Vergangenen Monatg, den 14. Jänner, erschütterte ein Bombenanschlag das Industriegebiet Quaidabad in der Metropole Karachi. Die Bombe explodierte auf dem Markt ganz in der Nähe der Gul Ahmed Textilfabrik. Dieses Gebiet ist Teil des Wahlkreises NA-257 Karachi19. Dort führt Genosse Riaz Hussain Lund Baloch als Kandidat der Pakistan Peoples Party eine revolutionär-sozialistische Wahlkampagne gegen die faschistische MQM.

 

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Das Gebiet, wo die Bombe explodierte, ist eine historische Hochburg der PPP, doch in den letzten Jahren gelang es den Kräften der Reaktion in diesem Wahlkreis ihren Einfluss auszuweiten. Diese Faschisten setzen voll und ganz auf Einschüchterung und Terror, mit dem Ziel die Massen vor einer Teilnahme am politischen Leben abzuschrecken. Wer gegen ihre mafiösen Geschäftemachereien das Wort erhebt, setzt sein Leben aufs Spiel. Der Staatsapparat beschützt diese Kräfte, weil er ebenfalls ein Interesse an einer Atomisierung der Massen hat.

Im Zuge des aktuellen Wahlkampfes hat sich das Klima in diesem Wahlkreis jedoch massiv gewendet. Genosse Riaz Lund erhielt von Benazir Bhutto kurz vor ihrer Ermordung die Zustimmung, dass er für die PPP zu den Parlamentswahlen antreten kann. Den Wahlkampf führt er unmissverständlich entlang einer revolutionären Linie. Die Losung auf seinem Wahlkampfplakat lautet: "Wir, die Werktätigen, führen einen Krieg gegen die Reichen". Mit diesem Slogan erlangte er enorme Popularität unter den Armen in seinem Wahlkreis.

In diesem Wahlkreis haben einige der wichtigsten Industriebetriebe Pakistans ihre Produktionsstätten. Der Großteil der wichtigsten Textilfabriken des Landes sowie Schlüsselindustrien, wie die General Tyre and Pakistan Machine Tool Factory, liegen in diesem Gebiet. Der Bin Qasim Hafen, die Hauptschlagader der pakistanischen Ökonomie, befindet sich ebenfalls in diesem Wahlkreis wie auch das Stahlwerk der Pakistan Steel Mills.

Genosse Riaz Lund ist ein gestandener Gewerkschafter und Aktivist der Pakistan Trade Union Defence Campaign (PTUDC). Einst selbst Arbeiter in den Steel Mills organisierte er den entscheidenden Kampf gegen die Privatisierung des Stahlwerks – mit Erfolg. Nun nimmt die Regierung einen neuerlichen Anlauf zur Privatisierung der Steel Mills und anderer wichtiger Industriebetriebe wie der Pakistan Machine Tool Factory.

Der revolutionäre Wahlkampf von Riaz Lund auf der Liste der PPP stellt für den Staat und seine reaktionären Marionetten von der MQM ein massives Hindernis dar. Doch von den Massen hat Genosse Riaz Lund bisher unvorstellbare Unterstützung genossen, wenn die Wahlen halbwegs fair ablaufen würden, dann würde seinem Wahlsieg nichts im Wege stehen. Dies wäre ein gewaltiger Rückschlag für die Faschisten und für die Regierung von Präsident Musharraf. Gegenwärtig hat die MQM eine Mehrheit in der Stadtverwaltung von Karachi und der Provinzregierung. Den Verlust dieser Mehrheit an die UnterstützerInnen der marxistischen Strömung in der PPP können sie keinesfalls hinnehmen. Sie sind offensichtlich zu allem bereit, um die Menschen einzuschüchtern und um den Wahlprozess zu sabotieren. In der Vergangenheit haben sie es geschafft, ihre wichtigsten politischen Gegner aus dem Verkehr zu ziehen, Dabei schrecken sie auch vor politischen Morden nicht zurück.

Abdullah Murad Baloch von der PPP wurde 2002 in diesem Wahlkreis als Mitglied des Provinzparlaments von Sindh gewählt. Er war ebenfalls eine aktive Stimme der Armen und wurde 2004 von den Faschisten kaltblütig ermordet.

Die dramatischen Ereignisse vom 12. Mai 2007 unterstreichen ebenfalls, dass die MQM auch vor Gewalt nicht zurückschreckt. An jenem Tag eröffneten diese Verbrecher das Feuer auf eine Kundgebung von an die 10.000 Menschen, die gegen die Diktatur von Musharraf protestierten. Die Scharfschützen saßen auf den Dächern entlang der Demoroute und warteten auf die Demo. Bei dem Zwischenfall wurden mehrere Demonstranten ermordet und Hunderte verletzt. Genosse Riaz Lund wurde damals ebenfalls von zwei Kugeln verletzt.

Der Bombenanschlag vom 14. Jänner ist ein weiterer Versuch der MQM die Menschen zu terrorisieren und die Wahlkampagne in NA-257 zu unterbrechen.

Die Wahlen sollen nach derzeitigem Stand am 18. Februar stattfinden. Die MQM wird bis dahin alles unternehmen, um mit den Mitteln des Terrors die Wahl zu verhindern oder die Wahlbeteiligung so niedrig wie möglich zu halten.

Doch die Menschen sehnen sich nach Rache und suchen nach einer revolutionären Alternative zu den katastropahlen Bedingungen, unter denen sie leben müssen. Als Genosse Riaz Lund die Verletzten nach dem Anschlag im Jinnah Krankenhaus besuchte, wurde er dort herzlich willkommen geheißen. Die Verletzten riefen Slogans gegen die MQM und gegen Präsident Musharraf. Sie versicherten den GenossInnen, dass die Zeit der Wende gekommen ist, und dass sich die Menschen nicht länger einschüchtern lassen werden.

Wir rufen alle unsere LeserInnen auf, gegen diesen faschistischen Terror zu protestieren und die Wahlkampgne von Riaz Lund zu unterstützen.

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