Die Pandemie hat die Krise des Kapitalismus weltweit vertieft und verschärft. Die Notwendigkeit einer revolutionären Alternative ist deutlicher sichtbar denn je. Die Internationale Marxistische Tendenz (IMT) führt den Kampf dafür weltweit. Ein Einblick von Daniel Ghanimi.

 

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Geht es nach den Herrschenden, sollen die Lohnabhängigen die Rechnung für diese Krise zahlen. Trotzdem stellen weltweit politische Organisationen der Arbeiterbewegung ihre Tätigkeit ein oder unterstützen sogar den nationalen Schulterschluss. Der Funke und die IMT bleiben jedoch aktiv und klassenkämpferisch.

Menschenleben vor Profit!

Die Reaktion der Regierungen auf Corona zeigt ganz klar, dass im Kapitalismus Profit mehr zählt als Menschenleben. So kam es in Italien, nachdem am 4. März ein Shutdown verkündet worden war, der zwar Schulen, Universitäten und öffentliche Gebäude schloss, aber die Produktion weiterlaufen ließ, zu spontanen Streiks in den FIAT-Werken in der Nähe von Neapel und in den Fabriken des Motorherstellers Bonfiglioli in Bologna. Das war der Funke, der eine Streikwelle in ganz Italien entzündete. Die Hauptforderung der ArbeiterInnen: Stopp der Produktion in nicht essenziellen Betrieben bei voller Auszahlung des Lohnes und die konsequente Umsetzung hygienischer Schutzmaßnahmen in den gesellschaftlich notwendigen Branchen.

Die italienische Sektion der IMT stellte sich hinter diese Forderungen, die von den Gewerkschaftsspitzen und reformistischen Parteien größtenteils ignoriert wurden. Sie startete eine Kampagne unter dem Titel „ArbeiterInnen sind kein Kanonenfutter“. Dabei wurden Lohnabhängige auf der ganzen Welt dazu aufgerufen, die gleichen Forderungen zu stellen. Der Aufruf zu dieser Kampagne wurde hundertfach von AktivistInnen und ArbeiterInnen unterschrieben. Am 30. März fand online eine öffentliche Veranstaltung zu dieser Kampagne statt, die auf YouTube gestreamt wurde und an der 250 Personen teilnahmen.

Auch in Spanien wird unsere politische Arbeit weitergeführt. Mitte April beschloss die spanische Regierung – entgegen den Ratschlägen der WissenschaftlerInnen – die Produktion auch in nicht-essenziellen Bereichen wieder hochzufahren, obwohl täglich hunderte Infizierte sterben und laut Forschungsergebnissen die meisten Ansteckungen bei der Arbeit und in den öffentlichen Verkehrsmitteln geschehen. Zwar versprach sie, dass Schutzmaßnahmen am Arbeitsplatz umgesetzt werden und ihre Einhaltung streng kontrolliert wird. Doch die Bosse ignorieren diese aus Profitgier schlicht und einfach, ohne große Konsequenzen befürchten zu müssen. Nachdem ArbeiterInnen des Lebensmittelherstellers Procavi, wo auch GenossInnen der IMT arbeiten, das komplette Fehlen solcher Maßnahmen kritisiert hatten, entließ das Management die GewerkschafterInnen, die diese Kritik geäußert hatten. Das ist ein klarer Angriff auf jene, die für die Rechte der Lohnabhängigen kämpfen. Zudem zeigt er, wie die herrschende Klasse jene behandelt, die sich ihrer Gesundheit zuliebe nicht der Logik des nationalen Schulterschlusses unterordnen. Unsere spanischen GenossInnen starteten eine Kampagne, in der sie sich mit der Procavi-Belegschaft solidarisch zeigen und den Widerspruch zwischen Kapitalismus und effizienter Bekämpfung des Coronavirus für viele klar ersichtlich machen.

Die französische Regierung plant ebenfalls, die Wirtschaft so schnell wie möglich hochzufahren, um die Bedürfnisse der UnternehmerInnen zu erfüllen. Gleichzeitig droht die Schließung von Betrieben, in denen gesellschaftlich notwendige Produkte hergestellt werden – und das nur, weil sie den EigentümerInnen zu wenig Gewinn bringen. So sollten die Sauerstoffflaschen produzierenden Luxfer- Werke in Gerzat ihren Betrieb einstellen. Die IMT in Frankreich solidarisierte sich mit der dortigen Belegschaft und unterstützen ihren Arbeitskampf, der sogar zur Besetzung des Unternehmens durch die ArbeiterInnen führte. Im Zuge der Corona-Pandemie fordern unsere GenossInnen die Verstaatlichung dieses Betriebes unter Arbeiterkontrolle, da dort ein Produkt hergestellt wird, das zur Behandlung von an COVID-19 Erkrankten wichtig ist.

Das waren nur einige wenige internationale Beispiele für unseren Kampf um die Gesundheit der ArbeiterInnen und gegen den Menschenleben gefährdenden Kapitalismus. Tägliche Updates und Artikel findest auf auf www.marxist.com. Wenn Du uns dabei unterstützen willst, schließ Dich uns an!

(Funke Nr. 183/27.4.2020)


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