Gerangel um Grönland


„Die Vereinigten Staaten brauchen Grönland zum Zweck der nationalen Sicherheit. WENN WIR ES NICHT TUN, WERDEN ES RUSSLAND ODER CHINA MACHEN, UND DAS WIRD NICHT PASSIEREN!“, verkündet Trump. Von Laura Höllhumer
Für Millionen Menschen ist der Klimawandel existenzbedrohend, für die Imperialisten hingegen eröffnet er in der Arktis neue Profitmöglichkeiten durch freigelegte Bodenschätze und Handelsrouten. Während das Eis immer schneller schmilzt, beschleunigt sich der imperialistische Wettlauf um die Arktis. Die Europäer sind einmal mehr die größten Verlierer im Ringen der Großmächte.
Bereits im Rahmen des Alaskakaufes von Russland 1867 begannen die USA die Inbesitznahme Grönlands zu prüfen. 1946 versuchten sie, Dänemark die Arktiksinsel um 100 Millionen Dollar abzukaufen. Der Blick in die Geschichtsbücher zeigt: Das strategische Interesse der USA an Grönland ist ernst gemeint. Dabei sind Trump vom Kauf bis zur Militärinvasion alle Mittel recht.
Bei den europäischen Regierungen, allen voran im Königreich Dänemark, sorgt dieses Angebot, das man nicht ablehnen kann, für Panik. Dänemarks einzige Möglichkeit, seine Kolonialbesitzungen zu behalten, ist, Grönland wie bisher unter Duldung der USA zu verwalten. Doch das reicht den USA heute nicht mehr. Norwegen (2), Deutschland (13), Frankreich (15) und Schweden haben Soldaten nach Grönland entsendet, um der Sprengung der NATO vorzubeugen.
Dänemark versucht seine Kontrolle über Grönland unter dem Slogan „Grönland gehört den Grönländern“ aufrechtzuhalten. Die demokratieliebenden dänischen Politiker vergessen dabei gern, dass es auch nie eine Abstimmung über die Eingliederung Grönlands in das Königreich Dänemark gab. In diesem Falle verzichteten sie gern darauf, den Willen der Grönländer und Grönländerinnen anzuhören. Ebenfalls unter den Tisch gekehrt wird die brutale Kolonialgeschichte Dänemarks, das zur „zivilisatorischen Dänisierung“ Hunderte grönländische Kinder entführte und das Bevölkerungswachstum durch Zwangsverhütung kontrollierte. Das heutige Eintreten gegen die Unterdrückung der Grönländer ist nichts als ein zynischer Versuch, die Interessen des dänischen Kapitalismus zu verteidigen, wie die dänischen Genossen der RKI erklären.
Die revolutionären Kommunisten in Dänemark fordern die nationale Selbstbestimmung, inklusive dem Recht auf Loslösung. Allerdings kann nur die Machtergreifung der Arbeiterklasse und der Sturz des Kapitalismus die Unterdrückung ebenso wie die Plünderung der Arktis tatsächlich beenden.
(Funke Nr. 240)