Viva Cuba Socialista!


Die Belagerung Kubas durch den US-Imperialismus zeigt Wirkung. Die Folge ist ein landesweiter Zusammenbruch des Stromnetzes und damit droht eine humanitäre Katastrophe – so sieht es aus, wenn die Herrschenden in Washington „Demokratie“ exportieren. Von Matthias Monschein
Aufgrund des US-Embargos ist die letzte Öllieferung an den kubanischen Staat drei Monate her – Erdöl ist jedoch essenziell für die Infrastruktur der Insel. Noch immer sind große Teile des Landes ohne Strom – mit schweren Folgen. Der Schulunterricht wird gekürzt oder fällt vollständig aus, Krankenhäuser müssen Operationen verschieben, Flugzeuge bleiben am Boden, Lebensmittel verderben aufgrund mangelnder Kühlung. Die kubanische Revolution befindet sich in einem Überlebenskampf.
„Ich kann alles damit machen“, äußerte sich Trump über seine Pläne für Kuba. Seine volle Aufmerksamkeit möchte der „Friedenspräsident“ auf die Karibikinsel aber erst nach der Zerstörung des Iran widmen. Um sich eine kubanische Zukunft unter der Herrschaft des US-Kapitals vorzustellen, braucht man allerdings nur den Blick nach Venezuela richten oder ein wenig die Geschichte Kubas vor der Revolution 1959 studieren. In bürgerlichen Blättern als „Partnerschaft der USA und Kuba“ gelobt, galt Kuba unter der Diktatur Batistas als Bordell reicher Yankees. Auf der rohstoffreichen Insel gab es mehr registrierte Prostituierte als Minenarbeiter. Wenige Grundbesitzer und US-Konzerne besaßen den Großteil des Landes und der Wirtschaft und ließen sich in Luxusautos kutschieren, während die Bevölkerung unter Armut und Hunger litt.
Für die Wiederherstellung ihrer Dominanz über Lateinamerika ist den Herrschenden der USA kein menschlicher Preis zu hoch. Nationale Selbstbestimmung ist mit dem Willen des Finanzkapitals nicht vereinbar. Nach der Entführung ihres Präsidenten muss Venezuela sein Staatsbudget mit Washington abstimmen; Öl- und Goldverkäufe laufen über US-Konten. Mexiko, Kolumbien und Brasilien stellten Öllieferungen nach Kuba ein, nachdem Trump mit hohen Zöllen drohte; Ecuador und Costa Rica schlossen ihre kubanischen Botschaften; in Guatemala reichte ein Tweet der US-Botschaft, um die systemtragende kubanische Ärztemission im Land zu beenden.
Die Regierung Kubas gab nun bekannt, seit Mitte März Gespräche mit den USA zu führen, um „bilaterale Differenzen aufzulösen“. Unter den jetzigen Umständen gleichen diese Verhandlungen einem Raubüberfall, bei dem dem Opfer die Pistole an die Schläfe gehalten wird.
In diesem Rahmen muss auch die neue Erlaubnis für die Gründung privat-öffentlicher Gemeinschaftsunternehmen sowie für ausländische Firmengründungen und Investitionen (der Minister für Außenhandel hierzu: „Es gibt keine Limits“) gesehen werden. Unter dem Druck der Blockade wird die Wiedereinführung des Kapitalismus in Kuba in höherem Tempo erzwungen.
Das US-Finanzkapital stellt damit die Weichen für die Privatisierung der öffentlichen Unternehmen und Infrastruktur, um diese auszupressen. Auch der nun von den USA erlaubte Verkauf von Öl an private Unternehmen in Kuba ist so zu verstehen – ihr Einfluss soll gestärkt werden; der Markt soll das politische System untergraben.
Die Kubanische Revolution hat aber immer noch einen hohen symbolischen Wert für die Linke weltweit. So nehmen derzeit auch Hunderte am „Nuestra América Convoy“ teil, welcher die Blockade durchbrach, um Grundversorgungsmittel nach Kuba zu liefern.
Diese beeindruckende Praxis der Solidarität braucht eine politische Perspektive. Entscheidend wird sein, ob es gelingt, in Lateinamerika und weltweit eine Massenbewegung aufzubauen, die den Druck des Imperialismus brechen kann. Die erste Forderung muss die fortgesetzte Lieferung von Öl sein. Doch damit können und werden sich die Massen Lateinamerikas nicht zufriedengeben. Die Regierungen ihrer Länder haben sich als Vasallen des US-Imperialismus erwiesen. Sie müssen von den Massen mitsamt den heimischen Kapitalisten, die tausendfach mit dem US-Imperialismus verbunden sind, beiseite gefegt werden. So kann auch die Isolation Kubas durchbrochen werden. Die Verteidigung der kubanischen Revolution wird nur gelingen, wenn sich die Revolution auf ganz Lateinamerika ausweitet!
(Funke Nr. 242/24.03.2026)