Am 11. Februar kam es in der pakistanischen Stadt Multan zu einer Verhaftungswelle gegen Aktivisten. Sie hatten sich an einer Gedenkveranstaltung an den PTM-Aktivisten und Universitätsprofessor Arman Loni beteiligt, der erst wenige Tage vorher von Polizeieinheiten aus Belutschistan zu Tode geprügelt worden war (was von den Behörden geleugnet wird).

 

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Bei dem friedlichen Protest kam es zu über 20 willkürlichen Verhaftungen. Die meisten Verhafteten wurden am selben Tag entlassen, nicht jedoch Rawal Asad, Aktivist der Progressive Youth Alliance, die wie der Funke Teil der IMT (Internationale Marxistische Strömung) ist. Völlig haltlose Anklagen wie die der Volksverhetzung/Aufruhr wurden gegen ihn erhoben und ihm drohen 10 Jahre Haft. Über Wochen wurde die ihm zustehende gerichtliche Anhörung verweigert, die über seine Freilassung auf Kaution entscheidet. Wie Rawal Asads Anwalt aufzeigte, war der Fall gegen ihn von vorne bis hinten fabriziert, und das Gericht folgte eindeutig „externen Einflüssen“ – jedenfalls nicht der geltenden Verfassung, die Demonstrationsfreiheit vorsieht.

In Pakistan kommt es häufig zu willkürlichen Festnahmen, Folter und im schlimmsten Fall zu außergerichtlicher Ermordung. In etwa 30.000 Fällen der letzten 10 Jahre wurden Gefangene niemals einem Richter vorgeführt und bleiben aufgrund dessen bis heute verschollen. Im letzten April wurden elf Aktivisten der IMT von Soldaten und paramilitärischen Einheiten entführt und für mehrere Tage willkürlich festgehalten.

Die IMT startete für die Freilassung von Rawal Asad eine internationale Kampagne. Dabei ging es einerseits darum, den Fall einer breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen, um dadurch zu erzwingen, dass Rawal einem Richter vorgeführt wird und nicht einfach verschwindet. Weiters wurde gefordert, die haltlosen Anschuldigungen fallen zu lassen und ihn auf Kaution freizulassen. In zahlreichen Ländern wie Großbritannien, Schweiz, Kanada, Schweden und insbesondere in Pakistan selbst wurden deshalb Proteste vor Botschaften und Behörden organisiert oder Petitionen übergeben, die die Freilassung von Rawal Asad forderten. Auch in Österreich unterzeichneten mehr als 70 Personen den Aufruf. Durch den Druck der Bewegung in Pakistan und international konnte schließlich am 11. März die Freilassung auf Kaution von Rawal Asad bewirkt werden.
Wir danken allen, die die Kampagne unterstützt haben für ihre Solidarität!

Felix Bernfeld

(Funke Nr. 172/April 2019)


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