Syrien nach dem Umsturz: Klassenwidersprüche, imperialistische Rivalität und der Weg zur Barbarei


von Zenon M. Khayat
Am 8. Dezember 2024 fiel Damaskus. Das Regime der Assad-Dynastie, 54 Jahre Symbol für Staatsgewalt und Folter, brach innerhalb von Tagen zusammen. Millionen Syrerinnen und Syrer tanzten auf den Straßen, öffneten die Tore der Foltergefängnisse, verbrannten die Porträts des ehemaligen Herrschers. Eine Generation, die nichts als Krieg, Armut und Repression kannte, atmete auf.
Doch Marxisten lassen sich nicht von der Form der Ereignisse blenden. Die entscheidende Frage lautet nicht: Ist das Regime gefallen? Die entscheidende Frage lautet: Welche Klasse hat die Macht ergriffen, in wessen Interesse wird sie ausgeübt – und welche imperialistischen Raubtiere stehen bereits an den Grenzen? Die Antwort auf diese Fragen ist ernüchternd. Sie zwingt uns, die Lage in Syrien mit der marxistischen Methode zu durchleuchten – nüchtern, schonungslos und ohne Illusionen.
Um die Ereignisse zu verstehen, müssen wir bei den materiellen Grundlagen beginnen. Lenin lehrte uns: Der Staat ist kein neutrales Instrument, sondern das Organ der herrschenden Klasse. Doch in Syrien war die Kapitalistenklasse nach der Unabhängigkeit von den Franzosen und einer Periode schneller politischer Wandlungen enorm schwach aufgestellt. Nach vielen erfolgreichen und gescheiterten Militärputschen konnte Hafez al-Assad um 1970 die Macht an sich reißen. In dieser Phase hatte die Offizierskaste, die den Staat anführte, angesichts der Ausweglosigkeit, das Land mit kapitalistischen Methoden zu entwickeln, immer größere Teile der Wirtschaft verstaatlicht und mit dem Kapitalismus gebrochen. Vorbild dabei war die Sowjetunion, in der eine bürokratische, diktatorisch herrschende Kaste an der Spitze auf Basis einer Planwirtschaft herrschte. In so einem „deformierten Arbeiterstaat“ herrschte auch Hafez al-Assad.
Doch nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion folgte auch eine Restauration des Kapitalismus in Syrien. In den 2000er wurde durch seinen Sohn, Bashar, neoliberale Liberalisierungspolitik eingeleitet: Privatisierung, Abbau von Agrarsubventionen, Öffnung für ausländisches Kapital, insbesondere iranisches und russisches. Grundelemente der früheren Errungenschaften waren in Form von öffentlichen Schulen, Krankenhäusern und verstaatlichter Energiestrukturen weiterhin vorhanden, genauso wie die scharfe Diktatur der Baath-Partei. In der Phase unter Hafez al-Assad (bis Ende der 1990er) funktionierte Syrien als Planwirtschaft, die von einer diktatorisch herrschenden Bürokratie geführt wurde – eine Einschätzung, die Ted Grant zur Klassifizierung als ‚deformierten Arbeiterstaat‘ veranlasste. Doch mit der kapitalistischen Restauration, spätestens unter Bashar ab den 2000er Jahren, verlor Syrien diesen Charakter und wurde zu einem kapitalistischen Regime, das auf ausländisches Kapital angewiesen war.
Der arabische Frühling 2011, welcher auch in Syrien Bewegungen erzeugte, war keine spontane Eruption religiöser oder ethnischer Ressentiments – das ist bürgerliche Propaganda. Es war eine soziale Rebellion: von der Landbevölkerung, die durch Dürre und Strukturanpassung enteignet wurde, von der städtischen Jugend ohne Perspektive, von Arbeitern, die unter dem Druck der Industriellen litten. Doch es fehlte eine revolutionäre Führung, damit die Arbeiterklasse den Kapitalismus stürzen konnte. Die ursprüngliche Triebkraft war die Jugend und Teile der Arbeiterklasse, aber die imperialistische Einmischung und die sektiererische Fragmentierung durch dschihadistische Kräfte hat diese soziale Energie zerstört und in reaktionäre Bahnen gelenkt.
Das syrische Proletariat betritt die neue Epoche geschwächt, desorientiert und ohne eigenständige politische Repräsentation. Genau in diesem Vakuum entfalten sich sowohl die Herrschaft der HTS (Hay’at Tahrir al-Sham) als auch die Ambitionen der regionalen imperialistischen Raubtiere. Die HTS ist ein Rebranding des Al-Qaida-Ablegers in Syrien, Jabhat al-Nusra, nachdem noch ein paar weitere kleinere terroristischer Gruppen sich dieser angeschlossen haben.
Die Übergangsregierung unter al-Jolani (Salonfähig Ahmad al-Sharaa) wird in der bürgerlichen Presse vielfach als „pragmatischer Neuanfang“ gefeiert. Für Marxisten gilt es, hinter dieser Fassade die wahren Klassenverhältnisse zu entlarven, aber auch die inneren Widersprüche zu analysieren.
Die Übergangsregierung setzt sich formal aus Technokraten diverser Hintergründe zusammen, um Breite zu signalisieren – darunter eine Christin, ein Alawit, ein Kurde. Doch die Schlüsselressorts (Außen, Inneres, Justiz, Verteidigung) bleiben fest in HTS-Hand. Al-Jolani hat sichtlich versucht, durch diese Zusammensetzung Breite zu signalisieren. Es geht nicht darum, das Personal zu zählen – man sollte fragen: Wer hält die Hebel der tatsächlichen Macht? Der gesamte neue Sicherheitsapparat – Polizei, Allgemeine Sicherheit, Geheimdienstdirektorat – sowie Armee und Verteidigungsministerium werden von ehemaligen Vertretern des HTS-Sicherheitsapparats in Idlib geleitet. Die Technokraten in den Wirtschaftsministerien sind das Schaufenster für ausländische Investoren. Die Hardliner halten das Gewaltmonopol.
Al-Jolani versucht, mit einer „moderateren“ (sprich: Für ausländische Investitionen offene) Agenda die Machtkonsolidierung voranzutreiben. Hardliner in den eigenen Reihen stehen dem ideologischen Wandel entgegen. Das konkretisiert sich in den Schlüsselpositionen selbst: Innenminister Anas Khattab gilt in Regierungskreisen als radikal. Als Mitbegründer der Jabhat al-Nusra stand er in engem Kontakt zu al-Qaida, war an Hinrichtungen beteiligt und als international gesuchter Terrorist gelistet. Justizminister al-Wais verunglimpfte als führender Kleriker der Jabhat al-Nusra religiöse und ethnische Minderheiten. Gleiches gilt für Verteidigungsminister Murhaf Abu Qasra, einst Kommandant der Jabhat al-Nusra.
Auch in den Kommandostrukturen der neuen syrische Armee, die zum größten Teil auf Basis der dschihadistischen Milizen gebildet wurde und nur lose zentralisiert ist, spiegelt sich das wider: Besonders viele nicht-syrische Befehlshaber stechen hervor – ein jordanischer Kommandant der Republikanischen Garde, ein ägyptischer Luftwaffenkommandant, ein türkischer Divisionskommandant. Diese ausländischen Offiziere sind nicht bloße Söldner oder individuelle Abenteurer – sie sind die sichtbare Spitze einer viel tieferen imperialistischen Durchdringung der neuen syrischen ‚Staatsgewalt‘. Die neue syrische Armee existiert faktisch nicht als einheitlicher staatlicher Apparat, sondern als loses, fragmentiertes Konglomerat von Milizen, die jeweils wiederrum mal mehr, mal weniger unterschiedlichen regionalen und globalen Mächten zugeordnet sind.
Die türkische Regierung kontrolliert über ihre direkte Ausbildung und Bewaffnung ganzer Brigaden (insbesondere in den nördlichen Provinzen Aleppo und Idlib) faktisch eigene Armeeteile, die als verlängerter Arm der türkischen Armee agieren. Die USA wiederum unterhalten über ihre Stützpunkte im Osten (insbesondere in den Ölregionen um Deir ez-Zor) direkte Verbindungen zu kurdischen Einheiten der SDF, die nach schweren Kämpfen Anfang des Jahres formal der neuen Armee unterstellt wurden, aber de facto weiterhin eigenständig funktionieren, US-amerikanische Waffen erhalten und nach US-Operationsplänen handeln. Und Israel schließlich hat durch seine ungestörten Luftangriffe und die Besetzung von strategischen Positionen im Süden (Golan, Hermon) eine faktische Verfügungsgewalt über den syrischen Luftraum und bestimmte Bodenkorridore etabliert – ohne dass die neue Armee auch nur ansatzweise dagegen vorgehen könnte.
Diese Fragmentierung ist kein vorübergehendes Übergangsphänomen, sondern ein Strukturmerkmal der neuen syrischen Ordnung: Ein Staat, dessen bewaffnete Gewalt von ausländischen Mächten kontrolliert, durchsetzt und gegeneinander ausgespielt wird, besitzt keine Souveränität – er ist ein Protektorat, aufgeteilt in Einflusssphären, die nur formal unter einem Dach vereint sind. Die vielzitierte ’nationale Armee‘ ist in Wahrheit ein Flickenteppich verschiedener Milizen und imperialistischer Söldnerkontingente, die ihren jeweiligen Auftraggebern verpflichtet sind und nur eingeschränkt von Jolani kontrolliert werden – und schon gar nicht dem syrischen Volk verpflichtet sind. Unter den radikalen ausländischen Militärführern gelten besonders die Zentralasiatischen als Hardliner. Es existieren ganze Armeeeinheiten, die die dschihadistische Ideologie vertreten, darunter die 52. Division, die als Spezialeinheit in Homs operiert. Im April 2025 kam es zu Spannungen, als mehrere Stämme und bewaffnete Gruppen an der Golan-Grenze zu Israel mobil machten – ein Ausdruck der Unfähigkeit der Regierung, ihr Gewaltmonopol durchzusetzen.
Das ist die reale Struktur dieser Regierung: eine technokratische Oberfläche für den Westen und die Golfstaaten, ein dschihadistisches Sicherheitsskelett im Inneren, und darüber ein Präsident, der zwischen beiden laviert. Trotz seiner massiven diktatorischen Machtbefugnisse und der brutalen Unterdrückung (die in den westlichen Medien geflissentlich übergangen werden) hat al-Jolani die Lage nicht vollständig unter Kontrolle. Diese Instabilität ist kein Übergangsschmerz – sie ist strukturell bedingt. Al-Jolani versucht, zwischen verschiedenen imperialistischen Mächten und inneren Fraktionen zu lavieren – eine typische Konstellation einer schwachen bürgerlichen Regierung, die auf externe Stützen angewiesen ist. Doch im Gegensatz zum klassischen Bonapartismus verfügt die HTS über keine eigenständige soziale Basis jenseits ihrer dschihadistischen Milizstruktur. Wie leicht lokale Kämpfe zu ungehemmten Massakern eskalieren können, zeigte sich Anfang März 2025 an der Küste. Die sektiererischen Spannungen eskalierten, als Berichten zufolge innerhalb weniger Tage über 1.600 Alawiten von dschihadistischen Milizen getötet werden – ein Massaker, das die Unfähigkeit der HTS-Regierung, ihr Gewaltmonopol durchzusetzen, ebenso offenbart wie die strukturelle Brutalität des neuen Regimes.
Das wirtschaftspolitische Programm bestätigt diese Klassenanalyse. Unter dem Deckmantel des Wiederaufbaus wird ein Programm der kapitalistischen Schocktherapie umgesetzt: Subventionen werden gestrichen, staatliche Aufträge an mit HTS verbundene Unternehmen vergeben, das Land für ausländisches Kapital geöffnet. Die Lebensbedingungen werden zunehmend härter. Ein Standardpaket Brot, das unter Assad (theoretisch) 400 SYP kostete, kostet heute etwa 4.000 SYP (40 Neue Pfund). Die Strompreise wurden Ende 2025 drastisch erhöht. Ein durchschnittlicher Haushalt zahlt nun oft mehr für Elektrizität, als ein kleiner Beamter verdient. Waren des täglichen Bedarfs wie Tomaten oder Fleisch sind im Preis explodiert. Tomaten stiegen von ca. 8.000 SYP (Anfang 2025) auf über 22.000 SYP (Anfang 2026).
Es ist kein Zufall, dass Emir Tamim von Katar das erste Staatsoberhaupt war, das Damaskus nach dem Sturz Assads besuchte. Die katarische Botschaft wurde als zweite nach der türkischen wiedereröffnet. Das Rennen der Golfstaaten und der Türkei um Einfluss ist kein Zeichen der Stärke der neuen Regierung – es ist das Zeichen, dass Syrien bereits neu aufgeteilt wird.
Geopolitische Verlierer der neuen Situation in Syrien sind der Iran und Russland. Der Iran hat mit dem Fall von Assad einen Großteil seines Einflusses im Land verloren. Die israelisch-amerikanische Zwickmühle im Krieg gegen den Iran wird dafür sorgen, dass die Dinge auch hier wieder aufbrechen können – aber für den Moment sind die Gewinner im Machtspiel in Syrien die Türkei und Israel, die in bester imperialistischer Manier in der neuen Situation sofort von ehemaligen Verbündeten zu Kontrahenten geworden sind.
Die Türkei ist als imperialistische Interventionsmacht aufgetreten, die ihre eigenen inneren Widersprüche nach außen exportiert.
Das Programm ist eindeutig. Ankara liefert Waffen und Ausbildung an die neue Interimsregierung, um die eigene Dominanz im Norden des Landes zu zementieren. Die Türkei will eine beherrschende Rolle beim Wiederaufbau Syriens spielen, um türkischen Baufirmen Profite zu bringen. Diese wirtschaftliche Intervention wird militärisch abgesichert: Die Türkei unternahm konkrete Schritte zur Übernahme strategischer Luftwaffenstützpunkte in Syrien, insbesondere des Flughafens Tiyas nahe Homs und des Militärflughafens Palmyra. Das Ziel ist die Kontrolle des syrischen Luftraums – und damit ein qualitativ neues Niveau militärischer Präsenz.
Gleichzeitig verfolgt Ankara sein Kerninteresse an der kurdischen Frage mit eiserner Konsequenz, um jegliche Art der Selbstbestimmung der Kurden zu verhindern. Mit Zustimmung der USA und der Türkei rückten syrische Regierungstruppen im Januar 2026 in Gebiete im Norden und Osten des Landes vor, die zuvor von den SDF besetzt waren, und übernahmen die Kontrolle über die Provinzen Raqqa und Deir ez-Zor – Gebiete, in denen sich größere Öl- und Gasfelder befinden. Das ist keine Befreiungsoperation, wie es die HTS behauptet – es ist die Liquidierung kurdischer Autonomie unter dem Deckmantel nationaler Einheit, kombiniert mit der Aneignung von Energieressourcen.
Während die Türkei auf Einflussausdehnung setzt, verfolgt Israel eine komplementäre, aber strukturell entgegengesetzte Logik: Auch Israel versucht, im Süden des Landes eine Einflusszone herauszubilden. Doch die Hauptstrategie dafür ist anders als bei der Türkei. Die syrische Regierung soll nicht als direkter Hebel für die eigenen Interessen eingesetzt werden, sondern der zentrale Staatsapparat soll dauerhaft geschwächt, Syrien entwaffnet und als Operationsraum verfügbar bleiben. In den ersten 48 Stunden der neuen Regierung zerstörte Israel mehrere Ziele innerhalb Syriens – darunter Raketenstellungen, Luftwaffenstützpunkte und mögliche Produktionsstätten chemischer Waffen. Das ist keine Defensivoperation. Das ist die systematische Entmilitarisierung eines Nachbarstaates im Zustand des Zusammenbruchs – ein Akt, den das Völkerrecht als Aggression qualifizieren würde, den die Imperialisten aber mit Schweigen quittieren.
Seitdem hat sich die israelische Einmischung quantitativ wie qualitativ ausgeweitet. Seit Dezember 2024 gab es immer wieder Luftangriffe und verschiedene Bodenvorstöße, israelische Bodentruppen haben Gebiete im Südwesten besetzt, insbesondere den Berg Hermon, mit welchen man das gesamte Gebiet Damaskus kontrollieren kann, und Netanjahu hat unmissverständlich klargemacht, dass die drei südlichen Provinzen Quneitra, Daraa und Suweida dauerhaft unter israelischer Kontrolle oder Einflussnahme stehen solle. Ein Hebel dafür ist die gekonnte Ausnutzung der nationalen und religiösen Spaltungslinien in Syrien selbst, etwa über die Unterstützung der Drusen, die nachvollziehbarerweise kein Vertrauen darin haben, dass die dschihadistische Jolani-Regierung sie schützen würde. Dass diese israelische imperialistische Einmischung aber natürlich nichts löst, sondern nur die reaktionäre, sektiererische Spaltung befeuert, steht außer Frage.
Doch was bisher als regionale Machtpolitik erschien, hat im Juni 2025 und erneut Ende Februar 2026 im Iran-Krieg eine qualitativ neue Dimension erreicht: Der syrische Luftraum ist faktisch zur Transit- und Gefechtszone geworden, obwohl Syrien selbst kein offizieller Kriegsteilnehmer ist. Im Zwölf-Tage-Krieg zwischen Israel und Iran im Juni 2025 operierten über 200 israelische Kampfflugzeuge tief im iranischen Luftraum, nachdem sie zuvor durch jordanischen, irakischen und syrischen Luftraum geflogen waren. Syrien hat diesen Durchflug weder genehmigt noch verhindern können. Ein Staat, dessen Luftraum von einer fremden Macht als Startrampe für Angriffe auf ein drittes Land benutzt wird, ohne dass er auch nur gefragt wird, ist kein souveräner Staat und zeigt wieder, dass die neue Regierung gesamthaft betrachtet vollkommen vom US-Imperialismus abhängig ist.
Inzwischen gibt es erste Zwischenfälle an der libanesischen Grenze: Die Hisbollah feuerte Granaten aus dem Libanon auf syrisches Territorium, weil Israel syrischen Luftraum für seine Operationen im Libanon genutzt hatte.
Die israelische Strategie hat dabei eine innenpolitische Funktion, die bereits Lenin für den Imperialismus beschrieben hat: Der Krieg nach außen ist das Mittel, um die Klassenwidersprüche nach innen zu verkleben. Die israelische Arbeiterklasse wird in permanenter Kriegsmobilisierung gehalten – und damit ihrer eigenen Klasseninteressen entfremdet. Die innenpolitischen Auseinandersetzungen werden vom Kriegsgeschehen völlig überlagert. Das ist kein Nebeneffekt der Kriegspolitik – das ist einer ihrer inneren Zwecke.
Israel und die Türkei konkurrieren seit dem Sturz des Regimes von Baschar al-Assad offen um Einfluss in der Region. Ankara liefert Waffen und Ausbildung an die neue Interimsregierung in Damaskus, während Israel im Süden Strukturen aufbaut, um die Golanhöhen dauerhaft abzusichern. In Syrien haben sich informelle, aber klar definierte Einflusszonen herausgebildet: Die Türkei fokussiert sich auf den Norden und Nordosten, Israel konzentriert sich auf den Süden sowie auf strategische Korridore im Landesinneren. Dort, wo sich diese Einflusszonen räumlich und operativ annähern, steigt das Risiko einer Eskalation deutlich. Im März 2025 drohte Israel, militärisch auf Seiten der drusischen Minderheit einzugreifen, falls die von der Türkei unterstützten Kräfte (die neue Übergangsregierung HTS) versuchen sollten, Gebiete nahe der Golanhöhen zu besetzen. Im April 2025 bombardierte Israel den Luftwaffenstützpunkt bei Palmyra, die türkische Militärteams zuvor im Hinblick auf eine mögliche künftige Nutzung inspiziert hatten. Nach dem Angriff war der Flughafen Tiyas völlig unbrauchbar.
Im Januar 2026 schließlich drohte die Türkei Israel indirekt, falls israelische Luftschläge in Syrien türkische Truppen oder Interessen gefährden sollten. Ankara verlegte daraufhin demonstrativ F-16-Kampfjets nach Nordzypern. Die türkische Regierung wirft Israel vor, Länder wie Syrien dauerhaft destabilisieren oder sogar spalten zu wollen. Israel hingegen hat Erdoğan im Verdacht, den türkischen Einfluss bis an die Grenzen Israels ausdehnen zu wollen. Beide Vorwürfe sind im Kern richtig – und genau das macht die Lage so explosiv.
Für die syrische Arbeiterklasse und Bevölkerung bedeutet diese Eskalationsdynamik: Das zerstörte Land droht zum Schlachtfeld eines Krieges zu werden, in dem es selbst keine Partei ist – nur Opfer.
Teheran war über Jahrzehnte die entscheidende externe Stütze des Assad-Regimes. Der Iran unterstützte das Assad-Regime direkt durch Training, Waffenlieferungen und Personal. Die wohl mächtigste Kraft auf der Seite des Regimes war die libanesische Hisbollah, die ab 2013 ganz offiziell und direkt mit Kämpfern auf Seiten Assads eingriff. Syrien war für Teheran nicht bloß ein Verbündeter – es war die geographische Lebensader der gesamten „Achse des Widerstands“.
Seit 2013 hatte der Iran Syrien Kreditlinien in Milliardenhöhe gewährt. Marxistisch gesehen ist dies kein Akt der „Solidarität“, sondern ein Instrument der Schuldendienst-Abhängigkeit. Da Syrien diese Kredite nicht in Barwährung zurückzahlen konnte, wurden sie in Sachwerte und Konzessionen umgewandelt. Iran hatte die Phosphat-Minen bei Palmyra gesichert, die Telekommunikation und landwirtschaftlichen Flächen angeeignet und durch die Revolutionsgarden an verschiedene iranische Unternehmen verpachtet.
Mit dem Sturz des Assad-Regimes hatte der Iran quasi über Nacht seinen einzigen staatlichen Verbündeten in der Region und eine wichtige Landverbindung in den Libanon verloren. Das über ein halbes Jahrhundert aufgebaute Netzwerk regionaler Milizen hat seit dem 7. Oktober 2023 stark an operativer Schlagkraft eingebüßt. Während der israelischen Angriffe auf den Iran im April und Oktober 2024 und Juni 2025 konnten die Verbündeten nicht mehr helfen. Dass Israel und die USA ihre strategische Situation überschätzten und sich ihrerseits im Krieg gegen den Iran eine blutige Nase holten, mischt die Karten in der Region nun bis zu einem gewissen Grad neu. Doch wer hier eine „progressive“ Rolle erhofft, wird wie schon unter Assad enttäuscht werden.
Bürgerliche Kommentatoren reden von „nationalen Interessen“, „Sicherheitsbedürfnissen“ oder „historischen Ansprüchen“. Das sind Mystifikationen. Die marxistische Methode fragt: Welche Klassen bzw. Klassenfraktion innerhalb jedes dieser Staaten profitiert von der Einmischung – und warum jetzt? Syrien ist nicht abstrakt wichtig. Es ist konkret wichtig: als Territorium, als Korridor, als Markt, als innenpolitisches Ablenkungsmanöver. Neben den großen Imperialisten (insbesondere USA und Russland, aber auch europäische Staaten und China) sind es insbesondere die drei oben genannten herrschenden Klassen in der Region, die ihre strukturelle Krise und ihre inneren Widersprüche auf syrischen Boden exportieren:
Die Türkei verfolgt drei ineinandergreifende Interessen. Materiell winkt der syrische Wiederaufbaumarkt, der auf 400 Milliarden Dollar geschätzt wird – ein künstliches Beatmungsgerät für türkische Baufirmen, die eng mit dem Erdoğan-Regime verflochten sind. Der politische Umbruch in Syrien und die wirtschaftliche Entwicklung der letzten zweieinhalb Jahrzehnte hat Ankara in eine geopolitische Position versetzt, die es möglich erscheinen lässt, seinen einst verlorenen Status als führende Macht des Nahen Ostens zurückzuerlangen. Syrien ist spezifisch auch zentraler Schauplatz der kurdischen Frage: Eine autonome kurdische Struktur direkt an der türkischen Südgrenze, ausgerüstet vom US-Imperialismus und kontrollierend über syrische Ölfelder, ist angesichts der ungelösten Kurdenfrage im eigenen Land für Ankara inakzeptabel und soll militärisch gelöst werden. Innenpolitisch schließlich dient der Expansionismus als Krisenmanagement: Chauvinismus nach außen soll von der Wut des türkischen Proletariats über Inflation und soziale Verelendung ablenken.
Israel verfolgt die entgegengesetzte, aber komplementäre Logik der permanenten Schwächung – als Juniorpartner des US-Imperialismus, der die Zerstörung souveräner Staaten im Nahen Osten als Strategie der regionalen Hegemoniesicherung betreibt. Die besetzten Golanhöhen verlangen einen schwachen, fragmentierten Nachbarn – kein kohärentes syrisches Militär, keine strategische Tiefe, keine Möglichkeit zur Revanche. Gleichzeitig verlangt die schwächer werdende Position des israelischen Imperialismus (kleine Bevölkerung, starke Abhängigkeit von den USA) eine ständige Expansion, für die Syrien als einer der Vektoren betrachtet wird.
Der Iran hat Syrien als Herzstück seiner gesamten Regionalpolitik behandelt – und dieses Herzstück verloren. Teheran bastelte an einer „Achse des Widerstands“, einem iranisch kontrollierten Korridor, der über Bagdad und Damaskus bis nach Beirut reicht. Syrien war die Landbrücke, die Waffenroute für die Hisbollah, der strategische Puffer gegen Israel. Das von Assad beherrschte Syrien spielte auch eine maßgebliche Rolle in Irans geoökonomischen Ambitionen: Teheran wollte Syrien als Teil einer Landroute nutzen, die China mit dem Mittelmeer verbindet. Der Verlust Syriens als enger Partner untergräbt diese Vision.
Über das zukünftige Schicksal eines bürgerlichen Syriens entscheidet nicht syrische Bevölkerung, ja nicht einmal die Übergangsregierung. Vielmehr wird der anhaltende Machtkampf zwischen den USA, Russland und China, aber insbesondere auch zwischen den Regionalmächten Israel, der Türkei und des Iran um die Vorherrschaft im Nahen Osten eine entscheidende Rolle spielen und Syrien als Plattform und Ausdruck für sich nutzen. Das ist Lenins Imperialismus-Theorie in Echtzeit: Das kapitalistische System produziert zwangsläufig Rivalitäten zwischen nationalen Bourgeoisien, die sich auf dem Rücken schwächerer Länder austragen. Syrien ist nicht das Ursachenproblem – Syrien ist das Symptom eines Systems, das keine andere Sprache mehr spricht als die des Krieges.
Leo Trotzki entwickelte die Theorie der Permanenten Revolution, um genau jene Sackgasse zu erklären, in der sich heute Syrien befindet. In Ländern der verspäteten kapitalistischen Entwicklung – in der Peripherie des Weltimperialismus – ist die nationale Bourgeoisie organisch unfähig, die demokratischen und sozialen Aufgaben der bürgerlichen Revolution zu vollenden. Sie ist zu sehr mit dem Imperialismus verflochten und fürchtet die eigene Arbeiterklasse mehr als die Dominanz des Imperialismus.
Die syrische Erfahrung ist ein Lehrbuchbeispiel dieser Dialektik. Die Revolution von 2011 entstand aus realen Klassenwidersprüchen: Massenarmut, Agrarkrise, Jugendarbeitslosigkeit, bürokratische Repression. Doch sie fand keine revolutionäre Führung der Arbeiterklasse, die ihre eigene soziale Logik entfaltet hätte. Das Ergebnis: Die HTS – eine islamistische Miliz – füllte das Vakuum und errichtete eine neue Ordnungsstruktur der Ausbeutung unter anderen Vorzeichen. Die demokratischen Grundforderungen blieben unerfüllt: keine Agrarreform, keine nationale Selbstbestimmung, keine sozialen Garantien, keine demokratischen Institutionen unter Kontrolle der Bevölkerung. Das ist kein Versagen von Individuen. Es ist das gesetzmäßige Ergebnis einer Revolution, die stecken blieb.
Hieraus folgt Trotzkis zentrales Argument mit aller Schärfe: Die demokratische Revolution kann in der Epoche des imperialistischen Kapitalismus nicht innerhalb ihrer eigenen Grenzen vollendet werden. Sie muss entweder über diese Grenzen hinauswachsen – zur Machtübernahme durch die Arbeiterklasse, zur sozialistischen Umgestaltung der Eigentumsordnung, zur internationalen Ausdehnung des revolutionären Prozesses – oder sie wird von der Reaktion begraben. Kein Mittelweg, kein „progressiver Nationalismus“, keine stabile demokratisch-bürgerliche Ordnung in der Peripherie: Das ist keine moralische Forderung, sondern eine Analyse der Kräfteverhältnisse. Syrien heute ist der lebendige Beweis.
Die Kurden: Verrat als Strukturgesetz des Imperialismus
Die Lage in Rojava illustriert Trotzkis Theorie ein weiteres Mal mit aller Brutalität. Die Kurden wurden vom US-Imperialismus als Bodentruppen gegen den IS benutzt und werden nun fallengelassen, sobald ihre strategische Funktion erfüllt ist. Das ist kein moralisches Versagen einzelner Politiker – das ist die strukturelle Logik des imperialistischen Systems, in dem Minderheitenrechte und nationale Selbstbestimmung stets Verhandlungsmasse zwischen Großmächten sind.
Die Kurden werden nun von zwei Seiten in die Zange genommen: Die Türkei liquidiert ihre Autonomiestrukturen militärisch, Israel instrumentalisiert sie als Hebel gegen Ankara. Keiner dieser Akteure ist ein Verbündeter der kurdischen Massen. Beide benutzen sie für eigene geopolitische Zwecke. Nur in einer sozialistischen Föderation, in der Nationen nicht als Verhandlungsmasse fungieren, könnte die nationale Frage dauerhaft gelöst werden.
Man könnte einwenden: Wo ist die Arbeiterklasse? Wo sind die Streiks, die eigenständige politische Bewegung des syrischen Proletariats? Diese Frage ist berechtigt – und ihre Antwort liegt in der Geschichte. Das syrische Proletariat hat keine eigenständige Klassenbewegung entfalten können, weil es über Jahrzehnte systematisch atomisiert wurde: durch die Zerstörung unabhängiger Gewerkschaften unter Assad, durch Bürgerkrieg, Massenflucht, die physische Vernichtung ganzer Stadtteile und der de Facto gesamten Industrie. Es gibt keine Arbeitervereine oder Organisationen. Die Gewerkschaft ist nur formal existent. Arbeiterparteien wurden alle verboten.
Marx lehrte: Das gesellschaftliche Sein bestimmt das Bewusstsein. Die Arbeiter in Syrien waren in den letzten Jahren im Überlebensmodus. Doch die objektiven Widersprüche treiben die Situation voran. Proteste gegen die HTS-Regierung mehren sich. Die Gärung ist real. Die Frage ist, welche politische Kraft ihr eine Richtung gibt.
Es gab bereits Bewegungen innerhalb der syrischen Arbeiterklasse, Anfang Februar streikten die Lehrer in Idlib und Aleppo für mehr Gehalt und gegen die Indoktrinierung des Lehrplans.
Auch im Industriezentrum Sheikh Najjar, Aleppo, gab es die ersten Bewegungen der Arbeiterklasse. Nach der Flucht der regimetreuen Fabrikbesitzer und der Auflösung der Baath-Gewerkschaftszellen im Januar 2025 besetzten Arbeiter in Textil- und Lebensmittelbetrieben ihre Fabriken. Sie bildeten Komitees, um die Maschinen vor Plünderungen zu schützen und die Produktion in der Arbeiterselbstverwaltung wiederaufzunehmen.
Die Phosphat-Minenarbeiter in Kneifiss und Palmyra forderten den Verbleib der Minen im Staatseigentum, aber unter ihrer Kontrolle, statt sie an neue ausländische Konsortien zu vergeben. Sie organisierten im Sommer 2025 Blockaden der Transportwege, um Lohnzahlungen in harter Währung zu erzwingen.
In Tartus und Latakia, nach dem Abzug russischer Sicherheitskräfte aus den Hafenanlagen, bildeten die Hafenarbeiter Komitees, um gegen Massenentlassungen zu protestieren, die im Zuge der „Umstrukturierung“ (Entlassung von Baath-Loyalisten) durch die HTS drohten. Hier vermischten sich ökonomische Existenzangst mit der Ablehnung der neuen sektiererischen Ordnung. Seitdem hat es solche Beispiele immer wieder gegeben.
Bewegung und revolutionäre Gärung entsteht nicht dann, wenn die Massen bereits ein sozialistisches Programm verinnerlicht haben, sondern wenn die objektiven Widersprüche in einer Krise kulminieren, die keine reformistische Lösung mehr zulässt. Die HTS-Regierung hat keine Antwort auf die soziale Frage – sie verschärft sie.
Das Ende des Bürgerkrieges hat zum ersten Mal seit vielen Jahren einen gewissen Raum dafür geschaffen, dass die Arbeiterklasse als Klasse sich beginnt, selbst zu artikulieren – trotz aller Hindernisse, die dem von Krieg und Imperialismus völlig zerstörten Land entgegenstehen. Die imperialistischen Einmischungen Israels und der Türkei destabilisieren das Land weiter. Damit reifen die Bedingungen für neue soziale Explosionen heran.
Was folgt aus dieser Analyse?
Erstens: Keinerlei politische Unterstützung für die HTS-Übergangsregierung, die nur die Interessen des Kapitals vertritt. Für den Kampf ist ein Programm aus konkreten Übergangsforderungen notwendig: Stopp der Subventionskürzungen, Mindestlohn, gesetzlich garantierte Gewerkschaftsrechte, Rückgabe beschlagnahmten Eigentums an Vertriebene. Solche Forderungen, die zentrale Interessen der syrischen Massen sind, aber die diese Regierung ablehnen muss, entlarven sie schneller als jede theoretische Analyse.
Zweitens: Schonungslose Entlarvung aller imperialistischer Einmischungen. Weder die türkische Schutzmachtrolle noch das israelische Sicherheitsnarrativ sind im Interesse der syrischen Bevölkerung, so wie das zuvor mit dem Iran der Fall war. Beide Mächte behandeln Syrien als geopolitisches Schachfeld. Revolutionäre Solidarität bedeutet: Abzug aller ausländischen Truppen, Schluss mit israelischen Luftangriffen, Schluss mit türkischer Okkupation.
Drittens: Unterstützung aller unabhängigen Organisierungsversuche der Arbeiterklasse – jeder Streik, jede selbstorganisierte Struktur ist ein Fortschritt, unabhängig vom politischen Bewusstsein im Moment seiner Entstehung.
Viertens: Konsequente und gemeinsame Verteidigung aller demokratischen und nationalen Rechte – der Kurden, der religiösen Minderheiten, der Frauen – als Teil des Kampfes gegen die Fragmentierung der Arbeiterklasse.
Fünftens: Internationalismus. Die Eskalationsdynamik zwischen Israel und der Türkei, der Krieg gegen den Iran, – all das ist nicht voneinander zu trennen. Die Solidarität mit dem türkischen Proletariat, eine Aufforderung zum Kampf an die israelische Arbeiterklasse, die den Kriegskurs ihrer eigenen Bourgeoisie ablehnen muss, mit dem iranischen Proletariat, das unter Beschuss kämpft, ist strategische Notwendigkeit, nicht moralische Geste.
Auch hier gilt für uns wie immer: Der Hauptfeind steht im eigenen Land. Österreich spielt eine besonders schändliche Rolle: Die herrschende Klasse macht die Jolani-Regierung salonfähig und stützt sie durch Verhandlungen über Abschiebungen, während sie gleichzeitig im Inland Rassismus schürt. Das müssen wir entlarven und bekämpfen.
Rosa Luxemburgs Formel hat nicht an Schärfe verloren – und Syrien lebt diese Wahl in ihrer schroffsten, brutalsten Form. Ein Land in Trümmern, 90 Prozent seiner Bevölkerung in Armut, eine neue Regierung, die neoliberale Schocktherapie verordnet, während israelische Kampfjets über syrischem Territorium operieren und türkische Truppen im Norden vorrücken.
Die türkisch-israelische Rivalität auf syrischem Boden ist nicht der Beginn einer Lösung, sondern der nächste Krieg in der Entstehung – Syrien droht zum dauerhaften Austragungsort von Konflikten fremder Mächte zu werden. Das ist die Logik des Imperialismus: Er produziert Kriege so unausweichlich wie der Kapitalismus Krisen produziert.
Diese Revolution wird nicht durch eine klerikale Übergangsregierung vollzogen, nicht durch türkische Schutzmächte und nicht durch israelische Puffer-Strategien. Sie wird vollzogen durch die Arbeiterklasse, zusammen mit der Bauernschaft und Jugend – sobald sie sich ihrer eigenen Kraft bewusst wird und eine Führung findet, die ihr nicht in den Rücken fällt – und zwar in allen Ländern: In der Türkei, in Ägypten, im Iran, in Israel – aber auch in Syrien! Das ist die Aufgabe der Stunde. Nicht Euphorie, nicht Resignation – sondern Analyse, Organisierung und internationaler Kampf.
Für die Sozialistische Union der Levante! Nieder mit dem Imperialismus – in all seinen Formen!