Vor knapp zwei Wochen wurde unser Genosse Ehsan Ali, Vorsitzender des Awaami Aktionskomitees in Gilgit Baltistan (AAC-GB), zusammen mit weiteren führenden Aktivisten von der pakistanischen Polizei verhaftet. Das AAC organisiert seit Jahren eine Protestbewegung in Gilgit Batistan (im Norden Pakistans) gegen Teuerung und die Ausplünderung der Region. Dafür werden sie nun verfolgt und unter unzumutbaren Bedingungen gefangen gehalten. Wir veröffentlichen hier einen Protestbrief an die pakistanische Botschaft in Wien, der von verschiedensten Aktivisten und Aktivistinnen der österreichischen Arbeiterbewegung unterstützt wird: Ein Angriff gegen einen ist ein Angriff auf uns alle!
Sehr geehrter Herr Botschafter,
Mit tiefer Sorge beobachten wir die Festnahme und fortdauernde Haft von Advocate Ehsan Ali und weiteren führenden Aktivisten des Awaami Aktionskomitees in Gilgit-Baltistan (ACC-GB). Andere, die gegen dieses Unrecht protestieren, wurden ebenfalls eingesperrt. Diese Verhaftungen stellen eine schwerwiegende Verletzung grundlegender demokratischer Rechte dar, wie das Recht auf friedlichen Protest und freie Meinungsäußerung.
Wir mussten erfahren, dass sich der Gesundheitszustand von Ehsan Ali wegen der miserablen Haftbedingungen bedeutend verschlechtert hat und er deshalb in ein Krankenhaus überführt wurde. Es ist erschreckend zu hören, dass ein älterer und weithin respektierter Mensch wie Herr Ali unter Bedingungen festgehalten wird, die seine Gesundheit gefährden. Uns beunruhigen auch Berichte über Folter und Misshandlungen anderer inhaftierter Aktivisten.
Das ist eine Verletzung der wesentlichsten Menschenrechte. Wir fordern Sie daher auf, unseren entschiedenen Protest gegen die anhaltende Haft von Ehsan Ali und allen anderen inhaftierten Mitgliedern des Awaami Aktionskomitees an die entsprechenden Behörden in Pakistan weiterzuleiten.
Wir wünschen auch rasche Zusicherungen:
- dass Ehsan Ali und die anderen verhafteten Anführer des Awaami Aktionskomitees freigelassen werden;
- dass Ehsan Ali unverzüglich eine angemessene medizinische Versorgung erhält und nicht mehr Bedingungen ausgesetzt wird, die seine Gesundheit gefährden;
- dass die Berichte von Folter und Misshandlung der Verhafteten unverzüglich untersucht werden;
- dass die Sicherheit, Rechte und Würde aller, die sich friedlich an den Protesten in Gilgit-Baltistan beteiligen, garantiert werden.
Wir bitten Sie um eine rasche Rückmeldung zu diesen Punkten. Wir und immer mehr Menschen weltweit beobachten diese Situation mit großer Aufmerksamkeit und erwarten, dass dieses Unrecht beendet wird. Bis dahin werden wir weiterhin unsere Stimme erheben.
Hochachtungsvoll,
- Selma Schacht, Arbeiterkammer-Rätin
- Nadir Aykut, Arbeiterkammer-Rat
- Elisabeth Sahan, Arbeiterkammer-Rätin
- Sarah Ott, Betriebsrätin bei LOK
- Martin Gutlederer, Personalvertreter – Klinik Ottakring; Delegierte zur Landeskonferenz der Younion
- Lisa Auer, Personalvertreterin – Klinik Ottakring; Delegierte zur Landeskonferenz der Younion
- Paul Höllhumer, Personalvertreter – Klinik Ottakring
- Johannes Wölflingseder, Betriebsratsvorsitzender – BHS Wien; Vorsitzender Region 1 Vida Wien
- Patrick Kaiser, Personalvertreter – Klinik Floridsdorf; Landesvorsitzender der GLB Wien
- Zenon Khayat, Betriebsrat bei Thalia Wien
- Martin Zuba, Betriebsrat bei Gesundheit Österreich GmbH
- Markus Haunschmid, Personalvertreter des Pflichtschulbereichs im Dienststellenausschuss Wien West 4
Unterstützende Organisationen
- Revolutionäre Kommunistische Partei (RKP)
- Kommunistische Gewerkschaftsinitiative (Komintern)
- Kommunistische Jugend Österreich (KJÖ)
