Heute streiken SchülerInnen in Wien, Linz, Salzburg, Innsbruck, St.Veit und Vorarlberg für eine Reform der Zentralmatura. Dies ist die größte SchülerInnenbewegung seit 2009. Wir verteilen auf den Demos folgendes Flugblatt.

 

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Für einen bundesweiten Schulstreik!

Die Zentralmatura ist in dieser Form untragbar. Daran hat auch der Kompromiss der Bundesschülervertretung mit dem Ministerium nichts geändert. Deshalb streiken wir heute für eine wirklich faire Matura.

Deshalb finden heute in Wien, Vorarlberg, OÖ, Salzburg und Kärnten schon Streiks statt. Und dies obwohl die ÖVP-nahe Schülerunion Parteiinteressen über die Interessen von uns SchülerInnen gestellt und versucht hat den Streik abzusagen.
Doch das ist erst der Anfang! Wir fordern, dass die Zentralmatura neu verhandelt wird. Damit sich die Regierung wieder an den Verhandlungstisch setzt, werden wir mit einem bundesweiten Schulstreik Druck machen müssen. Nächste Woche soll die neue Regierung angelobt werden. An diesem Tag sollten am Wiener Ballhausplatz tausende SchülerInnen (und LehrerInnen, die gegen das neue Lehrerdienstrecht protestieren, das in Wirklichkeit nur ein Sparpaket bei der Bildung darstellt) demonstrieren und in ganz Österreich Schulstreiks stattfinden. Dies wird die Regierung nicht ignorieren können. Damit sich bei neuen Verhandlungen die Bundesschülervertretung nicht wieder über unsere Köpfe hinwegsetzt, fordern wir, dass die Verhandlungen öffentlich geführt werden, und VertreterInnen der SchülerInnenbewegung hinzugezogen werden.
Unsere VertreterInnen sollten auf einer bundesweiten AktivistInnenkonferenz noch vor Weihnachten gewählt werden. Demokratische Mitbestimmung ist der beste Garant für eine echte Reform.

Die Zentralmatura ist aber nur ein Problem von vielen im Bildungswesen. Wir brauchen eine echte Bildungsreform. Darunter verstehen wir nicht das als neues LehrerInnendienstrecht versteckte Sparpaket. Im Gegenteil: Es braucht mehr Geld für die Bildung. Der Regierung sind die Rettung der Banken und deren Profite wichtiger als unsere Zukunft. Deshalb: Geld für Bildung statt für Banken! Wir fordern, dass der morgen fällige Betrag von 850 Mio. ¤ für die bankrotte Hypo-Alpen-Adria Bank nicht überwiesen wird. Wir wollen dass dieses Geld im Bildungsbudget 2014 gutgeschrieben wird.

Geld für modernen Unterricht und moderne Schulen! Nur gemeinsam sind wir stark!
Don’t panic, organize!

Aufruf der Streik-AktivistInnen Vorarlbergs:

Next Step: Bundesweiter Streiktag am 17.12.2013!

Liebe Mitschülerinnen und Mitschüler in Linz, Salzburg, Innsbruck, St. Veit und Wien!

Wir freuen uns, dass unsere Initiative für den SchülerInnenstreik heute am 12.12.2013 in ganz Österreich auf Widerhall gestoßen ist! Die Besonderheit der Streikbewegung in Vorarlberg besteht darin, dass wir zu Beginn der Proteste ein breites Plenum aller interessierten SchülerInnen gemacht haben. Wir haben alles demokratisch ausdiskutiert und eine Streikleitung gewählt. So konnten wir auch nach der parteipolitisch motivierten „Absage“ des Streikes am vergangenen Wochenende gemeinsam auf Kurs bleiben.

Wir streiken nicht zum Selbstzweck, sondern weil wir um unsere unmittelbare und fernere Zukunft Sorgen machen. Und wir befürchten, dass der heutige Tag noch nicht einmal reichen wird um die unmittelbarsten Probleme mit der Matura zu lösen. Wir wollen auch nach dem heutigen Tag weiterkämpfen!

Die Sozialistische Jugend Vorarlberg, die hier die Initiative für den SchülerInnenstreik ergriffen hat, wird auf dem SchülerInnenplenum nach der Demonstration in Dornbirn eine Resolution zur Diskussion stellen. Da die Zeit drängt, stellen wir diese hier vorab in ganz Österreich zur Diskussion, ohne den Beschlüssen auf unserem Plenum vorzugreifen:

Resolution:

„In Erwägung,

  • dass die Probleme mit der Zentralmatura nicht gelöst sind
  • dass die LehrerInnendienstrecht-Reform ein Bildungskürzungsprogramm ist
  • dass wir nicht uns von der SV nicht parteipolitisch missbrauchen lassen


Rufen wir dazu auf:

  • dass die Verhandlungen mit dem BM:UKK wieder aufgenommen werden, dass die Verhandlungen öffentlich geführt werden und Delegierte der SchülerInnenbewegung an ihnen teilnehmen.
  • dass die Lehrer unsere volle Unterstützung haben, sofern sie endlich bundesweit und mit voller Kraft gegen die Lohnkürzung und Ausweitung der Unterrichtsverpflichtung kämpfen.
  • dass wir mehr Mittel für die öffentlichen Schulen brauchen. Wir fordern, dass der morgen fällige Betrag von 850 Mio. ¤ für die bankrotte Hypo-Alpen-Adria Bank nicht überwiesen wird. Wir wollen dass dieses Geld für das Bildungsbudget 2014 gutgeschrieben wird.
  • dass die SchüleraktivistInnen und SchülerInnenorganisationen die die heutigen Demonstrationen möglich machten zu einer bundesweiten AktivistInnenkonferenz am 21.12.2013 in einer zentral gelegenen Landeshauptstadt (etwa Linz) zusammentreten um den Gang der Dinge zu besprechen und nächste Schritte gemeinsam zu beschließen.
  • Wir laden insbesondere die bundesweiten SchülerInnenorganisationen, die Aktion Kritsche SchülerInnen und die GPA-djp-Jugend, ein, in diesem Sinne die Verantwortung für die bundesweite Koordinierung der Proteste zu übernehmen.
  • In Vorarlberg treffen wir uns am Samstag, den 14.12. zu einer AktivistInnenkonferenz um die auf Grundlage der Meinung an unseren Schulen und eurer Reaktionen die nächsten Schritte einzuleiten.

Rebelliert!

Gemeinsam sind wir stark!“


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