Alles raus zum Schulstreik am 09.10. – in die Offensive gegen rechte Politik


Am 09.10. werden Schulen in ganz Österreich in den Streik treten, begleitet von morgendlichen Demonstrationen. Machen wir den Tag zum vollen Erfolg!
Wir brauchen gute Lern- und Lehrbedingungen – keine rassistische Symbolpolitik, die von den realen Problemen ablenkt und unsere Lehrer zu Hilfspolizisten macht. Diese Stimmung ist allgegenwärtig, wie wir bei 155 Infoaktionen vor mindestens 86 Schulen (Stand: 1.10.) gesehen haben.
Gegen Druck von oben braucht es Solidarität von unten. Die aktivsten Schülerinnen und Schüler (und solidarischen Erwachsenen), egal ob oder wo man politisch organisiert ist, müssen zusammenkommen und eine feste, vertrauensvolle Einheit schmieden. Dann kann man gemeinsam die Mitschüler und Lehrer der eigenen Schule oder Stadt für den Streik gewinnen und mitreißen. Wenn wir den Streik nicht organisieren, dann wird es niemand anders für uns tun. Genau deshalb initiierte die RKP wöchentliche, stadtweite Streikversammlungen der Schülerinnen und Schüler. In Wien waren zuletzt 18 Schulen repräsentiert und insgesamt 20 in Linz, Graz, Innsbruck und Vorarlberg. An 46 Schulen bauen Schüler der RKP oder solche, die wir kennengelernt haben, Streikkomitees auf.
In den Versammlungen und Komitees haben wir gemeinsame Aufrufe und Flyer beschlossen, Pläne für die nächste Woche geschmiedet und Verantwortliche gewählt. Von den Versammlungen beauftragte Pressesprecher hatten schon Interviews mit der Tiroler Tageszeitung, den Linzer Regionalnachrichten und der Kleinen Zeitung. Diese gemeinsame Stärke fängt schon an, Wirkung zu zeigen: An einer Schule in Tirol hatte ein Schüler erst einen Elternbrief wegen „kommunistischer Umtriebe“ geschickt bekommen, doch angesichts des Streikenthusiasmus wurde jetzt eine E-Mail an alle Schüler ausgeschickt, mit der Bitte, erst ab der 3. Stunde zum Schulstreik zu gehen.
Die letzten Tage bis zum Streik gilt es jetzt bestmöglich zu nutzen. Die Streikversammlungen brauchen an noch mehr Schulen Vertrauensschüler. An seiner eigenen Schule braucht es eine Handvoll Schulkollegen, auf die man sich stützen kann. Jeder sollte Bescheid wissen und die Klassenvorstände gemeinsam überzeugt werden, die Fehlstunden zu entschuldigen. Ein gemeinsames Demotranspi für die eigene Schule ist hilfreich und wer will, sollte Reden vorbereiten.
Am Streiktag heißt es – in den Worten des französischen Revolutionärs Danton – „Um zu siegen, brauchen wir Wagemut, nochmals Wagemut, immerzu Wagemut“. Wir brauchen keine Erlaubnis von oben, um unsere demokratischen Rechte wahrzunehmen. Sogar die Junge ÖVP Steiermark hat in ihrem Pro-Kopftuchverbot-Video betont, dass Schulstreiks ja prinzipiell okay sind und dass sie sogar selbst schon welche organisiert hat.
Wer aufsteht und sagt: „Ich streike“, zeigt, dass er bereit ist, für sich selbst zu kämpfen oder die muslimischen Mitschüler nicht alleine zu lassen. Selbst wenn seine Entschuldigung für die Fehlstunden abgelehnt wird, droht im Normalfall nicht mehr als ein Klassenbucheintrag. Ein geringer Preis, um sagen zu können: „Ich habe das Richtige getan.“ Und wo es eine Mutige oder einen Mutigen gibt, da sind die nächsten Schülerinnen und Schüler nicht weit, die sich anschließen werden.
Vor den Schulen braucht es Streikposten, das heißt eine erste Anzahl an Personen, mit denen man mit Schulbeginn oder großer Pause – je nachdem, wann die Demonstrationen beginnen – die Mitschüler zusammenholt. Umso mehr Streikende dabei sind, umso leichter ist es, selbstbewusst aufzutreten und z. B. Gruppen durch die Schulen zu schicken, die Schulklassen auffordern, sich anzuschließen.
Schon jetzt ist der Streik ein voller Erfolg. Denn er zeigt, dass es nicht nur die ein, zwei FPÖler an jeder Schule gibt. Sondern dass viele Schülerinnen und Schüler genug haben von ständiger Hetze, Aufrüstung und Einsparung. Dass wir den ständigen Wahnsinn von oben nicht mehr passiv hinnehmen wollen, dass wir unser Schicksal in die eigenen Hände nehmen können und dass wir nicht alleine sind! An dutzenden Schulen gibt es jetzt Gruppen von linken Schülern. Damit beginnen wir, die Schulen zum Bollwerk gegen den Klassenkampf von oben zu machen.
(Funke Nr. 247/01.10.2026)