
- Willst du gegen Kopftuchverbot, Rassismus und rechte Politik kämpfen? Mach mit beim Schulstreik gegen das rassistische Kopftuchverbot!
Innsbruck: Kommt zum Streikvorbereitungstreffen am Freitag!
Freitag, 18. September, Schöpfstraße 9, Innsbruck
FPÖ reagiert auf unser Schulstreik-Video… und hat keine Argumente
Innsbruck: Flyeraktion 15.09.

Unser Opener war „Gegen das rassistische Kopftuchverbot! Kommst du zum Schulstreik?“. Wenn Leute positiv reagiert haben, habe ich noch nachgeschossen „Wir brauchen noch Leute, die den Schulstreik am Sillgymnasium organisieren“ Ein anderer Genosse hat auch viele Lehrer angesprochen und positive Feedbacks bekommen. Ebenfalls hat er an interessierte Schüler gleich Stapel an Flyer gegeben.
Die Reaktionen waren überwiegend positiv. Die meisten konnten mit Kopftuchverbot was anfangen und sind dagegen. Aber auch das Wort Schulstreik hat einen gewissen Zauber, so haben eine Handvoll Schüler wiederholt „Schulstreik?!?“ gerufen 😀
In der Früh ist es wie immer nicht leicht elaborierte Gespräche zu führen. Trotzdem hatten wir drei Gespräche. Einen Schüler, der interessiert geschaut hat, fragte ich: „Magst du dich im Kontaktsheet für den Schulstreik eintragen?“. Ich erklärte ihm, dass das Kopftuchverbot nur eingeführt wird um von Lehrermangel, fehlenden Klimaanlagen und echten Problemen abzulenken und dass das die Krise des Kapitalismus ist. Er hat mir zugestimmt und wir haben Kontaktdaten getauscht. Ich hab ihm noch gefragt, ob er auch gegen Kapitalismus ist, wo er immerhin gesagt hat, er hatte mal einen Schulkollegen der gegen Kapitalismus ist.
Wir haben auch zwei Schülerinnen getroffen, die interessiert reagiert haben. Auf meine Nachfrage ob sie den Schulstreik am Sillgymnasium organisieren wollen, haben sie gesagt es gibt schon wen der damit begonnen hat.
Zuletzt hab ich eine Schülerin getroffen, die die politische Sekretärin der AKS Tirol ist und sehr positiv auf den Flyer reagiert hat. Ich hab ihr gesagt „Wir brauchen noch Leute, die den Schulstreik an der Sillgasse organisieren!“. Sie hat darauf geantwortet, dass sie bereits wen kennt, der dafür begeistert sein wird.
Felix aus Innsbruck
Graz: Flyeraktion BORG Monsberger 14.09.

Flyer gingen weg wie warme Semmeln (über 100 Flyer in der Früh). Ein Lehrer hat sogar einen Flyer genommen als er hörte, dass wir gegen Rassismus sind. Leider war er aber im Stress und wir konnten ihn in kein Gespräch verwickeln.
Ein paar Schüler haben sich auch offen zur FPÖ bekannt. Kanns nicht so gut einschätzen. Klar gibts Schüler, die die FPÖ cool finden, aber glaub sie wollten schon auch einfach bisl provozieren. So meinte einer „die FPÖ ist mir zu links, ich bin Nazi“
Wir haben die Schüler so angesprochen: „Wissts ihr schon vom nationalen Schulstreik gegen das Kopftuchverbot und wollt ihr eure Schule streikbereit machen?“ Das es schon ein Ortwein Schulstreikkomitee gibt, war ein mega wichtiges Argument. Die besten Schüler antworteten: „Ah die machen das? Find ich cool, dann nehm ich auch paar Flyer und verteil sie unter meinen Freunden.“
Zwei junge Schülerinnen sagen, sie finden das Thema mega wichtig und haben schon unser Schulstreik-Posting geliked und teilen das. Man sieht, dass die Schulstreik-Idee einigen schon bekannt ist. Aus Angst vor Repression wollten sie aber selbst nichts machen. Da müssen wir glaub ich am stärksten Sicherheit geben und gleichzeitig ehrlich sein. Ja fünf Schüler kann man fertig machen aber 50 Schüler nicht mehr so leicht. Fang einfach mal an mit den Leuten zu reden, denen du ohnehin vertraust. Auch die Frage von Vereinzelung ist mega präsent. Alle, die dann Flyer verteilen wollten, musste ich erstmal sagen, dass sie nicht die einzigen sind, die was tun wollen. Anfangs waren sie alle so „kann mir schon vorstellen was zu machen, aber bin ja ganz alleine“
An eine Familie haben wir auch eine Zeitung für 2€ verkaufen können. Das Mädchen mit dem Kopftuch war sofort begeistert und vor allem dankbar, dass wir vor der Schule sind.
Wir haben ihr gesagt, dass wir den Schülern helfen wollen, sich gegen den Rassismus, Sexismus und auseinanderfallende Schulen zu wehren und wir glauben, dass wir dafür alle Herrschenden loswerden müssen und der Schulstreik ist halt ein erster Schritt dahin. Da hat sie zugestimmt.
Philipp aus Graz
Graz: Flyeraktion BR/BRG Caneri 14.09.
Nachdem wir von der Ortwein/Korösi zurückgekommen sind, war auch die SJ dort mit zwei Leuten, die halt diese Notizblöcke wieder verteilt haben, wo einfach ein Bild vom Babler drinnen ist mit dem Text: „87% Der Jugendlichen sind für ein Social Media Verbot für Kinder. WIR AUCH!“. Was da aufgefallen ist, ist, dass sie nichts vom Schülerstreik wussten, aber die Idee davon sehr gut fanden, weil halt der sinnlose Rassismus so kacke ist.
Chris aus Graz
Graz: Flyeraktion Ortwein/Korösi 14.09.

Einmal ist ein Vater hergekommen und hat gemeint, dass Unterstufen-Schüler sich noch nicht selbstständig mit Politik auseinandersetzen können. Außerdem stimmt er nicht überein, dass wir das Kopftuchverbot als rassistisch bezeichnen. Er war ziemlich beeindruckt, als wir erklären konnten, warum es tatsächlich rassistisch ist. Darauf wich er zurück: „Ich bin nicht da zum Diskutieren und das Thema ist etwas, was die Schule selbst besprechen muss“. Darauf erwiderten wir, dass die Schüler für sich selbst sprechen und entscheiden und dafür bereits ein Schülerkomitee an der Schule existiert.
Chris aus Graz
Linz: Flyeraktion Bafep und Borg Honauerstraße 14.09.

Heute war ich mit zwei Genossen vor dem Bafep und dem Borg Honauerstraße. Wir sind in engem Austausch mit zwei Schülern von dort, die mit uns dort waren und bereits ein Streikkomitee gegründet haben! Die beiden Schulen liegen direkt nebeneinander, haben aber verschiedene Eingänge, weshalb wir uns aufgeteilt haben. Das Flyern lief echt gut, vor allem vorm Bafep, die meisten Schüler haben eine Flyer genommen und wir hatten bereits vor Schulbeginn keine Flyer mehr. Bei Gesprächen war nicht immer nur das Kopftuchverbot Thema, sondern generell waren die Schüler der Meinung, dass etwas gemacht werden muss in der Schulen. Die Schüler waren motiviert und begeistert, haben eigenständig begonnen Flyer in und vor der Schule zu verteilen und haben auch Sticker mitgenommen. Die Hilfe der zwei Schüler vom Streikkomitee machte echt einen Unterschied: Die Schüler kennen sich aber auch wenn sie sich nicht kannten, konnte man leicht darauf verweisen, dass in dieser Schule bereits ein Streikkomitee existiert. Längere Gespräche hat es weniger gegeben, wir hatten allerdings feststellen können, dass viele von dem Streik noch nicht mitbekommen haben.
Sascha aus Linz
Linz: Flyeraktion Fadinger Gymnasium 13.09.

Ich war in der Früh vor dem Fadinger Gymnasium flyern. Am Weg hin habe ich bereits zwei andere Personen auch vor dem Gymnasium stehen sehen. Einer der beiden ist ein Sympathisant von uns und die andere Person ist, wie sich später herausstellte SJler und auch im Linzer Vorstand! Die beiden haben Schulkalender verteilt und ich habe sie gefragt, ob sie denn die Flyer vom Schulstreik auch verteilen. Die Antwort von ihnen war, dass sie noch keine bekommen haben, also habe ich ihnen welche von meinen RKP-Schulflyern gegeben, die sie auch motiviert genommen und mitverteilt haben. Während wir zu dritt geflyert haben, hab ich mit ihnen dann ein Gespräch angefangen, dass die SJ unser Angebot auf ein Bündnis abgelehnt hat. Der SJler hat daraufhin gemeint, dass er das Schade findet und dass der Schulstreik richtig cool ist und die SJ da auf jeden Fall mitmachen sollte. Außerdem meinte er, dass er seit kurzem im Linzer Vorstand ist und das auf jeden Fall nochmal besprechen will, damit ein Bündnis zustandekommt.
Sascha aus Linz
Wien: Wie ich den Schulstreik am Piaristengymnasium vorbereite
Ich bin am Piaristengymnasium in der 8. Klasse und versuche dort, den Schulstreik gegen das Kopftuchverbot mitzuorganisieren. In meiner Klasse bin ich mit einem Klassenkameraden, der auch RKP-Mitglied ist. Wir sind (bis jetzt) die einzigen Kommunisten an unserer Schule.
Ich habe daher am ersten Schultag in meiner Klasse gefragt, wer bei einem Schulstreik gegen das Kopftuchverbot dabei wäre. Von meinen 19 Klassenkameraden haben 13 die Hand gehoben. Also haben wir eine WhatsApp-Gruppe gegründet und versucht, meine Klasse und die 8. Klassenstufe hineinzubekommen.
Am Anfang war es schwer, da die WhatsApp-Gruppe sich nur wenig verbreitet hat. Ich habe dann vor der Schule Schülergruppen angesprochen und sie in kurzen Gesprächen aufgeklärt und überzeugt. Vor allem die jüngeren Jahrgänge zeigen eine große Motivation. Am Freitag sind daher die Mitgliederzahlen der Gruppe auf über 80 gewachsen.
Ich habe auch Lehrer angesprochen und sie davon überzeugt, über den Schulstreik bei der Lehrerkonferenz zu reden. Über das Ergebnis wurde ich noch nicht informiert.
Ich habe geplant, mich nächsten Montag mit den Schülern aus der WhatsApp-Gruppe zu versammeln und mit ihnen die nächsten Schritte abzustimmen. Eine Schulstreikkomitee-Gruppe wurde auch von einem Mitschüler von mir gegründet, obwohl ich ihm gesagt hatte, ich würde das am Montag machen. Das zeigt, wie motiviert die Schüler sind, Veränderungen vorzunehmen und die Sachen auch selber in die Hand zu nehmen.
Insgesamt ist die Situation als optimistisch einzuschätzen, aber noch zu jung, um genauere Prognosen zu treffen. Ich musste beim Schreiben dieses Berichtes die Mitgliederanzahl der Whatsapp Gruppe mehrere Male ändern, da es immer mehr werden.
Arthur aus Wien
Graz: Komm zum Schulstreik am 09. Oktober!
Grazer Streik-Treffen: Jeden Donnerstag um 17:30, Kalvariengürtel 1
Wien: Flyeraktion 11.09.
Ich habe länger mit einer jungen Schülerin geredet, die die Streikidee gut fand. Sie meinte innerhalb der Schule wurde noch nicht viel über das Verbot gesprochen, aber hat angenommen, dass der Streik Anklang finden wird. Sie meinte, sie würde noch mit ihren Eltern und Mitschülern darüber reden. Über die Schule generell meinte sie, dass die Direktorin ziemlich chaotisch und widersprüchlich mit ihren eigenen Regeln ist.
Anscheinend gab es eine Lehrerin, der auch verboten wurde ihr Kopftuch zu tragen, die jetzt die Schule gewechselt hat.
Ein unangenehmes Gespräch mit einem Typ im Anglerhut gab es, ich bin mir nicht sicher ob er ein Vater oder so war aber er hat geschimpft, dass der Islam böse ist, alles Rassisten und Frauenschläger und er ist so froh, dass jetzt etwas gegen diesen Terror gemacht wird. Habe ihm bissi die Levithen gelesen und weiter geflyert, bis er sich schimpfend vertschüsst hat. Vorbeigehende Schüler haben kurz zugehört, gegrinst und Flyer mitgenommen. Einige Lehrkräfte haben auch interessiert Flyer mitgenommen.
Irene aus Wien
Niederösterreich: Wie ich den Schulstreik an der HTL Waidhofen vorbereite
Ich habe eine WhatsApp Gruppe für die HTL erstellt wo ich alle Mitglieder, die Interesse am Schulstreik haben, hinzugefügt habe. Derzeit sind es sechs Mitglieder, mit denen ich heute kurz geredet habe, um ihnen Argumente für weitere Diskussionen zu geben. Ich habe auch zwei Zeitungen verkaufen können und an die Interessierten Flyer und Sticker verteilt.
Bei den Lehrern hab ich mich auch schon umgehört. Es gibt viele die gegen das Kopftuchverbot sind.
Ich habe heute die interessierten Schüler gefragt wie sie die Lage einschätzen. Sie meinten das wir vielleicht die Hälfte der Mädchen an der HTL motivieren können mitzumachen – das wären ca. 40. Bei den Burschen ist es schwieriger da die meisten rassistisch sind.
Akira aus Niederösterreich
Niederösterreich: Wie ich den Schulstreik am Stiftsgymnasium Seitenstetten vorbereite
Ich hab eine WhatsApp Gruppe erstellt mit 27 Leuten, bei denen ich glaub, dass sie interessiert sein könnten.
Ich hab den AKSlern geschrieben, dass sie auch noch einen Streikaufruf in die Gruppe schreiben sollen.
Ich habe auch jemanden kennengelernt, die interessiert ist, sich kommunistisch zu organisieren: Sie will sich mehr mit Sozialismus und Kommunismus auseinandersetzen und ich hab ihr mein Manifest der kommunistischen Partei geborgt und ihr angeboten es durchzubesprechen.
Der Typ von der Schülerunion (ÖVP) hat gemeint, er hat keine Zeit für den Streik, findet es aber gut, dass ich was mach (ich finds lustig, weil ja die ÖVP dafür ist).
Annika aus Niederösterreich
Wien: Schulinfotisch 09.09.
Wir waren drei Genossen am Infotisch und die Stimmung war gut: Alle waren gegen das Kopftuchverbot, ein paar Schüler und Schülerinnen haben es auch gar nicht gewusst, da es dort kaum wem betrifft. Viele sagten sie werden hingehen zur Demo. Viele Unterstufenschüler freuten sich: „Juhuu streiken und kein Mathe“. Ein Lehrer fand gut was wir machen jedoch hatte er auch Angst vor Repressionen. 2-3 interessierte Lehrer haben auch schnell Flyer genommen. Vom Streiktag wussten nur wenige. Wir haben insgesamt ca. 70 Flyer verteilt und 2 Zeitungen an eine Schülerin und eine Mutter verkauft, die uns cool fand und gleich gemeint hat, sie wird auch ihren älteren Kindern davon berichten. Eine Lehrerin hat uns auch gut gefunden und gemeint das Verbot sei eine Frechheit, wegen der Kinder, die die Spaltung emotional ausbaden müssten. Zwei Schülerinnen die ich nach einer Lösung gefragt hatte, meinten selber, dass jedes Mädchen sich selber aussuchen soll, ob sie ein Kopftuch trägt. Ein Lehrer will auch mit seiner Klasse zum Streik gehen!
Michi aus Wien
Innsbruck: Infotisch Sillpark 08.09.
Der erste Pionierinfotisch zur Schulstreik-Kampagne war sehr erfolgreich und hat alle Genossen beflügelt. Mit sechs Genossen, Zelt und Schildern haben wir uns vor das Sillpark Einkaufszentrum gestellt. Dort sind junge Leute und viele Familien unterwegs. Wir sind mit den Sprüchen „Gegen Rassismus und das Kopftuchverbot“ und „Gegen Rassismus und Kapitalismus“ rausgegangen. Das Thema Kopftuchverbot hat stark gezogen und bei jungen Leuten waren 100% gegen das Kopftuchverbot. Aber auch ältere waren mehrheitlich gegen das Kopftuchverbot. Wir haben mehr Gespräche geführt als jemals zuvor. Darunter auch ein Lehrer, der gegen das Kopftuchverbot ist, mit dem Argument dass er kein Exekutivbeamter sein will.
Felix aus Innsbruck
Wien: Flyeraktion GRG21 08.09.

Mit ein paar Schülergruppen konnte wir länger diskutieren. Zwei HAK-Schülerinnen haben erzählt, dass das Thema Kopftuchverbot ihren Social Media Feed dominiert und sie wütend sind. Sie haben’s verglichen mit Palästina, was auch ständig auf Social Media präsent war, und wo sie nix dagegen machen konnten. Aber jetzt können sie was dagegen machen. Sie haben sich einen kleinen Stoß Flyer mitgenommen, um ihn in ihrer Klasse zu verteilen. Eine andere Schülergruppe war pissed, dass die Regierung das Gesetz macht, aber sie eigentlich eine Klimaanlage im Klassenzimmer bräuchten – dazu äußert sich die Regierung nicht. Wir haben insgesamt um die 300 Flyer verteilt und viele Schüler haben sie gelesen beim Weitergehen.
Philipp aus Wien
Streikkomitee gegründet
Angefangen, meine Schule auf den Streik vorzubereiten, habe ich im eigenen Klassenzimmer. Ich habe in unseren Klassengruppen-Chats die Diskussion angefacht, gefragt was die anderen von dem Gesetz halten, gegen das Verbot argumentiert und den Streik beworben. In kurzer Zeit gab es hunderte Nachrichten und die meisten waren dagegen. Dann habe ich abstimmen lassen, wer alles mitmachen will. Ein Schulstreikkomitee wurde von mir aufgestellt. Zuerst habe ich mir bekannte, linksdenkende Mitschüler:innen und Freunde dazugeholt, was eine vertraute Basis für den weiteren Prozess schaffen wird. Das Komitee ist dazu da, die restliche Schule über den Streik zu informieren. Bis dato sind wir vier Personen aus vier verschiedenen Klassen – mir inklusive. Wir wollen die Mitgliederanzahl auf ca. 15 erhöhen, wobei uns eine Repräsentation möglichst vieler Klassen wichtig ist. Wir wollen so die restliche Schule informieren und in Austausch mit anderen Schulen treten. Mit Schulstart werden wir auf jeden Fall Flyern und die Schulsprecher:innenwahl nutzen.
Gregor vom Streikkomitee BAfEP Linz
Meine Schule ist vorbereitet
Trotz der großen Anzahl an muslimischen Schülern an meiner Schule wird das Thema Kopftuchverbot von unseren Lehrern nur ungern angesprochen. Und wenn doch, dann dominieren sie selbst die Diskussion und reden von Frauenrechten. Auf die Frage eines Mitschülers, warum das Kopftuch verboten wird, aber die Kippa weiterhin erlaubt ist, antwortete eine Lehrerin, dass es darum ginge junge Mädchen zu schützen und nicht Jungs. Am 1. Aktionstag gegen das Kopftuchverbot intervenierten Genossen und ich mit einem großen Infotisch direkt vor der Schule, wobei wir bei vorbeigehenden (muslimischen) Schülern auf viel Anklang und Freude trafen, glücklich jemanden zu haben, der in Solidarität mit ihnen steht. Zur Vorbereitung auf den 2. Aktionstag organisierten wir eine Schülerdiskussion zum Thema Rassismus und Kapitalismus. Ich schaffte es, zwei interessierte Schülerinnen mitzunehmen, eine davon Muslima. Trotz anfänglicher Unsicherheit war es genau sie, die richtig Bock auf den Schulstreik bekommen hat! Und sie ist nicht die einzige! Trotz des Schweigens herrscht allgemeine Unruhe an unserer Schule. Erst kürzlich kündigte nach 15 Jahren die einzige islamische Religionslehrerin. Ich denke wegen dem großen Druck seitens der Direktorin. An unserer Schule herrscht ein großes Potenzial weitere Schüler zu finden, die ebenfalls motiviert sind, bei einem Schulstreik gegen das rassistische Kopftuchverbot und gegen das gesamte verrottete kapitalistische System zu kämpfen!
Lena, HLW10
Warum ich streike: Ramona und Johanna, Streikkomitee Ortweinschule Graz
Wir gehen zum Schulstreik, um zu zeigen, dass wir es uns einfach nicht gefallen lassen, dass andere Schülerinnen und Schüler aufgrund ihrer Religion unterdrückt werden. Es ist echt widerlich, so ein rassistisches Verbot durchzusetzen. Dieses dann auch noch als so etwas wie „Frauenbefreiung“ zu verkaufen, obwohl es ganz klar Unterdrückung muslimischer Jugendlicher ist. Frauen wird schon wieder vorgeschrieben, wie sie sich kleiden dürfen und es wird dargestellt als etwas, über das sie sich freuen sollten. Dass dieses Verbot exklusiv religiöse Symbole der islamischen Kultur betrifft, könnte nicht offensichtlich rassistischer sein.
Warum ich streike: Aiden, BG Lichtenfels Graz
Ich nehme am Schülerstreik teil, weil ich gemeinsam mit anderen Schülern gegen den Rassismus eines Kopftuchverbots, die bedrückenden Einsparungen und die Hetze gegen junge Menschen im Bildungssystem protestieren will und werde.
Warum ich streike: Milan, PG Riedenburg Bregenz
Ich bin für den Schülerstreik gegen das Kopftuchverbot, da dieses nichts mit Frauenbefreiung zu tun hat. Mit dem Zwang, das Kopftuch abzulegen, bestimmt wieder jemand anderes darüber, was junge Mädchen und Frauen zu tun und zu lassen haben. So ein Gesetz ist eine Verletzung der Religionsfreiheit. Darüber hinaus hängt in jedem Klassenzimmer ein Kreuz an der Wand, wodurch sich wieder herauskristallisiert, wie spaltend das Gesetz und wie rassistisch die Regierung ist. Ebenso finde ich es verwerflich von den Lehrpersonen zu verlangen, dass sie ihre Schülerinnen verpfeifen – was definitiv nicht deren Job sein sollte.
Warum ich streike: Tobias, Gymnasium Henriettenplatz Wien
In meiner Schule sind sehr viele Schüler, die dieses Verbot betrifft oder die einfach so darüber wütend sind. Offensichtlich geht es der Regierung nicht um Frauenbefreiung, sondern sie wollen rassistische und FPÖ-Wähler auf ihre Seite ziehen. Auch ich werde deshalb streiken und will ein Streikkomitee an meiner Schule aufbauen. Als Atheist bin ich nicht „für“ das Kopftuch oder Religion im Allgemeinen. Aber ich will das Recht verteidigen, selbst zu entscheiden, ob man das Kopftuch tragen möchte oder nicht.
