eine Liste von MitarbeiterInnen, die nicht arbeiten kommen wollen. Die auch alle MitarbeiterInnen dieser Schicht unterschrieben. Der Auslöser dafür war der Unmut darüber, dass die Leute dann am Freitag und am Sonntag zwar Freizeit hätten, aber jeder der schon mal geschichtet hat weiß, dass ein Tag „Wochenende“ = kein Wochenende ist und die Feiertagszuschläge zu teuer für das Management sind. Deshalb forderten sie entweder am Freitag auch arbeiten zu dürfen oder gar nicht.

Als der Produktionsleiter diese Liste bekam, wurde der Schichtführer sofort in sein Büro zitiert.
Nach zehn Minuten Gebrüll und Standpauke, „dass sich das Unternehmen sicher nicht erpressen lassen würde!“ hatten wir die Zusage am Freitag arbeiten zu dürfen. Von der BH war dann auch keine Rede mehr.

Würde mich freuen mich mit KollegInnen auszutauschen, falls sie ähnliche Erfahrungen gemacht haben:

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(Funke Nr. 168 / November 2018)


 

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