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RKP Schulstreik Aktionsticker

RKP Schulstreik Aktionsticker

Graz: 1.10. Akademisches Gymnasium

Zuerst wenig Zulauf von Schülern, dann Schwall von Schülern, dort schwierig durchzudringen. Nach dem Abklingen des Ansturms eine Menge Schüler, die sich auf politische Diskussionen einlassen wollten. Viele Schüler sind schon von selbst zum Tisch gegangen, um sich zu informieren. Die meisten Schüler sind nach wie vor gegen das Kopftuchverbot, aber Unsicherheit, ob sie diejenigen sind, die etwas machen können. Da hat sich gelohnt mit Zeitung zu arbeiten, weil es angepriesen werden kann als notwendiges und praktisches Werkzeug und wir unterstützen können, wenn sie sich in Kontaktliste eintragen. Einen wirklich streikbereiten Schüler gefunden, der unbedingt etwas organisieren möchte und sogar gesagt hat: „Scheiß auf Unterricht, das hier ist wichtiger!“ Tiefgreifende Debatten waren mit den meisten interessierten Schülern möglich, wo wir auch über die Hintergründe des Kopftuchverbots gesprochen haben und warum eine Organisation möglich ist und generell, dass man etwas machen muss, weil so etwas keiner für einen macht.

6 Zeitungen wurden an Schüler verkauft, mit tiefgehenden Verkaufsgesprächen und sehr eindringlichen call to action für den Streik und v.a. die Gründung von Schulkommitees. (ASAP weil Streik schon nächste Woche) Wir haben betont, dass wir von der RKP sind und die Schüler bei der Umsetzung unterstützen wollen und deswegen mit ihnen in Kontakt bleiben wollen.

Einige Schüler hatten kein Bargeld dabei und haben deshalb nur Flyer genommen.

Viele nette Gespräche mit älteren Leuten, die froh sind, dass sie mit jemandem reden, der fundierte Kritik am Kapitalismus und Staatsapparat hat und nicht rassistisch ist. Pfarrer der Stadtpfarrkirche hat auch Zeitung gekauft, hofft aber nicht auf Revolution.

Infotisch großer Erfolg. Wichtig ist, mutig und offen als Kommunisten aufzutreten und zu betonen, dass wir da sind, um die Schüler bei der Durchsetzung ihrer Interessen zu unterstützen.
Leo aus Graz

Wien: 29.9. HLTW Bergheidengasse


Wir sind in Kontakt mit einer Schülerin, die den Infotisch in der Streikkomiteegruppe der Schule beworben hat. Sie hat uns auch empfohlen, in den Freistunden zu Mittag und am Nachmittag zu kommen. Es war ein Riesenerfolg und wir konnten 3 neue Kontakte für die RKP knüpfen und viele weitere für das Schulkomitee gewinnen!

Wir hatten 2 Tische dabei: Auf einem waren klassisch Zeitungen, Flyer, Sticker und Broschüren und am zweiten gabs eine Bastelstation für Demoschilder. Dafür haben wir Kartonstücke, Filzstifte und Acrylfarben mitgenommen. Das war ein mega Erfolg! 6 Schüler haben Schilder gemalt mit Slogans wie „Bergheiden streikt!“ oder „Nein zu Rassismus!“ und unsere Kontakte haben gleich Hammer und Sichel dazugemalt. 2 Schüler hatten heute frei, aber sind extra wegen dem Infotisch (der in der Komiteegruppe beworben wurde) herkommen.
Mio aus Wien

Innsbruck: 28.9. Ferrari Schule


Wir waren von 12:30 bis 14:00 vor der Ferrari Schule. Bis auf die Pause um 13:35 war nicht viel los.

Stattdessen haben wir Passanten angesprochen, unter anderem eine Mutter, die Interesse an Kommunismus hat und Flyer für sich und ihre Kinder mitnahm.

Als um 13:30 die Schüler aus der Freistunde zurück und in die Freistunde kamen, hörten wir oft „Wir haben schon einen“, „ich bin schon dabei“, und sogar öfters „wir haben so einen Flyer in der Klasse hängen“.

Auch wenn seit letzter Woche (wir haben vor genau einer Woche hier schon geflyert) kein Kontakt von dieser Schule aktiv geworden ist, hat sich der Schulstreik in der Schule schon herumgesprochen, und fast alle erreicht.

Wir konnten zwei neue Kontakte knüpfen:

  1. Eine Schülerin, die noch keinen Flyer hatte und sich beteiligen will, wünscht sich noch heute angerufen zu werden
  2. Eine Gruppe von ca. 10 Schülerinnen die auf uns zugegangen sind und sich um Flyer gerissen haben. Mehrere wollten „auch in die Gruppe bitte“.

Auf die Frage, ob sie wissen, wer Flyer in Klassen aufhängt, hat eine Schülerin gemeint, dass irgendwelche Schüler herumgehen und sie in Klassen verteilen. Wir wissen leider überhaupt nicht, wer das sein könnte, und sollten unsere Kontakte fragen, ob sie selbst vielleicht aktiv geworden sind.
David und Domi aus Innsbruck

Wien: 28.9. Diefenbach-Gymnasium

Wir haben uns um 12:30 getroffen, und unsere Strategie kurz vorbesprochen. Da wir ’neu‘ an der Schule waren, wollten wir direkt die motiviertesten und aktivsten Schüler finden. Wir haben daher versucht direkt die Streikkomitees aufzubringen und auch andere Themen zum Kapitalismus schnell anzusprechen.

Allgemein sind wir auch hier wieder auf große Zustimmung gestoßen, nur vereinzelt wollten Schüler keinen Flyer oder haben uns nicht zugestimmt. Letztendlich konnten wir mit 9 Leuten Kontakt knüpfen. Eine davon war eine Schülerin, die als Schulsprecherin kandidieren möchte.

Hilfreich war es auch, das bereits existierende Streikkomitee am Henriettenplatz, der (fast) Nachbarschule, anzusprechen.

Einen kurzen Zwischenfall hatten wir, als uns ein besorgter älterer Herr wegschicken wollte, mit dem Hinweis, politisches Material dürfe nur 100m von der Schule entfernt verteilt werden. Wir haben uns dadurch nicht irritieren lassen, und durch selbstbewusstes Auftreten hat er schnell eingesehen, dass wir uns auskennen und sehr wohl hier stehen dürfen.

Unser Plan ist: Die Schülerinnen einzeln zu kontaktieren, und ein Treffen morgen oder übermorgen zu organisieren. Dort soll dann auch jemand vom Streikkomitee Henriettenplatz dabei sein, um deren Erfahrungen gleich miteinfließen zu lassen, und um direkt einen Kontakt zwischen den beiden Schulen bzw. Streikkomiteen herzustellen. Dort sollen dann die weiteren Schritte besprochen werden, um an der Schule möglichst groß für den Streik zu mobilisieren. Außerdem wollen wir auch wieder eine Whatsapp Gruppe gründen.
Sam aus Wien

Graz: 28.9. BRG Monsberger

Wir sind um 13 Uhr mit dem Infotisch vor der Monsberger gestartet. Schon um 5 nach kamen die ersten großen Schülergruppen aus der Schule, bei denen wir auch relativ schnell in längere Gespräche gekommen sind. Schon beim ersten längeren Gespräch wurde uns von einem der Schüler die Kontaktdaten gegeben und der Vorschlag von ihm, mit dem Schülersprecher zu reden und ihn für den Schulstreik zu überzeugen. Und eine weitere Schülerin hat im gleichen Gespräch eine Zeitung gekauft. Generell hat sich da schon gezeigt, dass der Infotisch zum Sammelpunkt für alle Schüler wird, die gegen das Kopftuchverbot sind. In der ersten Welle kamen immer neue Schüler, um mit uns zu reden.

Nach dem ersten großen „Ansturm“ hatten wir mehrere Gespräche mit kleinen Gruppen von Schülern. Einer Dreiergruppe, die sich auch in den Kontaktsheet eingetragen haben hat auf die Frage, wie ihre Mitschüler zum Kopftuchverbot stehen, geantwortet, dass eigentlich alle Mädchen in ihrer Klasse gegen das Verbot sind und sie haben auch einen Kontaktsheet mitgenommen, um in der Schule durchzugehen, wer noch am Schulstreik teilnehmen möchte. Generell wurde uns oft gesagt, dass viele Schüler dagegen sind und einige eine Zwischenposition haben, sprich sich unsicher sind was das Verbot angeht.

So haben auch eine Gruppe von Jungs ihre Kontaktdaten gegeben, die sofort begeistert waren, als sie gehört haben, sie können etwas gegen Rassismus machen und sie haben auch erwähnt, dass erst heute einer von ihnen als N-Wort beschimpft worden ist.

Kurz darauf haben wir mit einer Lehrerin geredet, die auch gegen das Kopftuchverbot ist und eine Zeitung gekauft hat. Aber im Gespräch hat man gemerkt, dass sie etwas gegen das Verbot machen möchte, aber auch Sorgen macht über die potenziellen rechtlichen Folgen für sie. Generell gibt es zu den Lehrern zu sagen, dass sie Großteils positiv oder neutral uns gegenüber sind.
Stanze aus Graz

Linz: 28.9. Gymnasium Khevenhüller


Heute waren wir von 7:15–8:00 Uhr vorm Gymnasium Khevenhüller. Wir hatten dieses Mal ein kleines Schild dabei, um etwas ersichtlicher zu machen, wofür wir dort standen. Es kamen immer wieder Schübe von Schülern, jedoch waren diese gut erfassbar, da alle nur durch zwei Eingänge zur Schule strömten.

Die meisten nahmen einen Flyer. Die meisten Schüler begegneten uns ziemlich freundlich, zeigten aber kein wahnsinniges Interesse und blieben daher nicht automatisch für Gespräche stehen. Wenn man ihnen jedoch eine Frage stellte, konnte man meistens doch immer mehr rausholen, wie ich bei einem Schüler merkte.

Er erzählte mir, dass er zufälligerweise genau heute ein Referat zum Kopftuchverbot hält. Er habe das Thema im Unterricht vorgeschlagen, weil es so aktuell ist und er stark dagegen ist. Ich fragte ihn, ob er auch schon etwas vom Schulstreik gehört habe, und ja, das hatte er, denn er kennt sogar Leute aus dem BAfEP-Streikkomitee und findet die scheinbar ziemlich cool. Außerdem kaufte er eine Zeitung, obwohl er meinte, normalerweise keine Zeitungen zu lesen.

Er war zwar in Eile, weil es kurz vor Schulstart war, aber wir tauschten zum Glück noch Nummern aus. Am Nachmittag schickte er mir dann über WhatsApp eine Sprachnachricht, in der er erzählte, dass seine ganze Klasse auch klar gegen das Kopftuchverbot ist und er versucht hat, sie nach dem Referat zu motivieren, gemeinsam zum Schulstreik zu gehen. Sie entgegneten ihm zwar nur mit einem „mal schauen“, aber oft reicht ja schon eine engagierte Person in der Freundesgruppe, die den Unterschied macht – also for real mal schauen.

Nach dem Gespräch kamen drei ziemlich junge Schüler aus der Schule wieder heraus, von denen einer schon einen Flyer hatte. Die anderen beiden wollten auch einen von mir und ich versuchte sie in ein Gespräch zu verwickeln. Obwohl sie noch sehr jung waren, war es für sie intuitiv klar, dass das Kopftuchverbot rassistisch ist.

Auch viele Eltern, die auf dem Weg zur nebenan liegenden Mittelschule waren, fanden unsere Flyer interessant. So wollte sogar eine Frau, die wir eigentlich nur gefragt hatten, ob sie ein Foto von uns machen könnte, auch einen Flyer.

Der Tag bestätigte wieder einmal: the kids are alright.
Mel aus Linz

Presseaussendung der Streikleitung Innsbruck gegen FPÖ-Walch

Innsbruck: 24.09. Reithmanngymnasium


Die Stimmung vor dem Reithmanngymnasium war fantastisch. Zeitweise hatte ich 5 Hände vor mir gleichzeitig, die einen dieser begehrten Flyer haben wollten. JEDER wollte einen Flyer. Wir haben uns mit einem gut sichtbaren Schild beim Schuleingang positioniert. Schon aus der Entfernung haben die Schüler das Schild gelesen und wussten, worum es geht. Die meisten haben schon vom KTV gehört, ALLE sind dagegen und ein paar wenige haben auch schon vom Schulstreik gehört.
Bezeichnend war eine riesige Traube an 20-30 Schülern die gleichzeitig gekommen ist: Von einer Jungsgruppe hat einer begonnen sehr laut den Inhalt vom Schild vorzulesen: „Gegen das rassistische KOPFTUCHVERBOT?!?!?! JA MANN!!“ Danach wollten ALLE Flyer haben und sind vor mir Schlange gestanden, als würd ich Zuckerl austeilen.
Wenn wir die Schüler fragten, ob sie zum Streik kommen, war die Antwort: „Ja, auf jeden Fall!“ Aber was noch nicht vorhanden ist, ist das Verständnis, dass der Streik auch organisiert werden muss, damit er ein Erfolg wird.
Felix aus Innsbruck

Vorarlberg: 24.9. BORG Schoren

Wien: 24.09. Flyern auf dem Weg zur Arbeit

Da ich es heute nicht vor 8 aus dem Haus geschafft habe, dachte ich, ich es sei zu spät an Schulen zu flyern. Auf meiner Fahrradfahrt zur Arbeit sah ich aber ständig sehr junge Leute und ich begann zu stoppen und zu fragen, ob sie Schüler sind. Dann habe ich kurz mit ihnen über das Kopftuchverbot gesprochen und ihnen die Flyer gegeben. So habe ich vielleicht 10 Flyer verteilt.

Was mich erstaunt, ist die positive Rückmeldung. Jeder Schüler und jede Schülerin war gegen das Kopftuchverbot und eben auch bereit, auf den Streik zu gehen. Sie haben sich sehr bedankt für den Flyer und die Info. Bei keiner Palidemo oder sonstiger Intervention kann ich mich an so eine hohe Aktionsbereitschaft erinnern. Die Außenarbeit ist für den Schülerstreik extrem einfach, vielleicht, weil die Schüler noch nicht von dem Fatalismus und Misstrauen befallen sind, den viele Menschen mit dem Alter entwickeln.
Emanuel aus Wien

Tirol: 24.09.2026 BORG/HAK Schwaz


Wir kennen in der BRG eine Oberstufenschülerin aus der 7.Klasse. Wir haben auch die Nummer von einem Unterstufenschüler, den wir auf der Pride im Juli kennengelernt hatten. Als die Schule begann, melden wir uns bei den beiden und kann sie überzeugen, mit mir an ihrer Schule Flyer zu verteilen. Die Hälfte der Schüler stehen dem Kopftuchverbot gleichgültig gegenüber, die andere Hälfte ist dagegen. Die vielen Gespräche waren knapp, aber sehr erfolgreich. Einige Schüler kamen direkt auf mich zu und wollten Flyer haben. Zwei Mädchen führten beim Vorbeigehen eine Diskussion über den Schulstreik und ich sprach sie darauf an. Sie schauen sich den Flyer an und melden sich selbstständig. Es waren enorm viele Schüler motiviert selbst gegen das Kopftuchverbot zu engagieren und ich sammelte 6 Kontaktadressen.
Mit dem Unterstufenschüler hatte ich eine Flyer-Runde in der großen Pause vereinbart, weshalb ich die Chance ergriff und sofort alle Kontakte für die große Pause auf ein Treffen beim gegenüberliegenden Cafe einlud. Beim Treffen kamen 5 Schüler: die Oberstufenschülerin, eine BORG Sechstklässlerin mit ihrer Freundin und eine HAK Schülerin aus der neunten Klasse mit ihrer Freundin. Ich hielt einen 5 Minuten Input zum Kopftuchverbot, wie man den Schulstreik an der Schule organisiert und gab Hinweise zur Repression der Direktorin. Am Ende treten alle einer gemeinsamen Whatsapp Gruppe bei. Der Anfang eines Streikkomitees ist damit gelegt, gemeinsam werden wir die Repressionen der Schulleitung umgehen und beide Schulen auf den Streik bringen!
Dominik aus Innsbruck

Wien: 23.09. Rahlgasse

Die erstbeste Schülerin, die ich ansprach, stellte sich bereits als Goldgrube heraus. Sie hatte bereits an einem anderen Tag einen Flyer erhalten und war nun unheimlich entschlossen, den Streik zu organisieren und fragte sich, weshalb dieses Verbot, wenn doch Kreuze in den Klassenzimmern hängen. Als ich ihr die Verlogenheit der Politik erklärte, stimmte sie zu und meinte, es sei sehr rassistisch. Eine weitere Schülerin, die uns beobachtet hatte, kam hinzu und auch sie war sehr motiviert und sie meinten, sie können es gerne gemeinsam organisieren – sie schienen sich davor nicht gekannt zu haben. Ich erklärte, dass ich von der RKP bin und wir die Schüler bei dem Streik unterstützen wollen und sie gab mir ihre Nummer. Schließlich kam noch ein junger Schüler, er wird vielleicht zwischen 10 und 12 gewesen sein und fragte mich, ob er auch einen Flyer haben könne. Ich fragte ihn, ob er wisse, um was es geht (da er wirklich sehr jung aussah) und er meinte, ja, er will unbedingt gegen das Kopftuchverbot streiken. Ich war sehr beeindruckt von seiner Entschlossenheit und ich meinte er soll so viele Freunde wie möglich zusammentrommeln. Schließlich verteilte ich weiter Flyer und hier wiederholte sich die Beobachtung vom Amerlinggymnasium: fast jede Schülerin war gegen das Verbot und bei den männlichen Schülern waren es vielleicht 10 bis 20 %. Eine Jungsgruppe mit der ich diskutierte kam allerdings im Zuge des Gesprächs darauf, dass es vielleicht wirklich ein blödes Verbot ist und sie nahmen dann die zuvor abgelehnten Flyer an.
Emanuel aus Wien

Vorarlberg: 23.9. Campus Sacre Coeur Riedenburg

Wien: 22.09. Amerlinggymnasium

Meine Flyer am Amerlinggymnasium gingen weg wie warme Semmeln. Zwar waren die Schüler nicht besonders gesprächig, aber zumindest die Schülerinnen nahmen fast alle die Flyer entgegen. Nach ca. 5 Minuten hatte ich bereits etliche Flyer verteilt und als ich hinter mich blickte sah ich wie im Vorhof der Schule eine wirklich beachtliche Schülermenge (vielleicht 20 bis 30) die Flyer konzentriert studierten und sich darüber unterhielten. Ich war wirklich erstaunt, wie viel 5 Minuten zur richtigen Zeit am richtigen Ort erreichen können. Vor allem eine recht große Freundesgruppe schien sich ernsthaft zu besprechen, Kontakte habe ich jedoch keine bekommen. Mir fiel auf, dass jede einzelne Schülerin gegen das Kopftuchverbot war, die Schüler jedoch überwiegend (nicht alle) mit der Schulter zuckten, als ich sie nach ihrer Meinung zum Verbot fragte. Dann ging ich noch auf einen Lehrer zu, der mir erwiderte, es gäbe keine „Problemfälle“ an seiner Schule und insofern sei es ihm wurscht. Als ich ihn denn fragte, wie es ihm gefalle, dass die Arbeitsbedingungen für Lehrer dadurch deutlich schwieriger werden, stimmte er mir immerhin zu.
Emanuel aus Wien

Graz: 22.09. Pestalozzi

Wir waren erstmals bei der Pestalozzi. Schon vor Schulende haben wir mit 2 Gruppen diskutiert – von der Rolle des KSV bis hin zur Aufgabe des grazweiten Streikkomitees, und dem Stand der Streikvorbereitung in Graz.

Eine Lehrerin fragte ob wir das überhaupt dürfen weil sie in der Kleinen Zeitung gelesen hat das wir das nicht dürfen. Wir erklärten dass es völlig legal ist und was sie vom Kopftuchverbot halte. Sie meinte sie wäre gegen den Streik weil sie als öst. Beamtin gegen autoritären Kommunismus sei der antidemokratisch ist. Auf den Hinweis das wir eine kommunistische Bürgermeisterin hätten und ihre Position antidemokratisch ist – ist sie gegangen.

Einige Schülergruppen von der Pestalozzi meinten noch sie kommen zum Streiktreffen am Donnerstag und ein Schüler gab uns seine Kontaktdaten. Bei den Bushaltestellen trafen wir noch 3 Gruppen von HAK-Grazbachgasse die ebenfalls zum Schulstreiktreffen kommen wollen
Christoph aus Graz

Innsbruck: 22.09. HLW WEST


Wir waren das 1. Mal vor der Schule und haben gut sichtbar auch das Schild positioniert. Die Stimmung war EXTREM offen. Viele wissen schon vom Schulstreik Bescheid, die meisten von Social Media (Zitat „ich hab das schon gesehen aber dachte es ist fake“). Ich hab so eine offene Stimmung in 13 Jahren politischer Aktivität noch nicht erlebt. Lehrerinteraktionen gab es zwei: 1x dafür, 1x dagegen.

Mitgeholfen hat auch Elisabeth aus der Streikleitung. Sie war mega motiviert und Null schüchtern. Sie hat auch sogleich die ersten Mitstreiterinnen (4 Tel Nummern) für das Komitee gefunden.

Felix aus Innsbruck

Wien: 18.9. GRG15


Drei Genossen waren beim GRG auf der Schmelz, verteilten 200 Flyer, 50 Sticker und verkauften 5 Zeitungen (2 davon an Schüler).
Um 12:00 begann die Pause und wir wurden mit Interesse überschwemmt. Es war fast überwältigend als 10 Schüler und hinter ihnen noch mehr den Infotisch gestürmt haben, Flyer genommen und die Bücher angeschaut haben. Wir haben versucht, ihnen die Zeitung und die Liste für Kontakte zu zeigen, aber es war mega chaotisch. Trotzdem haben sich 6 Schüler in die Liste eingetragen. Auch ein paar Lehrer solidarisieren sich mit uns.
Toni aus Wien

Wien: 15.9. Reumannplatz


Es gab viel Zuspruch, manche Schüler haben sogar Flyer zum Verteilen mitgenommen. Es gab auch Zustimmung, dass das Kopftuchverbot rassistisch ist, niemand äußerte sich explizit dafür, eine Schülerin sprach nur vom Zwang, der von Eltern ausgeht und dass man dagegen und gegen unterdrückerische Auslegungen von Religion auch etwas tun müsse. Ein längeres Gespräch über unsere Position brachte Klärung.
Sie und ihre Freundin hatten viele weitere Fragen, ihre Freundin sagte auch, sie wolle sich mehr mit Sozialismus und Kommunismus beschäftigen und wir hatten ein längeres Gespräch. Sie war aber noch vorsichtig und sagte, sie wollte erstmal sich online weiter über uns informieren. Ich habe noch versucht, sie zum Schülertreffen am Sonntag zu motivieren. Zum Schluss haben sie noch gefragt, wann wir wieder da sind.
Eine Lehrerin berichtete von ihren Schwierigkeiten wegen dem Kopftuchverbot. Eine Schülerin kommt nicht mehr zur Schule, weil sie das Kopftuchverbot so belaste. Ihre Familie versucht jetzt ein psychologisches Gutachten zu bekommen, damit sie das Kopftuch wegen dieser psychischen Belastung weiter tragen darf. Die Lehrerin hat Schwierigkeiten zu argumentieren, warum der Junge aus der Nebenklasse ein Turban tragen darf, aber die Mädchen unter 14 nicht ihr Kopftuch. Sie hofft, dass das Verbot gekippt wird, fragt sich aber wie sie dann rechtfertigen soll, warum es vorher an der Schule so strikt durchgezogen wurde. Sie meinte ihre eigene Meinung äußern dürfen sie nicht. Sie haben ein Vorlagenkatalog, an den sie sich halten müssen, der das ausschließt. Sie fand es gut, dass wir da waren.
Auch haben zwei Genossen Flyer in den umliegenden Restaurants/Imbissen/Cafes verteilt, was gerne von den Besitzern/Arbeitern dort angenommen wurde.
Magnus aus Wien

Innsbruck: Komm zum zweiten Streikvorbereitungstreffen am 29.09.!

Komm zur Vorarlberger Schulstreikkonferenz am 25. September!

Neuer Ort: Jugendzentrum Schlachthaus, Dornbirn, um 18 Uhr!

Komm zum grazweiten Schultreffen am 24. September!

17:30 Uhr, Kalvariengürtel 1

Wie komme ich als Einzelperson an der Schule zum Schulkomitee?

Angefangen hat es damit, dass zwei Freunde mit mir am RKP-Schülertreffen im August waren, was ihnen sehr gefallen hat.

Inspiriert von der Diskussion haben wir danach in unsere Klassen-Whatsapp-Gruppe geschrieben, wer an dem Streik gegen das Kopftuchverbot interessiert ist und eine Umfrage gemacht („ja“ „nein“ „vielleicht“). Zuerst kamen sehr viele Fragen in die Gruppe, die ich beantwortet hab. Alle, die „ja“ angeklickt haben, hab ich in eine eigene Gruppe getan; mit allen die „vielleicht“ angeklickt haben, hab ich das Gespräch gesucht, um zu diskutieren.

In den Gesprächen wurde klar, dass viele unsicher sind wegen der Fehlstunden von einem Streik. Daher habe ich einen Wirtschafts- und Recht-Lehrer nach der rechtlichen Lage gefragt. Er hat bestätigt, dass die Schule mit einer Eltern-Entschuldigung rechtlich gar nichts dagegen tun kann, z.B. kann man als Grund „privat“ angeben. Das hat viele erleichtert.

Ich hab dann Mitschüler gefragt, ob sie mit mir Klos beflyern wollen. Überraschenderweise waren sie viel direkter und haben vorgeschlagen, gemeinsam in den Pausen durch die Klassen in unserem Zweig zu gehen. Wir sind gemeinsam gegangen; ich hab vor allem viel geredet & erklärt worum es geht, die anderen haben den Link für unsere Gruppe weitergegeben und geflyert; wir haben auch den Klassensprechern gesagt, sie sollen den Link in die Klassengruppen stellen und auch in die schulweite Klassensprecher-Gruppe.

Wir haben dann an einem Tag alle Schüler zu einem Infotisch vor der Schule in der großen Pause eingeladen. Obwohl der Schulwart versucht hat, den Infotisch zu verscheuchen, musste der Direktor (der geholt wurde) zugestehen, dass wir dort legal stehen. Es war einer der besten Infotische jemals, viele Schüler haben mit uns diskutiert.

Ich habe auch die Schülervertreter angesprochen. Einer ist für den Streik, die anderen finden, es geht sie nichts an und sie sollten unpolitisch sein. Ich habe ihnen ein E-Mail geschrieben, in dem ich erklärt habe, dass sie eigentlich die Interessen der Schüler, und nicht von sich selbst, vertreten sollten und vielleicht mal die Schüler fragen sollten, was ihre Meinung ist.

Einige Schüler haben zugesagt, zum wienweiten Vernetzungstreffen am Sonntag zu gehen. 2 Kollegen haben gesagt, dass sie nächste Woche auf ein RKP-Ortsgruppentreffen gehen möchten.

Der wichtigste nächste Schritt ist, dass wir uns jetzt offiziell als Schulkomitee gründen und abstimmen. Denn real agieren wir schon fast wie eines. Aber man kann noch viel besser systematisch die ganze Schule informieren, Inhalte diskutieren, z.B. anhand von Artikeln, Fragen beantworten, mehr Kollegen und Klassen einbinden, auf Lehrer zugehen, vielleicht auf andere Schulen zugehen, … usw. Wirklich jeder kann eine Aufgabe bekommen. Dafür brauchen wir ein Treffen, auf dem mehr Zeit ist und wo alle Pläne genau abgestimmt werden.
Flora aus Wien

Schulstreik 2022: Wie ich den Streiktag an meiner Schule vorbereitet habe

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2022 war ein nicht sonderlich spektakulärer Schulstreik dafür, dass die Matura für die Corona-Jahrgänge vereinfacht werden sollte.

Ich habe mich bei der Schulsprecherin, die auf Insta schon zum Streik aufgerufen hat, gemeldet (die war bei der AKS) und mit ihr eine Schulstreik Whatsapp-Gruppe erstellt und Flyer mit dem QR-Code zur Gruppe in der Schule aufgehängt (something like: „Bau den Schulstreik an der Herbststraße auf!”).
Dadurch konnten wir ca. 3 andere Schüler für das Komitee finden. Bei den Streikkomitee-Treffen habe ich die Perspektiven, die wir davor auch auf der Ortsgruppe besprochen haben, eingebracht (es geht nicht nur um die Matura, Schulen haben genug Probleme: Lehrermangel, keine Klimaanlagen, Einsparungen, eh dasselbe wie jetzt noch immer).

Wir haben uns wöchentlich getroffen, um den Streik in der Schule zu bewerben (Flyer an den Klos aufhängen, “Schulstreik am xx. xx. 2022” auf Tafeln schreiben, mit unseren Klassen reden usw). Ich habe, wann auch immer ich die Möglichkeit hatte, in Diskussionen im Deutschunterricht die Probleme in der Schule, den Streik und das Komitee erwähnt.

Am Streiktag selber waren es nur wenige Schüler, die sich vor der Schule gesammelt haben, um zu streiken (nicht wirklich mehr als das Komitee selbst), wir konnten noch vereinzelt ein paar Schüler überreden, waren aber trotzdem nicht wirkliche viele.

Um noch mehr Schüler zu finden, sind wir durch jeden Klassenraum gegangen und unsere Schulsprecherin hat für jede Klasse einen kurzen Input (mit unseren Perspektiven!) gemacht und dazu aufgerufen, sich dem Streik anzuschließen. Dadurch sind aus fast jeder Klasse Leute mitgekommen, auch Schüler, mit denen ich die letzten Wochen schon darüber geredet habe, die zuerst nicht so motiviert schienen, wurden durch diesen letzten Anstoß mitgerissen. Am Ende waren wir um die 50 Schüler und damit eine der größten Streikgruppen aus einer Schule an diesem Streik.

Aufgrund meiner Streikaktivität wurde ich von meiner Direktorin zu einem Gespräch eingeladen, ich habe einen Kollegen aus dem Streikkomitee mitgenommen und die Direktorin war offensichtlich ziemlich perplexed davon, dass ich mir Solidarität mitgenommen habe und das Gespräch verlief daraufhin ohne Konsequenzen. (Sie können euch weniger gut einschüchtern, wenn mehrere auf eurer Seite sind!)

Mir ist eigentlich erst durch die jetzige Schulstreik-Kampagne aufgefallen, dass der Streik 2022 gar nicht erfolgreich war. Für mich und den Großteil vom Komitee war der Streik nämlich schon ein Erfolg, weil wir es geschafft haben, diesen Streik überhaupt an unserer Schule auf die Beine zu stellen, weil wir sehen konnten, dass es an unserer Schule (bei der ich bis dahin dachte, dass es kein Potential für irgendwas gibt) Raum und Bedarf nach politischer Diskussion und Aktion gab und wir Teil davon waren, das zu organisieren!
Sylvie aus Wien

Wien: Kommt zum Schülertreffen am Sonntag!

Bregenz: Kommt zum Schülertreffen am Freitag!

 

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Innsbruck: Kommt zum Streikvorbereitungstreffen am Freitag!

Freitag, 18. September, Schöpfstraße 9, Innsbruck

Linz: Komm zum offenen Streiktreffen am 17.09.!

FPÖ reagiert auf unser Schulstreik-Video… und hat keine Argumente

Vorarlberg: 16.09. Leserbrief eines Schülers

Meine Cousine (13 Jahre alt) war auf dem Weg zur Schule, da wartete eine Lehrerin vor dem Eingang und sagte zu meiner Cousine, dass sie ihr Kopftuch hier und jetzt auszieht oder jetzt nach Hause gehn soll. Sie hatte keine andere Wahl und ging weinend nach Hause und nimmt jetzt zuhause Untericht.

Innsbruck: Flyeraktion 15.09.


Unser Opener war „Gegen das rassistische Kopftuchverbot! Kommst du zum Schulstreik?“. Wenn Leute positiv reagiert haben, habe ich noch nachgeschossen „Wir brauchen noch Leute, die den Schulstreik am Sillgymnasium organisieren“ Ein anderer Genosse hat auch viele Lehrer angesprochen und positive Feedbacks bekommen. Ebenfalls hat er an interessierte Schüler gleich Stapel an Flyer gegeben.

Die Reaktionen waren überwiegend positiv. Die meisten konnten mit Kopftuchverbot was anfangen und sind dagegen. Aber auch das Wort Schulstreik hat einen gewissen Zauber, so haben eine Handvoll Schüler wiederholt „Schulstreik?!?“ gerufen 😀

In der Früh ist es wie immer nicht leicht elaborierte Gespräche zu führen. Trotzdem hatten wir drei Gespräche. Einen Schüler, der interessiert geschaut hat, fragte ich: „Magst du dich im Kontaktsheet für den Schulstreik eintragen?“. Ich erklärte ihm, dass das Kopftuchverbot nur eingeführt wird um von Lehrermangel, fehlenden Klimaanlagen und echten Problemen abzulenken und dass das die Krise des Kapitalismus ist. Er hat mir zugestimmt und wir haben Kontaktdaten getauscht. Ich hab ihm noch gefragt, ob er auch gegen Kapitalismus ist, wo er immerhin gesagt hat, er hatte mal einen Schulkollegen der gegen Kapitalismus ist.

Wir haben auch zwei Schülerinnen getroffen, die interessiert reagiert haben. Auf meine Nachfrage ob sie den Schulstreik am Sillgymnasium organisieren wollen, haben sie gesagt es gibt schon wen der damit begonnen hat.

Zuletzt hab ich eine Schülerin getroffen, die die politische Sekretärin der AKS Tirol ist und sehr positiv auf den Flyer reagiert hat. Ich hab ihr gesagt „Wir brauchen noch Leute, die den Schulstreik an der Sillgasse organisieren!“. Sie hat darauf geantwortet, dass sie bereits wen kennt, der dafür begeistert sein wird.
Felix aus Innsbruck

Graz: Flyeraktion BORG Monsberger 14.09.


Flyer gingen weg wie warme Semmeln (über 100 Flyer in der Früh). Ein Lehrer hat sogar einen Flyer genommen als er hörte, dass wir gegen Rassismus sind. Leider war er aber im Stress und wir konnten ihn in kein Gespräch verwickeln.

Ein paar Schüler haben sich auch offen zur FPÖ bekannt. Kanns nicht so gut einschätzen. Klar gibts Schüler, die die FPÖ cool finden, aber glaub sie wollten schon auch einfach bisl provozieren. So meinte einer „die FPÖ ist mir zu links, ich bin Nazi“

Wir haben die Schüler so angesprochen: „Wissts ihr schon vom nationalen Schulstreik gegen das Kopftuchverbot und wollt ihr eure Schule streikbereit machen?“ Das es schon ein Ortwein Schulstreikkomitee gibt, war ein mega wichtiges Argument. Die besten Schüler antworteten: „Ah die machen das? Find ich cool, dann nehm ich auch paar Flyer und verteil sie unter meinen Freunden.“

Zwei junge Schülerinnen sagen, sie finden das Thema mega wichtig und haben schon unser Schulstreik-Posting geliked und teilen das. Man sieht, dass die Schulstreik-Idee einigen schon bekannt ist. Aus Angst vor Repression wollten sie aber selbst nichts machen. Da müssen wir glaub ich am stärksten Sicherheit geben und gleichzeitig ehrlich sein. Ja fünf Schüler kann man fertig machen aber 50 Schüler nicht mehr so leicht. Fang einfach mal an mit den Leuten zu reden, denen du ohnehin vertraust. Auch die Frage von Vereinzelung ist mega präsent. Alle, die dann Flyer verteilen wollten, musste ich erstmal sagen, dass sie nicht die einzigen sind, die was tun wollen. Anfangs waren sie alle so „kann mir schon vorstellen was zu machen, aber bin ja ganz alleine“

An eine Familie haben wir auch eine Zeitung für 2€ verkaufen können. Das Mädchen mit dem Kopftuch war sofort begeistert und vor allem dankbar, dass wir vor der Schule sind.

Wir haben ihr gesagt, dass wir den Schülern helfen wollen, sich gegen den Rassismus, Sexismus und auseinanderfallende Schulen zu wehren und wir glauben, dass wir dafür alle Herrschenden loswerden müssen und der Schulstreik ist halt ein erster Schritt dahin. Da hat sie zugestimmt.
Philipp aus Graz

Graz: Flyeraktion BR/BRG Caneri 14.09.

Nachdem wir von der Ortwein/Korösi zurückgekommen sind, war auch die SJ dort mit zwei Leuten, die halt diese Notizblöcke wieder verteilt haben, wo einfach ein Bild vom Babler drinnen ist mit dem Text: „87% Der Jugendlichen sind für ein Social Media Verbot für Kinder. WIR AUCH!“. Was da aufgefallen ist, ist, dass sie nichts vom Schülerstreik wussten, aber die Idee davon sehr gut fanden, weil halt der sinnlose Rassismus so kacke ist.
Chris aus Graz

Graz: Flyeraktion Ortwein/Korösi 14.09.

Schülerkomitee Treffen

Die Schüler waren prinzipiell anti-Kopftuchverbot und anti-Rassismus eingestellt und fanden die Idee eines Schulstreiks gut. Interessanterweise sind vor allem oft junge Schüler nochmal zu uns gekommen und haben nach den Flyern gefragt, weil Freunde von ihnen schon einen hatten und schon darüber geredet haben. Es ist ein hilfreiches Argument, dass wir bei der Ortwein bereits ein Schülerkomitee haben, was die Schüler nochmal zusätzlich motiviert hat für den Schülerstreik.

Einmal ist ein Vater hergekommen und hat gemeint, dass Unterstufen-Schüler sich noch nicht selbstständig mit Politik auseinandersetzen können. Außerdem stimmt er nicht überein, dass wir das Kopftuchverbot als rassistisch bezeichnen. Er war ziemlich beeindruckt, als wir erklären konnten, warum es tatsächlich rassistisch ist. Darauf wich er zurück: „Ich bin nicht da zum Diskutieren und das Thema ist etwas, was die Schule selbst besprechen muss“. Darauf erwiderten wir, dass die Schüler für sich selbst sprechen und entscheiden und dafür bereits ein Schülerkomitee an der Schule existiert.
Chris aus Graz

Linz: Flyeraktion Bafep und Borg Honauerstraße 14.09.


Heute war ich mit zwei Genossen vor dem Bafep und dem Borg Honauerstraße. Wir sind in engem Austausch mit zwei Schülern von dort, die mit uns dort waren und bereits ein Streikkomitee gegründet haben! Die beiden Schulen liegen direkt nebeneinander, haben aber verschiedene Eingänge, weshalb wir uns aufgeteilt haben. Das Flyern lief echt gut, vor allem vorm Bafep, die meisten Schüler haben eine Flyer genommen und wir hatten bereits vor Schulbeginn keine Flyer mehr. Bei Gesprächen war nicht immer nur das Kopftuchverbot Thema, sondern generell waren die Schüler der Meinung, dass etwas gemacht werden muss in der Schulen. Die Schüler waren motiviert und begeistert, haben eigenständig begonnen Flyer in und vor der Schule zu verteilen und haben auch Sticker mitgenommen. Die Hilfe der zwei Schüler vom Streikkomitee machte echt einen Unterschied: Die Schüler kennen sich aber auch wenn sie sich nicht kannten, konnte man leicht darauf verweisen, dass in dieser Schule bereits ein Streikkomitee existiert. Längere Gespräche hat es weniger gegeben, wir hatten allerdings feststellen können, dass viele von dem Streik noch nicht mitbekommen haben.
Sascha aus Linz

Linz: Flyeraktion Fadinger Gymnasium 13.09.


Ich war in der Früh vor dem Fadinger Gymnasium flyern. Am Weg hin habe ich bereits zwei andere Personen auch vor dem Gymnasium stehen sehen. Einer der beiden ist ein Sympathisant von uns und die andere Person ist, wie sich später herausstellte SJler und auch im Linzer Vorstand! Die beiden haben Schulkalender verteilt und ich habe sie gefragt, ob sie denn die Flyer vom Schulstreik auch verteilen. Die Antwort von ihnen war, dass sie noch keine bekommen haben, also habe ich ihnen welche von meinen RKP-Schulflyern gegeben, die sie auch motiviert genommen und mitverteilt haben. Während wir zu dritt geflyert haben, hab ich mit ihnen dann ein Gespräch angefangen, dass die SJ unser Angebot auf ein Bündnis abgelehnt hat. Der SJler hat daraufhin gemeint, dass er das Schade findet und dass der Schulstreik richtig cool ist und die SJ da auf jeden Fall mitmachen sollte. Außerdem meinte er, dass er seit kurzem im Linzer Vorstand ist und das auf jeden Fall nochmal besprechen will, damit ein Bündnis zustandekommt.
Sascha aus Linz

Wien: Rede der RKP auf der Demo gegen die Identitären

Wien: Wie ich den Schulstreik am Piaristengymnasium vorbereite

Ich bin am Piaristengymnasium in der 8. Klasse und versuche dort, den Schulstreik gegen das Kopftuchverbot mitzuorganisieren. In meiner Klasse bin ich mit einem Klassenkameraden, der auch RKP-Mitglied ist. Wir sind (bis jetzt) die einzigen Kommunisten an unserer Schule.

Ich habe daher am ersten Schultag in meiner Klasse gefragt, wer bei einem Schulstreik gegen das Kopftuchverbot dabei wäre. Von meinen 19 Klassenkameraden haben 13 die Hand gehoben. Also haben wir eine WhatsApp-Gruppe gegründet und versucht, meine Klasse und die 8. Klassenstufe hineinzubekommen.

Am Anfang war es schwer, da die WhatsApp-Gruppe sich nur wenig verbreitet hat. Ich habe dann vor der Schule Schülergruppen angesprochen und sie in kurzen Gesprächen aufgeklärt und überzeugt. Vor allem die jüngeren Jahrgänge zeigen eine große Motivation. Am Freitag sind daher die Mitgliederzahlen der Gruppe auf über 80 gewachsen.

Ich habe auch Lehrer angesprochen und sie davon überzeugt, über den Schulstreik bei der Lehrerkonferenz zu reden. Über das Ergebnis wurde ich noch nicht informiert.

Ich habe geplant, mich nächsten Montag mit den Schülern aus der WhatsApp-Gruppe zu versammeln und mit ihnen die nächsten Schritte abzustimmen. Eine Schulstreikkomitee-Gruppe wurde auch von einem Mitschüler von mir gegründet, obwohl ich ihm gesagt hatte, ich würde das am Montag machen. Das zeigt, wie motiviert die Schüler sind, Veränderungen vorzunehmen und die Sachen auch selber in die Hand zu nehmen.
Insgesamt ist die Situation als optimistisch einzuschätzen, aber noch zu jung, um genauere Prognosen zu treffen. Ich musste beim Schreiben dieses Berichtes die Mitgliederanzahl der Whatsapp Gruppe mehrere Male ändern, da es immer mehr werden.
Arthur aus Wien

Graz: Komm zum Schulstreik am 09. Oktober!

Grazer Streik-Treffen: Jeden Donnerstag um 17:30, Kalvariengürtel 1

Wien: Flyeraktion 11.09.

Ich habe länger mit einer jungen Schülerin geredet, die die Streikidee gut fand. Sie meinte innerhalb der Schule wurde noch nicht viel über das Verbot gesprochen, aber hat angenommen, dass der Streik Anklang finden wird. Sie meinte, sie würde noch mit ihren Eltern und Mitschülern darüber reden. Über die Schule generell meinte sie, dass die Direktorin ziemlich chaotisch und widersprüchlich mit ihren eigenen Regeln ist.

Anscheinend gab es eine Lehrerin, der auch verboten wurde ihr Kopftuch zu tragen, die jetzt die Schule gewechselt hat.

Ein unangenehmes Gespräch mit einem Typ im Anglerhut gab es, ich bin mir nicht sicher ob er ein Vater oder so war aber er hat geschimpft, dass der Islam böse ist, alles Rassisten und Frauenschläger und er ist so froh, dass jetzt etwas gegen diesen Terror gemacht wird. Habe ihm bissi die Levithen gelesen und weiter geflyert, bis er sich schimpfend vertschüsst hat. Vorbeigehende Schüler haben kurz zugehört, gegrinst und Flyer mitgenommen. Einige Lehrkräfte haben auch interessiert Flyer mitgenommen.
Irene aus Wien

Niederösterreich: Wie ich den Schulstreik an der HTL Waidhofen vorbereite

Ich habe eine WhatsApp Gruppe für die HTL erstellt wo ich alle Mitglieder, die Interesse am Schulstreik haben, hinzugefügt habe. Derzeit sind es sechs Mitglieder, mit denen ich heute kurz geredet habe, um ihnen Argumente für weitere Diskussionen zu geben. Ich habe auch zwei Zeitungen verkaufen können und an die Interessierten Flyer und Sticker verteilt.

Bei den Lehrern hab ich mich auch schon umgehört. Es gibt viele die gegen das Kopftuchverbot sind.

Ich habe heute die interessierten Schüler gefragt wie sie die Lage einschätzen. Sie meinten das wir vielleicht die Hälfte der Mädchen an der HTL motivieren können mitzumachen – das wären ca. 40. Bei den Burschen ist es schwieriger da die meisten rassistisch sind.
Akira aus Niederösterreich

Niederösterreich: Wie ich den Schulstreik am Stiftsgymnasium Seitenstetten vorbereite

Ich hab eine WhatsApp Gruppe erstellt mit 27 Leuten, bei denen ich glaub, dass sie interessiert sein könnten.

Ich hab den AKSlern geschrieben, dass sie auch noch einen Streikaufruf in die Gruppe schreiben sollen.

Ich habe auch jemanden kennengelernt, die interessiert ist, sich kommunistisch zu organisieren: Sie will sich mehr mit Sozialismus und Kommunismus auseinandersetzen und ich hab ihr mein Manifest der kommunistischen Partei geborgt und ihr angeboten es durchzubesprechen.

Der Typ von der Schülerunion (ÖVP) hat gemeint, er hat keine Zeit für den Streik, findet es aber gut, dass ich was mach (ich finds lustig, weil ja die ÖVP dafür ist).
Annika aus Niederösterreich

Linz: Komm zum Schulstreik am 09. Oktober!

Gegen das rassistische Kopftuchverbot! (türkisch)

Wien: Schulinfotisch 09.09.

Wir waren drei Genossen am Infotisch und die Stimmung war gut: Alle waren gegen das Kopftuchverbot, ein paar Schüler und Schülerinnen haben es auch gar nicht gewusst, da es dort kaum wem betrifft. Viele sagten sie werden hingehen zur Demo. Viele Unterstufenschüler freuten sich: „Juhuu streiken und kein Mathe“. Ein Lehrer fand gut was wir machen jedoch hatte er auch Angst vor Repressionen. 2-3 interessierte Lehrer haben auch schnell Flyer genommen. Vom Streiktag wussten nur wenige. Wir haben insgesamt ca. 70 Flyer verteilt und 2 Zeitungen an eine Schülerin und eine Mutter verkauft, die uns cool fand und gleich gemeint hat, sie wird auch ihren älteren Kindern davon berichten. Eine Lehrerin hat uns auch gut gefunden und gemeint das Verbot sei eine Frechheit, wegen der Kinder, die die Spaltung emotional ausbaden müssten. Zwei Schülerinnen die ich nach einer Lösung gefragt hatte, meinten selber, dass jedes Mädchen sich selber aussuchen soll, ob sie ein Kopftuch trägt. Ein Lehrer will auch mit seiner Klasse zum Streik gehen!
Michi aus Wien

Innsbruck: Infotisch Sillpark 08.09.

Der erste Pionierinfotisch zur Schulstreik-Kampagne war sehr erfolgreich und hat alle Genossen beflügelt. Mit sechs Genossen, Zelt und Schildern haben wir uns vor das Sillpark Einkaufszentrum gestellt. Dort sind junge Leute und viele Familien unterwegs. Wir sind mit den Sprüchen „Gegen Rassismus und das Kopftuchverbot“ und „Gegen Rassismus und Kapitalismus“ rausgegangen. Das Thema Kopftuchverbot hat stark gezogen und bei jungen Leuten waren 100% gegen das Kopftuchverbot. Aber auch ältere waren mehrheitlich gegen das Kopftuchverbot. Wir haben mehr Gespräche geführt als jemals zuvor. Darunter auch ein Lehrer, der gegen das Kopftuchverbot ist, mit dem Argument dass er kein Exekutivbeamter sein will.
Felix aus Innsbruck

Wien: Flyeraktion GRG21 08.09.


Mit ein paar Schülergruppen konnte wir länger diskutieren. Zwei HAK-Schülerinnen haben erzählt, dass das Thema Kopftuchverbot ihren Social Media Feed dominiert und sie wütend sind. Sie haben’s verglichen mit Palästina, was auch ständig auf Social Media präsent war, und wo sie nix dagegen machen konnten. Aber jetzt können sie was dagegen machen. Sie haben sich einen kleinen Stoß Flyer mitgenommen, um ihn in ihrer Klasse zu verteilen. Eine andere Schülergruppe war pissed, dass die Regierung das Gesetz macht, aber sie eigentlich eine Klimaanlage im Klassenzimmer bräuchten – dazu äußert sich die Regierung nicht. Wir haben insgesamt um die 300 Flyer verteilt und viele Schüler haben sie gelesen beim Weitergehen.
Philipp aus Wien

Liberale und Rechte haben Angst vor dem Schulstreik!

Schülerinterview: Warum wir streiken

Streikkomitee gegründet

Angefangen, meine Schule auf den Streik vorzubereiten, habe ich im eigenen Klassenzimmer. Ich habe in unseren Klassengruppen-Chats die Diskussion angefacht, gefragt was die anderen von dem Gesetz halten, gegen das Verbot argumentiert und den Streik beworben. In kurzer Zeit gab es hunderte Nachrichten und die meisten waren dagegen. Dann habe ich abstimmen lassen, wer alles mitmachen will. Ein Schulstreikkomitee wurde von mir aufgestellt. Zuerst habe ich mir bekannte, linksdenkende Mitschüler:innen und Freunde dazugeholt, was eine vertraute Basis für den weiteren Prozess schaffen wird. Das Komitee ist dazu da, die restliche Schule über den Streik zu informieren. Bis dato sind wir vier Personen aus vier verschiedenen Klassen – mir inklusive. Wir wollen die Mitgliederanzahl auf ca. 15 erhöhen, wobei uns eine Repräsentation möglichst vieler Klassen wichtig ist. Wir wollen so die restliche Schule informieren und in Austausch mit anderen Schulen treten. Mit Schulstart werden wir auf jeden Fall Flyern und die Schulsprecher:innenwahl nutzen.
Gregor vom Streikkomitee BAfEP Linz

Meine Schule ist vorbereitet

Trotz der großen Anzahl an muslimischen Schülern an meiner Schule wird das Thema Kopftuchverbot von unseren Lehrern nur ungern angesprochen. Und wenn doch, dann dominieren sie selbst die Diskussion und reden von Frauenrechten. Auf die Frage eines Mitschülers, warum das Kopftuch verboten wird, aber die Kippa weiterhin erlaubt ist, antwortete eine Lehrerin, dass es darum ginge junge Mädchen zu schützen und nicht Jungs. Am 1. Aktionstag gegen das Kopftuchverbot intervenierten Genossen und ich mit einem großen Infotisch direkt vor der Schule, wobei wir bei vorbeigehenden (muslimischen) Schülern auf viel Anklang und Freude trafen, glücklich jemanden zu haben, der in Solidarität mit ihnen steht. Zur Vorbereitung auf den 2. Aktionstag organisierten wir eine Schülerdiskussion zum Thema Rassismus und Kapitalismus. Ich schaffte es, zwei interessierte Schülerinnen mitzunehmen, eine davon Muslima. Trotz anfänglicher Unsicherheit war es genau sie, die richtig Bock auf den Schulstreik bekommen hat! Und sie ist nicht die einzige! Trotz des Schweigens herrscht allgemeine Unruhe an unserer Schule. Erst kürzlich kündigte nach 15 Jahren die einzige islamische Religionslehrerin. Ich denke wegen dem großen Druck seitens der Direktorin. An unserer Schule herrscht ein großes Potenzial weitere Schüler zu finden, die ebenfalls motiviert sind, bei einem Schulstreik gegen das rassistische Kopftuchverbot und gegen das gesamte verrottete kapitalistische System zu kämpfen!
Lena, HLW10

Warum ich streike: Ramona und Johanna, Streikkomitee Ortweinschule Graz

Wir gehen zum Schulstreik, um zu zeigen, dass wir es uns einfach nicht gefallen lassen, dass andere Schülerinnen und Schüler aufgrund ihrer Religion unterdrückt werden. Es ist echt widerlich, so ein rassistisches Verbot durchzusetzen. Dieses dann auch noch als so etwas wie „Frauenbefreiung“ zu verkaufen, obwohl es ganz klar Unterdrückung muslimischer Jugendlicher ist. Frauen wird schon wieder vorgeschrieben, wie sie sich kleiden dürfen und es wird dargestellt als etwas, über das sie sich freuen sollten. Dass dieses Verbot exklusiv religiöse Symbole der islamischen Kultur betrifft, könnte nicht offensichtlich rassistischer sein.

Warum ich streike: Aiden, BG Lichtenfels Graz

Ich nehme am Schülerstreik teil, weil ich gemeinsam mit anderen Schülern gegen den Rassismus eines Kopftuchverbots, die bedrückenden Einsparungen und die Hetze gegen junge Menschen im Bildungssystem protestieren will und werde.

Warum ich streike: Milan, PG Riedenburg Bregenz

Ich bin für den Schülerstreik gegen das Kopftuchverbot, da dieses nichts mit Frauenbefreiung zu tun hat. Mit dem Zwang, das Kopftuch abzulegen, bestimmt wieder jemand anderes darüber, was junge Mädchen und Frauen zu tun und zu lassen haben. So ein Gesetz ist eine Verletzung der Religionsfreiheit. Darüber hinaus hängt in jedem Klassenzimmer ein Kreuz an der Wand, wodurch sich wieder herauskristallisiert, wie spaltend das Gesetz und wie rassistisch die Regierung ist. Ebenso finde ich es verwerflich von den Lehrpersonen zu verlangen, dass sie ihre Schülerinnen verpfeifen – was definitiv nicht deren Job sein sollte.

Warum ich streike: Tobias, Gymnasium Henriettenplatz Wien

In meiner Schule sind sehr viele Schüler, die dieses Verbot betrifft oder die einfach so darüber wütend sind. Offensichtlich geht es der Regierung nicht um Frauenbefreiung, sondern sie wollen rassistische und FPÖ-Wähler auf ihre Seite ziehen. Auch ich werde deshalb streiken und will ein Streikkomitee an meiner Schule aufbauen. Als Atheist bin ich nicht „für“ das Kopftuch oder Religion im Allgemeinen. Aber ich will das Recht verteidigen, selbst zu entscheiden, ob man das Kopftuch tragen möchte oder nicht.