OÖ: Ordensspitäler vor dem Streik


In den Krankenhäusern Oberösterreichs herrscht derzeit eine kämpferische Stimmung. Am 3.12. organisierte die Gewerkschaft vida Kundgebungen in Linz, Wels und Ried. Jetzt soll am 22. Jänner in allen acht Ordensspitälern gestreikt werden. Von Lorenz Herbe
An der Kundgebung in Linz nahmen rund 100 Beschäftigte aus allen Bereichen teil – von der Küche bis hin zur Chirurgie. In vielen Gesprächen wurde deutlich, dass die Beschäftigten ihre Arbeit grundsätzlich gerne machen, aber die Arbeitsbedingungen sich ständig verschlechtern. Überstunden und chronische Unterbesetzung gehören zum Arbeitsalltag. Die Stimmung war motiviert und kämpferisch. Bei der Erwähnung von der schwarz-blauen Landesregierung wurde diese, aber vor allem Landeshauptmann Thomas Stelzer, lautstark ausgebuht.
Der Applaus für die Geschäftsführung sowie für den Vertreter der Grünen hielt sich in Grenzen, während SPÖ und KPÖ den stärksten Zuspruch erhielten. Äußerst interessant war auch ein Wortbeitrag eines Vertreters der Katholischen Aktion (KA), der eine allgemeine Arbeitszeitverkürzung forderte. Dass die KA auf dieser Kundgebung radikalere Forderungen als SPÖ und KPÖ aufstellte, ist bezeichnend für den aktuellen Zustand dieser Parteien.
Zum Abschluss der Veranstaltung stellten die vida-Verhandler ein von über 6000 Kolleginnen und Kollegen unterzeichnetes Ultimatum mit den zentralen Forderungen: Inflationsausgleich und Arbeitszeitverkürzung (AZV) auf 35 Wochenstunden über die nächsten fünf Jahre. Die Arbeitgeberseite bot lediglich eine Lohnerhöhung von 3,3 % (analog zum Abschluss im öffentlichen Dienst erst ab Juli; gerechnet auf das Jahr sind das 1,65%), während sie eine AZV kategorisch ausschloss.
Die vida organisierte eine Urabstimmung über dieses Angebot: 93,3 % der Beschäftigten in den Ordensspitälern stimmten dagegen und für Streiks am 22.01. Das ist gut! Abstimmungen über KV-Abschlüsse und Kampfmaßnahmen sind ein erster Schritt für selbstbestimmte Arbeitskämpfe und können diese nur stärken. Angesichts permanent schlechter KV-Abschlüsse und frecher Forderungen der Unternehmer muss das in allen KV-Verhandlungen zum Standard werden. Wir sind uns sicher, dass sich bei Abstimmungen in allen Branchen ein ähnliches Bild zeigen würde. Das wäre auch eine Grundlage für den gemeinsamen Kampf aller Sektoren gegen die ständige Offensive der Sparregierung und der Unternehmer.
Die RKP Linz wird die Streiks in den Ordensspitälern solidarisch vor Ort unterstützen.
(Funke Nr. 240)