15. Juli – Langer Marsch in „Asad“ Kaschmir: Alle Macht den Komitees!


Die vom Awami Action Committee (AAC) angeführte Massenbewegung im von Pakistan kontrollierten Kaschmir ist an einem entscheidenden Punkt angekommen, nachdem die Führung angekündigt hat, dass der „Lange Marsch“ am 15. Juli fortgesetzt wird.
Derzeit versammeln sich rund 100.000 Menschen an sechs verschiedenen Orten in der Stadt Rawalakot, wo zahlreiche Sicherheitskräfte präsent sind. In ganz Asad Kaschmir findet ein Generalstreik statt, der den gesamten Verkehr lahmgelegt hat. Die Geschäfte und Büros sind geschlossen.
Die staatlichen Behörden haben ihr Bestes versucht, die Bewegung zu zerschlagen, sind dabei jedoch jedes Mal gescheitert. Am 12. Juli kam es in der Kleinstadt Arja zu heftigen Kämpfen, bei denen zwei Jugendliche von den Sicherheitskräften getötet wurden. Am Morgen des 11. Juli auf der Shuajabad-Straße, die die Städte Rawalakot und Bagh verbindet, gab es heftige Zusammenstöße, bei denen mindestens zwei weitere Jugendliche ums Leben kamen.
Doch trotz der Brutalität der Behörden ist die Moral der Massen hoch, und sie sind bereit, jedes Hindernis zu überwinden. Die letzten Worte einer weinenden Mutter an ihren verstorbenen Sohn bei seiner Beerdigung gestern lauteten: „Herzlichen Glückwunsch, mein Sohn, herzlichen Glückwunsch“. Das ist der Geist fast aller Mütter in ganz Asad Kaschmir, die mehr Entschlossenheit und Standhaftigkeit gezeigt haben als jeder andere und die bereit sind, für diese Bewegung alles zu opfern.
Am 13. Juli versammelten sich zahlreiche Schüler und Studenten in ihren Schul- und Hochschuluniformen und bekundeten ihre Solidarität mit der Bewegung. Die gesamte Situation zeigt, dass der am 15. Juli beginnende Lange Marsch erfolgreich sein kann, dass der Kampf um die Eroberung von Rawalakot aus den Händen der Sicherheitskräfte gewonnen werden kann und dass die Massen von dort aus erfolgreich in Richtung der Hauptstadt Muzaffarabad marschieren können. Doch wie die Führung bereits erklärt hat, werden sich die Forderungen der Bewegung nach Beginn des Langen Marsches nicht mehr auf ihre Grundsatzforderungen beschränken, sondern darüber hinausgehen.
In dieser Situation vertreten die Genossen der Inqalabi/Revolutionary Communist Party (RCP) in Kaschmir das Programm, dass die ganze Macht auf die Komitees übergehen soll, die diese Macht de facto in den Händen halten, auch wenn sie dies noch nicht verkündet haben. Genosse Umer Riaz von der RCP hat in seiner Rede am 9. Juli genau dieses Programm vorgestellt und das AAC dazu aufgerufen, sich zur Regierung von Asad Kaschmir zu erklären.
Die RCP hat heute [am 13. Juli] folgenden Text als Flugblatt veröffentlicht, das innerhalb der Bewegung verbreitet wird und bei den Massen großen Anklang findet. Es hat eine lebhafte Debatte ausgelöst, wobei die meisten Schichten dem Inhalt zustimmen.
Alle Macht den Komitees! Vorwärts zum Sieg!
15. Juli – Langer Marsch in „Asad“ Kaschmir: Alle Macht den Komitees!
1. In den vergangenen drei Jahren hat die Massenbewegung in Kaschmir verschiedene Entwicklungsstadien durchlaufen und ist so mächtig geworden, dass sich das Awami Action Committee nach und nach als paralleles Machtzentrum neben der staatlichen Regierungsstruktur herausgebildet hat. Über einen beträchtlichen Zeitraum hinweg haben diese beiden Machtzentren – das Awami Action Committee auf der einen Seite und die Regierung sowie der Staat auf der anderen Seite – nebeneinander existiert, wodurch eine entscheidende Konfrontation zwischen ihnen unvermeidlich wurde. Die staatliche Repression, die am 5. Juni begann, markierte den Beginn dieses entscheidenden Kampfes, der sich nun rasch auf seine Endphase zubewegt. Nur wenn man diese Realität anerkennt und ihre Bedeutung versteht, können die nächste Phase und die Strategie der Bewegung auf einer korrekten Grundlage formuliert werden.
Dieser Konflikt zwischen zwei sich bekämpfenden Machtzentren unterscheidet die aktuelle Phase der Bewegung von allen vorherigen. Das bedeutet, dass einerseits das Komitee und die Bewegung und andererseits die herrschende Klasse und der Staat beide um ihr Überleben kämpfen. Das unvermeidliche Ergebnis wird der Sieg der einen Seite und die Niederlage der anderen sein. Selbst wenn in dieser Phase eine Form des Kompromisses möglich wäre, würde dies die entscheidende Konfrontation lediglich um einige Monate hinauszögern. Sie würde bald mit noch größerer Intensität wieder aufflammen und das Komitee sowie die Bewegung vor die unvermeidliche Aufgabe stellen, mit noch größeren Opfern den endgültigen Sieg zu erringen.
2. Während dieser drei Jahre des Kampfes waren die arbeitenden Menschen Kaschmirs die eigentliche treibende Kraft hinter der Bewegung. In jeder Phase haben sie die staatliche Repression durch ihre kollektive Stärke, ihre revolutionäre Entschlossenheit und ihren Mut besiegt. Organisiert in den Awami Action Committees haben die arbeitenden Menschen der Bewegung nicht nur Schwung verliehen, sondern auch das gesellschaftliche Leben entsprechend den Notwendigkeiten der Streiks und Blockaden geregelt. Durch diesen Prozess haben sie wiederholt – und insbesondere im vergangenen Monat – gezeigt, dass das Volk selbst die eigentliche Kraft ist, die die Gesellschaft am Laufen hält.
Auf Aufruf des Komitees hin haben sie die gesamte Gesellschaft lahmgelegt, während sie gleichzeitig trotz der brutalen Einschränkungen durch die Herrschenden den Fluss des täglichen Lebens durch kollektive Solidarität und Zusammenarbeit aufrechterhalten haben. Indem sie die Gesellschaft über ihre Komitees entsprechend den Erfordernissen der Bewegung organisiert haben, haben die arbeitenden Menschen gezeigt, dass diese Komitees zentrale Institutionen einer zukünftigen Gesellschaft sein können, die im kollektiven Interesse und zum Wohle des Volkes organisiert ist.
3. Angesichts dieser Umstände ist es für die Bewegung notwendig geworden, ihren Weg im Rahmen eines „Langen Marsches“ fortzusetzen – wobei eine reale Möglichkeit für eine noch heftigere Konfrontation mit den Streitkräften des Staates besteht. Daher muss die Führung der Bewegung sicherstellen, dass die Ziele, die sich die Bewegung setzt, umso höher gesteckt werden, je größer der Kampf und die dafür erforderlichen Opfer sind.
Im vergangenen Jahr wurde die „Charta der Forderungen“ angenommen, nachdem mehr als ein halbes Dutzend Menschen ihr Leben gelassen hatten. Hätten nun im vergangenen Monat Dutzende weitere Menschen ihr Leben nur dafür geopfert, um die Umsetzung eben dieser Charta zu erwirken – durch ein Abkommen, das sich letztendlich als Täuschung erweisen könnte –, würde dies der immensen Unterstützung durch die Bevölkerung und der Kraft, die hinter der Bewegung steht, zuwiderlaufen. Daher muss das Komitee ein mutiges Programm aufstellen, das die überwältigende Unterstützung von mehr als 90 Prozent der kaschmirischen Bevölkerung widerspiegelt.
4. Die Bevölkerung Kaschmirs hat die Herrschaft der Eliten vollständig abgelehnt und die aus Pakistan herbeigeholten Unterdrückungstruppen, die diese Herrschaft schützen sollten, besiegt. Sobald der Lange Marsch die Belagerung von Rawalakot durchbricht und vorrückt, wird sich das gesamte Kräfteverhältnis entscheidend zugunsten der Bewegung und des Komitees verschieben. An diesem Punkt werden Autorität und Macht aus den Händen der Herrschenden in die Hände des Komitees übergehen – in Wirklichkeit bilden das Komitee und die Bewegung bereits das wahre Machtzentrum.
Das Komitee müsste dann lediglich die Macht, die es faktisch bereits errungen hat, offiziell verkünden. Es würde bekannt geben, dass – mit der Unterstützung von mehr als neunzig Prozent der kaschmirischen Bevölkerung – eine „Awami Inqalabi“-Regierung [revolutionäre Volksregierung] gebildet wird. Es würde alle Ressourcen in kollektives Eigentum überführen, alle Privilegien der herrschenden Elite abschaffen und für Beschäftigung, kostenlose Bildung, kostenlose Gesundheitsversorgung sowie alle anderen Grundbedürfnisse der Bevölkerung sorgen.
Um das zu erreichen, würden die Komitees in jedem Bezirk die Verantwortung für die Verwaltung übernehmen und die Awami-Regierungsstruktur, die bereits in Form dieser Komitees existiert, offiziell errichten.
Gleichzeitig würde sich die revolutionäre Regierung an die Arbeiter Pakistans wenden und erklären, dass dieser Kampf nicht nur für die Rechte des Volkes von Kaschmir, sondern auch für die Rechte der Arbeiter und Armen Pakistans geführt wird. Sie würde sie dazu aufrufen, zu erkennen, dass unser Kampf ein und derselbe ist, und sie dazu drängen, in ganz Pakistan den Kampf gegen die Ungerechtigkeiten dieses Systems voranzutreiben – mit der Gewissheit, dass wir gemeinsam, Schulter an Schulter, den Sieg erringen werden.
5. Den Sturz der derzeitigen Regierung zu fordern, nur um sie durch eine weitere Übergangsregierung zu ersetzen, die sich aus derselben Elite zusammensetzt, läuft darauf hinaus, vom Volk zu verlangen, sich nach seinem unermüdlichen Kampf erneut einer anderen Fraktion derselben herrschenden Klasse zu unterwerfen. Daher muss das Komitee ohne Zögern und ohne Zweifel sein Vertrauen in die Kraft des Volkes setzen. Es muss die Bildung einer Awami-Inqalabi-Regierung verkünden, die auf dem Recht auf Eigentum und Selbstbestimmung basiert.
Die Bildung einer Awami-Inqalabi-Regierung in Kaschmir, begleitet von einer garantierten kostenlosen Grundversorgung für alle, könnte zu einem Leuchtfeuer der Hoffnung für die Arbeiter in ganz Pakistan und der gesamten Region werden. Sie könnte revolutionäre Bewegungen in der gesamten Region entfachen und die arbeitende Bevölkerung überall dazu inspirieren, dem Beispiel des kaschmirischen Volkes zu folgen und einen revolutionären Kampf zu beginnen, um diesem unterdrückerischen System ein für alle Mal ein Ende zu setzen.
Auf diese Weise könnte der Sieg des Volkes in Kaschmir zu einem wichtigen Meilenstein auf dem Weg zu einer sozialistischen Föderation des indischen Subkontinents werden.
Vorwärts, vereint, auf dem Weg zum Sieg!
Mit revolutionären Grüßen,
Inqalabi Communist Party
13. Juli 2026
Wir rufen die Arbeiterinnen und Arbeiter der ganzen Welt dazu auf, uns in diesem Kampf so weit wie möglich zu unterstützen. Dies ist der Kampf aller Arbeiter weltweit, und sein Sieg ist der Sieg der Arbeiterklasse der Welt in ihrem Kampf gegen das blutrünstige kapitalistische System.
Arbeiter aller Länder, vereinigt euch!