Aus dem Leben einer arbeitenden Mutter


Für alleinerziehende Frauen hat Herr Stocker eine Botschaft: „Sagen Sie mir ein Land, wo Sie mehr unterstützt werden in Ihrer Alleinerziehung?“ Wir suchen nicht nach einem Vergleich, denn es ist Realität, dass Frauen aus wirtschaftlicher Abhängigkeit in einer Beziehung gehalten werden. Wenn dort Gefahr für Psyche und Körper droht, muss das mit finanziellen Existenzängsten abgewogen werden. Verlässt eine Frau ihren gewalttätigen Mann, beginnt ein endloser Spießrutenlauf. Bürokratisch erdrückt, finanziell am Existenzminimum und dieser Druck wird direkt an die nächste Generation weitergegeben. Von Manuela Türtscher & Anna Bührle
„Kinderbetreuung ist für mich keine unbezahlte Arbeit, weil Kinderbetreuung würde ich nicht als Arbeit sehen.“ Stocker erklärt, eine Familie sei kein „Rechenbeispiel“. Zynisch! Denn viele Arbeiterfamilien und gerade alleinerziehende Frauen sind ständig im Rechenmodus. Dabei trifft der Schulanfang am härtesten. Zwischen 100-300€ müssen pro Kind berechnet werden. Im Laufe des Schuljahres kommen noch Ausflüge, Projektwochen etc. dazu. Diese können schlaflose Nächte und enormen sozialen Druck erzeugen.
Ich bin Mutter von 4 Kindern und war vor kurzem gezwungen, ins Frauenhaus zu flüchten. Viele Frauen sind während der Kinderbetreuung finanziell abhängig vom Partner. Keine gute Voraussetzung für eine Trennung.
Nächstes Jahr, wenn mein 15-jähriger Sohn die Lehre beginnt und „dazuverdient“, verlieren wir den Anspruch auf Wohnbeihilfe. Somit übernimmt er einen tragenden Anteil am Haushaltseinkommen. So werden die finanziellen Abhängigkeiten in die nächste Generation weitergetragen.
Das ist kein Einzelfall. Während Femizide und Gewalttaten an Frauen zunehmen und Kapitalisten immer offener in den Angriff auf die Unterdrücktesten unserer Gesellschaft gehen, hören wir von den reformistischen Parteien nur Forderungen nach Anerkennung und Respekt. Regelmäßig zum Equal-Pay-Day gibt es eine empörte Ermittlung des Status quo, aber gehandelt wird nicht!
Die Abgehobenheit und Weltfremdheit unserer Politiker zeigt deutlich, wie sehr die herrschende Klasse im Niedergang begriffen ist. Ein System, in dem Milliarden für Aufrüstung und immer weniger für Familien und Soziales ausgegeben werden, hat keine Zukunft. Fegen wir es hinweg!
Wenn du auch so denkst, dann schreib uns an und organisier dich mit uns gegen den Kapitalismus!
(Funke Nr. 246/03.09.2026)