ESC: Propagandashow der Imperialisten


Der Eurovision Song Contest findet dieses Jahr vom 12. bis 16. Mai in Wien statt und bringt mit der Teilnahme Israels auch die Widersprüche des westlichen Imperialismus mit in die Hauptstadt. Von Michael Scherr
Der ESC ist das weltweit größte Popmusik-Event und findet seit 1956 jährlich statt. Er war ein Produkt des Kalten Kriegs (die Sowjetunion hatte ihren eigenen Song-Contest) und immer schon ein kulturelles Propagandawerkzeug, um die Verbrechen der westlichen Imperialisten weißzuwaschen. Dabei spielte es für sie nie eine Rolle, ob die Teilnehmerländer lupenreine bürgerliche Demokratien waren, solange es sich um westliche Verbündete handelte: Das faschistische Portugal, Spanien und die griechische Militärdiktatur waren damals ebenfalls ESC-Teilnehmer. Heute stellt Israel seinen Song-Contest-Beitrag mitten in seinem Krieg mit dem Iran vor. Der Kurier merkte an, dass „Gegner der Teilnahme Israels nun damit argumentieren könnten, dass mit Russland 2022 ein kriegsführendes Land ausgeschlossen wurde […]. Gilt das Argument für Israel?“. Vom ORF kam dazu ein deutliches „Nein“. Denn Israel ist ein westlicher Verbündeter und Österreichs gesamte Politik basiert auf seiner bedingungslosen Unterstützung.
Der ESC ist nicht nur politisches Prestigeprojekt der Bürgerlichen, sondern auch Cashcow für die österreichische Tourismusbranche. Eine Studie von EcoAustria schätzt einen Wertschöpfungseffekt von rund 52 Millionen Euro mit bis zu 88.000 zusätzlichen Besuchern. Zum Schutz ihrer potenziellen Profite trafen sich unlängst Vertreter der Luxushotellerie des 1. Bezirks mit der Wiener Polizei, um sich auf Repressionen vorzubereiten.
Seit 2023 ist der Slogan des ESC „United by Music“. Europas Regierungen und Kapitalisten sind heute aber gespaltener denn je. Es gibt extremen Druck von den Massen gegen Israels Kriegstreiberei und Völkermord und die Komplizenschaft der westlichen Imperialisten. Deswegen boykottieren fünf Länder (Spanien, Irland, Slowenien, Island und die Niederlande) den Wettbewerb. Die schweizerischen und irischen ESC-Sieger Nemo und Charlie McGettigan gaben ihre Pokale zurück. Die für Schweden antretende Sängerin Felicia Eriksson will „dafür sorgen, dass Israel nicht gewinnt“.
Die Bürgerlichen spüren die Wut und versuchen, jeden gesellschaftlichen Dissens unter der Oberfläche zu halten. Das Ziel ist, die Proteste möglichst klein und isoliert zu halten. Standard- Journalist Markus Sulzbacher schießt sich bereits auf die geplante Gegendemo beim ESC-Finale ein: „Die Antiisraelische Szene macht gegen den ESC mobil!“ Die KPÖ Wien reagierte darauf, indem sie ihren Aufruf für die Demo zurückzog, und auch die Sozialistische Jugend will nicht teilnehmen. Das ist nicht die Führung, die die Arbeiterklasse und Jugend im Kampf gegen Unterdrückung und Ausbeutung braucht!
Wir lassen uns nicht von den liberalen Kriegstreibern einschüchtern. Die schrillen Angriffe sind ein Zeichen der Angst: Machtvolle Proteste gegen den ESC wären der offene Beweis dafür, dass die Herrschenden mit ihrer Unterstützung des Völkermordregimes in Israel alleine dastehen. Die Kapitalisten haben Angst vor einem neuen Aufschwung der Palästinabewegung, weil so auch die angestauten sozialen Widersprüche ein Ventil bekommen können. Die RKP wird daher ihren Teil dazu beitragen, die Mobilisierungen gegen den ESC zu einem vollen Erfolg zu machen. Melde dich bei uns, wenn du auch mitmachen willst!
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