Wann: Samstag 16. Mai 2009
Wo: Lustkandlgasse 10/1, WienProgramm als pdf(850 kb)

 

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PROGRAMM

10h Marxistische Krisentheorie

In einer Tatsache sind sich alle einig: Das kapitalistische Wirtschaftssystem steckt in einer tiefen Krise. Die Erklärungsmodelle sind jedoch vielfältig und bleiben oft eine ausführliche und logische Analyse schuldig. Wie analysieren nun MarxistInnen die Krise? Ist sie nur ein Ausnahmezustand in einer sonst gesunden Wirtschaft oder ist sie der Ausdruck eines gescheiterten Systems?

Input: Norbert Ernst, Volkswirtschaftsstudent, Uni Wien


11h30 Marx und Keynes

In Zeiten der Krise werden zwei Namen wieder populär: Marx und Keynes, oft sogar gemeinsam in einen Topf geworfen. Welche Unterschiede gibt es zwischen marxistischer und keynesianischer Wirtschaftstheorie? Welche hat sich in der Geschichte besser bewährt? Welche Theorie ist brauchbarer?

Input: Thomas Kemetmüller, Volkswirtschaftsstudent, Uni Wien


13h Mittagspause


14h Marxistisches Wirtschaftsprogramm

Es genügt nicht, die herrschenden Verhältnisse zu kritisieren ohne Vorschläge für substantielle Verbesserungen zu präsentieren. Wie könnte nun ein konkretes marxistisches Wirtschaftsprogramm für die aktuelle Lage aussehen? Was sollte die SPÖ in der tobenden Konjunkturkrise fordern und umsetzen? Welche Forderungen sind überhaupt sinnvoll?

Input: Josef Falkinger, Volkswirt

15h30 Gibt es eine Alternative zum Kapitalismus?

Durch die Krise des Kapitalismus wird das System auf breiter Front in Frage gestellt. Aber wie könnte eine Alternative zum herrschenden Wirtschaftssystem aussehen? Ist eine geplante Wirtschafts wirklich besser? Warum hat sie in der Sowjetunion nicht funktioniert und was können wir daraus für die Zukunft lernen?
Input: Harald Lindner, Volkswirt


anschließend: Party

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Das Seminar

Was wir heute sehen, ist eine klassische kapitalistische Krise: Es gibt zu viel Kapital, als dass es noch profitträchtig angelegt werden könnte. Die Märkte sind übersättigt, die Produktion wird zurückgefahren, Kapital wird vernichtet.

Dabei ist es längst nicht so, dass die menschlichen Bedürfnisse befriedigt wären: eine Milliarde Menschen hungern, Millionen sterben an einfach behandelbaren Krankheiten, sind obdachlos, haben keinen Zugang zu Trinkwasser, über der Menschheit hängt das Damoklesschwert einer verheerenden Klimaerwärmung usw. Auch in den entwickelten kapitalistischen Ländern ist Armut längst wieder ein Massenphänomen geworden. Eine Ökonomie, die sich rein an der Bedürfnissicherung der Menschen orientiert, hätte also keinen Anlass in eine tiefe Systemkrise zu stürzen.

Das Seminar soll sich den aktuellen Fragestellungen widmen, denen sich kritische Menschen momentan gegenüber sehen. Ist die Krise des Kapitalismus nur ein temporärer Zustand eines ansonsten gut funktionierenden Systems? Warum befindet sich das System überhaupt in einer Krise? Wie könnte eine Alternative zur herrschenden Wirtschaftspolitik aussehen und was ist zur Durchsetzung dieser notwendig? Funktioniert eine geplante Wirtschaft überhaupt? Dies sind einige der zentralen Fragestellungen, denen sich dieses Seminar widmet.

Zudem bietet das Seminar die Möglichkeit in einem Kreis von interessierten, kritischen Menschen über Theorien und Gegenstrategien, sowie deren Durchführbarkeit zu diskutieren. Die Inputreferate werden die Thematik sowohl für EinsteigerInnen als auch für jene mit Vorkenntnissen interessant gestalten.

Anmeldung ist erwünscht: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Finanzielles: Es wird keine Seminargebühr eingehoben. Falls schriftliche Seminarunterlagen gewünscht werden, wird ein kleiner Kopierkostenbeitrag eingehoben.

Seminar Ökonomie Krise Krisentheorie Kapitalismus

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