Wir schreiben das Jahr 2015. Österreich liegt unter den reichsten Ländern in der Europäischen Union auf Platz 2 – und die Innenministerin der Christlich-Sozialen lässt für Kriegsflüchtlinge und schutzsuchende Menschen Plastikzelte als Unterkunft aufstellen.

 

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Konkret auch am Standort Thalham im oberösterreichischen Bezirk Vöcklabruck, wo sich auch das gleichnamige Erstaufnahmezentrum befindet. Dieses hat eine langfristig maximal genehmigte Kapazität von rund 120 Menschen, was sich etwa in der Ausgestaltung der Räumlichkeiten (Waschmöglichkeiten, Speiseräume, Gemeinschaftsräume etc.) sowie der Anzahl des verfügbaren Betreuungspersonals wiederspiegelt. Kurzfristige Überbelegungen mit bis zu 180 Flüchtlingen sind erlaubt, jedoch platzt Thalham mit aktuell über 200 Schutzsuchenden aus allen Nähten. Was dies für die Situation in den Gebäuden bedeutet will man sich kaum vorstellen: Speisesäle die vollgepfercht sind mit Betten, Waschmöglichkeiten die bei weitem nicht ausreichen, Überbelastungen des Betreuungspersonals und vor einiger Zeit kam es sogar zu einem Fall von Vergewaltigung – Zustände, die allesamt untragbar sind.

Doch die Innenministerin legt noch ein Schäufelein drauf und lässt nun im überfüllten Erstaufnahmezentrum zusätzlich eine Zeltstadt errichten, in welcher weitere 80 Flüchtlinge untergebracht worden sind. Insgesamt also über 300 Menschen sprengen das Ausmaß der Räumlichkeiten in Thalham nun endgültig. Doch wer glaubt das wäre alles täuscht sich leider.

Wie sieht die aktuelle Situation aus?

In den Plastikzelten liegen Plastikplanen am Boden, auf denen Pritschen für die Flüchtlinge stehen. Es ist kalt. Es ist nass. Viele Flüchtlinge besitzen nicht einmal Schuhe. Gekrönt wird die Situation damit, dass die eingesetzten Heizungsgeräte in den letzten Tagen versagten und nicht in Gang gebracht werden konnten. Von der Lagerverwaltung kam dazu lapidar die Auskunft, dass die Flüchtlinge tagsüber „eh in das Hauptgebäude gehen können“ – bei den aktuellen Platzverhältnissen und mit Betten vollgestellten Gemeinschaftsräumen etc. eine eher theoretische Möglichkeit.

Auf Nachfrage des LAbg. Hermann Krenn (SP), warum nicht sofort die örtliche Feuerwehr kontaktiert wurde, als der Defekt an den Heizaggregaten festgestellt wurde kam von Vertretern des Mikl-Leitner-BMI die saloppe Antwort „die haben eh Decken“.

Keine Schuhe, kalte Plastikplanen auf den Böden der Zelte, keine Heizung, keine ausreichende Waschmöglichkeit, keine ausreichende Betreuung, Dixi Klos und rund 4-9°C in der Nacht. So leben Flüchtlinge im Kriegsgebiet und in Thalham/ OÖ.

Liebes Österreich, ich schäme mich für deine Flüchtlingspolitik! Wir brauchen ein sofortiges Ende der Zeltlager und eine Unterbringung der schutzsuchenden Menschen in Österreich in festen Unterkünften! Und es braucht Konsequenzen für diese menschenunwürdigen Schlampereien!

Daniela Holzinger, www.danielaholzinger.com


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