Uns erreichte folgender Leserbrief aus der Papierfabrik in Wattens.

Sehr geehrte Damen und Herren,

Ich bin seit rund fünf Jahren ein Arbeiter in der Papierfabrik Wattens auf einer der Papiermaschine. Heuer stehen Betriebsratswahlen an, und mir ist zu Ohren gekommen wie von der Personalleitung Druck auf einen Kollegen, der eine Liste gründen wollte, gemacht wurde. Nach Erzählungen von meinen Arbeitskollegen hat es vor einigen Jahren (vor meiner Zeit) auch eine Zweitliste gegeben, dessen Listenerster aber noch vor der Wahl zum Betriebsrat durch Kündigung unschädlich gemacht wurde.

Dies allein ist schon pikant genug, es gilt jedoch noch zu erwähnen, dass unser BR auch Konzernbetriebsrat der Delfort AG ist, und für die Arbeitnehmerseite als Lohnverhandler für die österreichische Papierindustrie die Kollektivverträge aushandelt.

Es wurde in den letzten Jahren massiver Abbau von Sozialleistungen in der Papierfabrik betrieben, Abbau von Stammarbeiterzuschüssen, Abbau von Heizkostenzuschüssen, Streichung der doppelten Schichtzulagen an Sonn- und Feiertagen, etc.

All diese Kürzungen wurden vom Arbeiterbetriebsrat getragen, ohne die Meinung der Arbeiter einzuholen.

In der Belegschaft herrscht die Vermutung, dass der Betriebsrat der PFW, Konzernbetriebsrat von Delfort und Verhandler der Kollektivverträge geschmiert wird. Verstärkt wird dies durch den Anschein, dass die Arbeitgeberseite sehr daran interessiert ist, dass Herr Ralser im Amt bleibt.

Die Wahlen stehen vor der Tür, jedoch wurde die Opposition im Keim erstickt. Scheinwahlen stehen damit vor der Tür, und ihre Klasse ist es, die gewinnt!

K. Radek, 13.1.22

(Funke Nr. 200/20.1.2022)


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