…wird ein Feuer entfachen!

Folgender Antrag wurde auf der Bezirkskonferenz der SJ Alsergrund beschlossen und wird bei der Landeskonferenz der SJ Wien (28.11.) und am Verbandstag der SJ (4./5.12.) eingebracht.

„Brot und Rosen“ - Hoch der Internationale Frauentag!

Vor beinahe 100 Jahren, am 19. März 1911, wurde zum ersten Mal der Internationale Frauentag begangen. Es war dies eine Initiative der sozialdemokratischen Frauenbewegung, speziell ihres linken Flügels, die damit dem Kampf der proletarischen Frauen für ihre Befreiung in der ArbeiterInnenbewegung einen höheren Stellenwert geben wollten bzw. sich gegen die bürokratische Gängelung durch die Parteispitze zur Wehr setzte.

In den letzten 100 Jahren konnten die ArbeiterInnen- und die Frauenbewegung eine Vielzahl von Verbesserungen für Frauen durchsetzen. Doch sind wir noch immer weit davon entfernt, dass die spezielle Unterdrückung von Frauen aufgehoben ist. Frauen verdienen noch immer weit weniger als ihre männlichen Kollegen, Frauen werden noch immer als „stille Reserve“ auf dem Arbeitsmarkt gehandelt, Frauen leiden wie eh und je unter einer Doppel- und Dreifachbelastung, unzählige Frauen sind sexueller Unterdrückung und Ausbeutung ausgesetzt, Sexismus ist weiterhin ein allgegenwärtiges Phänomen, das alle Bereiche der Gesellschaft (einschließlich linker Organisationen) durchflutet.

Solange es Kapitalismus gibt, wird sich daran auch nichts Grundlegendes ändern. Frauenunterdrückung ist ein integraler Bestandteil der kapitalistischen Herrschaftsordnung und kann auch nur mit dieser überwunden. Die Sozialistische Jugend Österreich sieht sich in der Tradition der proletarischen Frauenbewegung und versteht sich in den Worten von Clara Zetkin als „Vorkämpferin für die volle soziale und menschliche Befreiung und Gleichberechtigung des gesamten weiblichen Geschlechts“. Wir sehen „die Frauenfrage im Lichte des historischen Materialismus als wesentlichen Teil der allgemeinen sozialen Frage.“ (..) Unser Handeln wird von der Auffassung geleitet, „dass nur der revolutionäre Umsturz der bürgerlichen Gesellschaft und die Verwirklichung des Sozialismus als Tat des sich kämpfend befreienden Proletariats der Gesamtheit der Frauen voll erblühendes und sich auswirkendes Menschentum bringen werde und nicht die formale Gleichstellung der Geschlechter im Gesetz.“

Mit dieser Perspektive wollen wir uns hier und jetzt mit voller Entschiedenheit gegen jede Form der Frauenunterdrückung auftreten. In diesem Sinne wurde 1911 erstmals der Internationale Frauentag begangen. In Hinblick auf den 100. Jahrestag dieses zentralen Termins im Kalender unserer Bewegung beschließt daher der Verbandstag der SJÖ:

• die Abhaltung von öffentlichen Veranstaltungen, Kundgebungen und Demonstrationen rund um den 8. März in allen Bundesländern.

Dabei treten wir für folgende Forderungen ein:

• Gleicher Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit!
• Gegen prekäre Beschäftigungsverhältnisse! Für Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich!
• Für den Ausbau öffentlicher und qualitativ hochwertiger Kindbetreuungseinrichtungen.
• Nein zu Sozialabbau und Leistungskürzungen im Zuge der Budgetkonsolidierung! Massive Investitionen der öffentlichen Hand im Sozial-, Pflege-, Gesundheits- und Bildungssystem. Her mit der Sozial- und Bildungsmilliarde!
• Mehr Personal, bessere Arbeitsbedingungen und höhere Löhne für die (großteils weiblichen) Beschäftigten im Sozial- und Bildungsbereich (einschließlich der KindergartenpädagogInnen)!
• Sexismus darf keinen Platz in der Gesellschaft haben – schon gar nicht in den Organisationen der ArbeiterInnenbewegung!
• Hoch die internationale Solidarität! Wir unterstützen den Kampf unserer ausgebeuteten und unterdrückten Schwestern in aller Welt, insbesondere derer aus Osteuropa, Afrika, Asien und Lateinamerika für bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen. Der Kapitalismus zerstört in diesen Regionen die Zukunftsperspektiven von Millionen Mädchen und Frauen, was vielen von ihnen keine andere Chance lässt als jede noch so schlecht bezahlte Arbeit anzunehmen oder gar Sklavenarbeit (z.B. als Prostituierte) zu leisten.

Setzen wir am 8. März ein starkes Zeichen im Kampf gegen Frauenunterdrückung!
Kein Sozialismus ohne Frauenbefreiung – Keine Frauenbefreiung ohne Sozialismus!




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