Schulstreik gegen das rassistische Kopftuchverbot – in die Offensive gegen rechte Politik!


Hol dir Material: Flyer A5, Plakat A4, Sticker A7
Die Erde brennt, jeden Tag fallen neue Bomben, Flüchtlinge ertrinken an Europas Grenzen und die KI lässt uns keinen erfüllenden Job. Milliardäre und ihre korrupten Politiker zerren die Welt in den Abgrund, während uns Dauerhetze spalten und ablenken soll.
Du hältst das alles nicht mehr aus? Dann bist du nicht allein! Aber viele Mitschüler ballen nur still die Faust in der Tasche und fühlen sich vereinzelt. Das ist kein Wunder – denn jede Parlamentspartei und jedes „Qualitätsmedium“ macht bei diesem Wahnsinn mit. Sie zeigen mit dem Finger auf die FPÖ, um dann genau das gleiche zu machen. Sie machen die Rechten stark!
Wir streiken um die Rücknahme des rassistischen Kopftuchverbotes zu erzwingen – und weil wir uns endlich gemeinsam gegen den Klassenkampf von oben wehren müssen!
1. Fang an mit Schulkollegen über Kopftuchverbot und Schulstreik zu diskutieren. Tu dich mit gleichgesinnten zusammen und gründet Streikkomitees. Hier ist jeder willkommen, der den Erfolg mitorganisieren will, egal wie man zu anderen Fragen steht. Bildet euch eine feste Meinung – auch darüber, was an der Schule falsch läuft und was man anders haben will. Dann kann man leichter diejenigen überzeugen, die sich noch unsicher sind. Macht einen Plan und trefft euch regelmäßig, um den Fortschritt zu besprechen.
2. Tragt die Diskussion in jeden Winkel der Schule und bewerbt den Streik- und Demotermin. Schreibt Flyer, Kettennachrichten und nutzt die Schulsprecherwahlen. Politiker und Medien führen eine Propagandaschlacht um das Thema – aber wir haben die besseren Argumente. Organisiert offene Treffen – z.B. im Café nebenan oder in der Pause im Klassenzimmer. So bringen wir alle zusammen. Übertragt das Lauffeuer auf die umliegenden Schulen.
3. Der Streiktag: Ständig trampeln Politiker und Bildungsminister auf uns rum. Der Schulstreik zeigt, dass wir keine Opfer sind, sondern denkende Menschen, die ein gutes Leben für alle wollen. Er schafft Selbstvertrauen und Solidarität in der Schulgemeinschaft und gibt den eigenen Forderungen Nachdruck. Am Streiktag sammeln sich alle, die mitmachen wollen. Gemeinsam nutzt man den Unterrichtsbeginn oder die große Pause, um die anderen Schulkollegen zu überzeugen mitzumachen. Dann geht man zusammen und in Absprache mit umliegenden streikenden Schulen auf die Demo.
4. Über die Rektorate will die Regierung Lehrer zwingen, Hilfssheriff gegen den Streik zu spielen. Aber die Mehrheit ist gegen das Verbot. Denn damit wird von realen Problemen abgelenkt und ein vertrauensvolles Lernklima verunmöglicht. Viele haben einfach genug von rassistischer Spaltung – so wie die Lehrerinitiative Schule-Brennt. Diskutiert daher mit euren Lehrern, gewinnt sie den Streik zu unterstützen oder zu akzeptieren – lasst euch aber auch nicht von ihnen einschüchtern: wenn wir genug sind, sind wir stärker!
09. Oktober, 12 Uhr: Schulstreik-Demo, Platz der Menschenrechte
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Angefangen, meine Schule auf den Streik vorzubereiten, habe ich im eigenen Klassenzimmer. Ich habe in unseren Klassengruppen-Chats die Diskussion angefacht, gefragt was die anderen von dem Gesetz halten, gegen das Verbot argumentiert und den Streik beworben. In kurzer Zeit gab es hunderte Nachrichten und die meisten waren dagegen. Dann habe ich abstimmen lassen, wer alles mitmachen will. Ein Schulstreikkomitee wurde von mir aufgestellt. Zuerst habe ich mir bekannte, linksdenkende Mitschüler:innen und Freunde dazugeholt, was eine vertraute Basis für den weiteren Prozess schaffen wird. Das Komitee ist dazu da, die restliche Schule über den Streik zu informieren. Bis dato sind wir vier Personen aus vier verschiedenen Klassen – mir inklusive. Wir wollen die Mitgliederanzahl auf ca. 15 erhöhen, wobei uns eine Repräsentation möglichst vieler Klassen wichtig ist. Wir wollen so die restliche Schule informieren und in Austausch mit anderen Schulen treten. Mit Schulstart werden wir auf jeden Fall Flyern und die Schulsprecher:innenwahl nutzen.
Gregor vom Streikkomitee BAfEP Linz
Trotz der großen Anzahl an muslimischen Schülern an meiner Schule wird das Thema Kopftuchverbot von unseren Lehrern nur ungern angesprochen. Und wenn doch, dann dominieren sie selbst die Diskussion und reden von Frauenrechten. Auf die Frage eines Mitschülers, warum das Kopftuch verboten wird, aber die Kippa weiterhin erlaubt ist, antwortete eine Lehrerin, dass es darum ginge junge Mädchen zu schützen und nicht Jungs. Am 1. Aktionstag gegen das Kopftuchverbot intervenierten Genossen und ich mit einem großen Infotisch direkt vor der Schule, wobei wir bei vorbeigehenden (muslimischen) Schülern auf viel Anklang und Freude trafen, glücklich jemanden zu haben, der in Solidarität mit ihnen steht. Zur Vorbereitung auf den 2. Aktionstag organisierten wir eine Schülerdiskussion zum Thema Rassismus und Kapitalismus. Ich schaffte es, zwei interessierte Schülerinnen mitzunehmen, eine davon Muslima. Trotz anfänglicher Unsicherheit war es genau sie, die richtig Bock auf den Schulstreik bekommen hat! Und sie ist nicht die einzige! Trotz des Schweigens herrscht allgemeine Unruhe an unserer Schule. Erst kürzlich kündigte nach 15 Jahren die einzige islamische Religionslehrerin. Ich denke wegen dem großen Druck seitens der Direktorin. An unserer Schule herrscht ein großes Potenzial weitere Schüler zu finden, die ebenfalls motiviert sind, bei einem Schulstreik gegen das rassistische Kopftuchverbot und gegen das gesamte verrottete kapitalistische System zu kämpfen!
Lena, HLW10
Wir gehen zum Schulstreik, um zu zeigen, dass wir es uns einfach nicht gefallen lassen, dass andere Schülerinnen und Schüler aufgrund ihrer Religion unterdrückt werden. Es ist echt widerlich, so ein rassistisches Verbot durchzusetzen. Dieses dann auch noch als so etwas wie „Frauenbefreiung“ zu verkaufen, obwohl es ganz klar Unterdrückung muslimischer Jugendlicher ist. Frauen wird schon wieder vorgeschrieben, wie sie sich kleiden dürfen und es wird dargestellt als etwas, über das sie sich freuen sollten. Dass dieses Verbot exklusiv religiöse Symbole der islamischen Kultur betrifft, könnte nicht offensichtlich rassistischer sein.
Ich nehme am Schülerstreik teil, weil ich gemeinsam mit anderen Schülern gegen den Rassismus eines Kopftuchverbots, die bedrückenden Einsparungen und die Hetze gegen junge Menschen im Bildungssystem protestieren will und werde.
Ich bin für den Schülerstreik gegen das Kopftuchverbot, da dieses nichts mit Frauenbefreiung zu tun hat. Mit dem Zwang, das Kopftuch abzulegen, bestimmt wieder jemand anderes darüber, was junge Mädchen und Frauen zu tun und zu lassen haben. So ein Gesetz ist eine Verletzung der Religionsfreiheit. Darüber hinaus hängt in jedem Klassenzimmer ein Kreuz an der Wand, wodurch sich wieder herauskristallisiert, wie spaltend das Gesetz und wie rassistisch die Regierung ist. Ebenso finde ich es verwerflich von den Lehrpersonen zu verlangen, dass sie ihre Schülerinnen verpfeifen – was definitiv nicht deren Job sein sollte.
In meiner Schule sind sehr viele Schüler, die dieses Verbot betrifft oder die einfach so darüber wütend sind. Offensichtlich geht es der Regierung nicht um Frauenbefreiung, sondern sie wollen rassistische und FPÖ-Wähler auf ihre Seite ziehen. Auch ich werde deshalb streiken und will ein Streikkomitee an meiner Schule aufbauen. Als Atheist bin ich nicht „für“ das Kopftuch oder Religion im Allgemeinen. Aber ich will das Recht verteidigen, selbst zu entscheiden, ob man das Kopftuch tragen möchte oder nicht.