Uni-Konflikt geht weiter

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Bis zum 31. Oktober soll die endgültige Entscheidung über die Kürzungen im Unibudget fallen. Eine Eskalation im Budgetstreit zwischen Rektoraten und Regierung ist nicht auszuschließen. Zeit, dass die Studierenden ihre eigenen Anliegen formulieren. Von Michael Scherr
Aus Furcht vor dem Ausbruch einer Uni-Bewegung verschob die Regierung nach den Großdemos im Mai den parlamentarischen Beschluss der Sparmaßnahmen in den Herbst. Die Kürzungen sind allerdings schon im Gange.
Neben der TU Wien verhängt nun auch die Universität Graz einen Aufnahmestopp fürs Personal und will 2027 ihre Sachausgaben um 16 Prozent reduzieren. Die JKU Linz rechnet mit einer Kürzung von 15 Prozent und sagte das neue Bachelorstudium Quantenwissenschaften ab. Der Rektor der Meduni Wien schlägt Alarm wegen Kürzungen im ärztlichen Personal: 200 Ärzte müssten gekündigt werden – die Meduni stellt unter anderem alle 1.700 Ärzte für den Betrieb des AKH.
Uni Wien Rektor Schütze bezeichnet es nun als „fairen Kompromiss“, wenn nur eine halbe Milliarde eingespart werden müsste. Die Rektoren sind kapitalistische Unimanager, erkennen die Sparlogik grundsätzlich an. Sie sind mehrheitlich für ein Ende des freien Hochschulzugangs, um ihre Vision der „Exzellenz-Uni“ voranzutreiben. Wissenschaftsministerin Holzleitner kommt ihnen auf dieser Basis entgegen. Sie argumentiert: „Von der Entscheidung der Bundesregierung, die Lohnnebenkosten zu senken, profitieren auch die Unis erheblich.“
Die Studierenden und das Uni-Personal brauchen ein eigenständiges Programm, welches für ein komplett ausfinanziertes Bildungssystem, offen für Studierende der Arbeiterklasse, einsteht. Es ist eine Schande, dass die linke ÖH-Koalition hier nichts zu sagen hat.
Mehrere Studienvertretungen an der Uni Wien begannen, sich seit der Uni-Großdemo selbstständig gegen die Sparmaßnahmen zu organisieren. In einem Positionspapier sprechen sie sich für einen gemeinsamen Kampf von Studierenden und Uni-Personal aus. Über den Sommer arbeiteten die engagierten Studienvertretungen auch daran, mehr zu werden und andere Körperschaften ins Boot zu holen, aktuell beteiligen sich neun. Damit gewinnt die Programmatik der RKP-Studierenden an konkreter Unterstützung. Auch die Idee von Fakultätsversammlungen gegen die Einsparungen gewinnt in diesen Debatten an Raum. In unseren Augen wäre das der erste Schritt, damit Studierende und Angestellte sich gemeinsam ein Bild über die politische Lage machen und über solidarische Maßnahmen abstimmen können. Die RKP-Studierenden bringen sich aktiv in den Prozess ein und werden sich auf diesen Versammlungen für einen gemeinsamen Bildungsstreik von Studierenden und Personal stark machen: Ohne RKP läuft nichts an der Uni!
(Funke Nr. 246/03.09.2026)