Folgende Resolution ist das Ergebnis von Diskussionen einer Plattform kritischer PersonalvertreterInnen bei der Post AG aus Wien und Niederösterreich.

 

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Was der eine oder andere als „Zustände wie im Mittelalter“ bezeichnet, ist für die KollegInnen, sowohl im Zustellbereich als auch im Filialnetz traurige Realität geworden. Stellenabbau, Arbeitsdruck und Lohnverlust sind tägliche Realität geworden. Viele KollegInnen sind dem Druck nicht mehr gewachsen –physisch und psychisch. Weitere Angriffe drohen bzw. werden vom Unternehmen schon durchgeführt.

Was hat die Arbeiterbewegung im Sinne der organisierten Gewerkschaft dem entgegen zu setzten? Bis jetzt leider Nichts! Unsere Gegenwehr war nicht erfolgreich; eine Strategie, um die Interessen der Beschäftigten zu verteidigen ist nicht erkennbar! Das hat unter anderem zu einem massiven Vertrauensverlust in die Gewerkschaftsbewegung geführt.

Zeit, unsere Taktik zu überdenken und den Kurs zu wechseln. Abseits von Arbeitsdruck und Existenzängsten muss der Arbeitskampf im Sinne einer demokratischen Einheit, in der alle Beschäftigten und deren Interessensvertretungen mit einbezogen sind, beginnen.

Wir brauchen keine Wahlkampfmaschinen, wir brauchen keine Eventorganisatoren, Wir brauchen eine Vertretung, die sich kompromisslos für die Rechte und Interessen unserer KollegInnen einsetzt.

Das bedeutet in der heutigen Situation und konkret für die KV-Verhandlungen:

- Kein Abwälzen der Finanzkrise auf unsere Kosten. Jeder Abschluss der unter der Real-Inflationsrate liegt, ist eine Niederlage und eine weitere Umverteilung von unten nach oben!
- Arbeitszeitverkürzung auf 38,5h bei vollem Personal -und Lohnausgleich. Nehmen wir unsere eigenen Resolutionen ernst! (Beschluss von mehreren Gewerkschaftstagen)
- 25%Anhebung in der Überstundenabgeltung für Angestellte!
- Kampf den Kettenarbeitsverträgen!
- Regelmäßige Versammlungen, um die Mitglieder über den Stand der Verhandlungen zu informieren!
- Kein Abschluss ohne Urabstimmung. Die Betroffen müssen selber entscheiden. Nur so können wir die KollegInnen auch für Kampfmassnahmen motivieren.


Dringende Probleme der KollegInnen müssen sofort gelöst werden. Dazu zählt:

- Systemisierungsstopp und Rücknahme der letzten Systemisierung!
- Einführung des Echtarbeitszeitmodels!
- Unfallversicherung für Sonderboten
- Sicherheitskonzept Filialnetz
- Arbeitsplatzsicherung über die Postliberalisierung hinaus


Nur wer mitbestimmen und mitreden kann, wird bereit sein zu kämpfen:

- Aufbau von gewerkschaftliche Vernetzungsgruppen (offen für Mitglieder)
- Interfraktionelle Treffen zum Informations- und Meinungsaustausch. Kein Fraktionszwang
- Volle Solidarisierung mit allen Teilbereichen der GPF und darüber hinaus!


Bis heute haben wir keine effizienten Antworten auf die Liberalisierung und den Stellenabbau gefunden. Die Gewerkschaftsbewegung wurde groß im Kampf gegen Arbeitsplatzvernichtung, Profitlogik und Ausbeutung. Kehren wir zu unseren Wurzeln zurück!


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