Weltrettung als Science Fiction


Project Hail Mary ist die neueste Sci-Fi-Buchadaption mit Ryan Gosling und jetzt schon einer der erfolgreichsten Filme des Jahres. Von Stephanie Langer und Valentin Iser
Nachdem die Sonne aufgrund eines mysteriösen außerirdischen Partikels zu erlöschen droht, legen die Herrscher der Welt ihre Differenzen beiseite und bündeln alle verfügbaren Ressourcen in einem gemeinsamen Forschungsprogramm.
Ziel ist es, einen Astronauten ins Weltall zum einzigen Stern zu schicken, der nicht zu erlöschen scheint, um herauszufinden, warum.
Das Fiktive an diesem Science-Fiction-Szenario sind aber nicht interstellare Reisen oder Aliens, sondern die Vorstellung, dass die herrschende Klasse ihre Profitinteressen beiseitelegen, auf Patentrechte verzichten und über nationale Grenzen sowie geopolitische Konflikte hinweg zum Wohle der Menschheit zusammenarbeiten könnte. In Wahrheit würde sie jeden Cent an Profit herausholen, egal was das für die Menschheit bedeutet.
Wir befinden uns bereits in einer realen Klimakatastrophe, die unser aller Leben gefährdet. Dennoch denken die Konzerne nicht daran, konsequent zu einer Lösung beizutragen. Stattdessen versuchen sie, durch Kriegstreiberei und Profitgier kurzfristig noch reicher zu werden – selbst wenn die Menschheit dabei in die Barbarei abzurutschen droht. Im Zeitalter des Imperialismus wird jede Farce des „Klimaschutzes“ entblößt: Die EU kürzt ihr Klimaschutzbudget zugunsten von Aufrüstung, das Schmelzen der Eiskappen im Atlantik wird als Business-Opportunity gesehen, weil dadurch neue Ölquellen zugänglich werden.
Kinogänger schätzen Filme, wo spürbar menschliches Handwerk dahintersteckt. Im Film wurden viele aufwändige Sets gebaut und Drahtseile für die Szenen in Schwerelosigkeit verwendet. Außerdem gab es ein Team von Puppenspielern!
Der Erfolg des Films lässt sich aber auch auf die Tatsache zurückführen, dass Menschen sich nach hoffnungsvollen Geschichten sehnen. In einer Welt, in der Genozide, Kriege und Spaltung dominieren, wollen viele einen Film sehen, in dem die Menschheit miteinander kooperiert. Doch das muss keine reine Fiktion bleiben. Eine solche Form von Wissenschaft und internationaler Zusammenarbeit kann in einer sozialistischen Planwirtschaft entstehen. Die Welt kann nur vor realen (und fiktiven) Bedrohungen gerettet werden, wenn wir ein System schaffen, das für die Menschheit arbeitet – und nicht gegen sie.
Nur der Sturz des Kapitalismus kann die internationale Zusammenarbeit ermöglichen, die notwendig wäre, um die Klimakrise zu überwinden.
(Funke Nr. 243/24.04.2026)